Listenverbindung mit Aufrecht soll Sitz von Vontobel im Nationalrat sichern
Wahlen 2027
Die EDU setzt bei den kantonalen und den nationalen Wahlen im nächsten Jahr auf eine Zusammenarbeit mit der staatsskeptischen Partei Aufrecht. Davon soll bei den Nationalratswahlen der Wolfhauser Erich Vontobel profitieren.
Die christlich-konservative EDU und die staatsskeptische Partei Aufrecht wollen im Hinblick auf die Zürcher Kantonsratswahlen im April 2027 sowie auf die Nationalratswahlen im Oktober 2027 zusammenarbeiten und gemeinsam in den Wahlkampf gehen. Ziel sei es, nach den Wahlen eine neue bürgerliche Fraktion im Kantonsrat zu schaffen. Damit würde sich die EDU von der SVP-Fraktion lösen.
Für die Kantonsratswahlen rechnen die beiden Parteien mit fünf bis sieben Sitzen. Dies würde die Schaffung einer eigenen Fraktion mit dem Namen EDU-Aufrecht ermöglichen, teilten diese am Montag mit. Um im 180-köpfigen Zürcher Kantonsrat eine eigenständige Fraktion bilden zu können, sind mindestens fünf Sitze erforderlich.
Diese neue Fraktion würde sich für «wertkonservative und wirtschaftsliberale Anliegen» einsetzen und das bürgerliche Lager stärken, heisst es in der Medienmitteilung weiter.
Aktuell verfügt die EDU im Zürcher Kantonsrat über drei Sitze. Roger Cadonau (Wetzikon), Hans Egli (Steinmaur) und Thomas Lamprecht (Bassersdorf) sind Teil der SVP-Fraktion im Kantonsparlament. Aufrecht hat bisher keinen Sitz im kantonalen Parlament.
Die SVP des Kantons Zürich nimmt den Entscheid der EDU und von Aufrecht zur Kenntnis, wie Präsident Domenik Ledergerber auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Das Ziel für die kantonalen Wahlen bleibe für die SVP unverändert, und zwar «eine starke bürgerliche Mehrheit im Kantons- und Regierungsrat».
Zusammenschluss auch bei Nationalratswahlen
Auch für die Nationalratswahlen Ende Oktober 2027 kündigen EDU und Aufrecht eine Listenverbindung an. Damit wollen sie den Nationalratssitz von Erich Vontobel (EDU, Wolfhausen) sichern, wie sie schreiben.
Die beiden Parteien teilten viele politische Positionen, schreiben sie. Aufrecht entstand Ende 2021 aus dem staatsskeptischen Milieu der Gegner der Corona-Massnahmen.
Vontobel hatte bereits bei den Nationalratswahlen 2023 von einer Listenverbindung profitiert. Damals sicherte ihm die Zusammenarbeit der EDU mit den Corona-Massnahmenkritikern von Mass-voll, Aufrecht und den Schweizer Demokraten den Sitz im nationalen Parlament. (sda/lel)

