Politik

Erholungsgebiet Tösstal

Regierungsrat will kein Gesamtkonzept fürs Tössbergland

Als letzte Amtshandlung forderte Kantonsrätin Theres Agosti Monn ein Gesamtkonzept für die Naturlandschaft ums Hörnli. Der Regierungsrat warnt vor doppelter Arbeit und skeptischen Reaktionen aus dem Tösstal.

Regierungsrat will kein Gesamtkonzept fürs Tössbergland

Als letzte Amtshandlung forderte Kantonsrätin Theres Agosti Monn ein Gesamtkonzept für die Naturlandschaft ums Hörnli. Der Regierungsrat warnt vor doppelter Arbeit und skeptischen Reaktionen aus dem Tösstal.

Ob mit Wanderhosen oder mit Töffbekleidung: Wer Erholung in weitgehend unberührter Natur sucht, findet schnell den Weg ins hügelige Tössbergland. So etwas wie die Biodiversitätsschatzkammer des Kantons, wenn es nach alt Kantonsrätin Theres Agosti Monn (SP) aus Seelmatten bei Turbenthal geht.

Doch nicht nur Ausflüglerinnen und Ausflügler erhöhen den Druck auf die Landschaft. Je stärker im Siedlungsgebiet verdichtet gebaut wird, desto wichtiger werden gerade jene Gebiete, in denen die Natur freie Hand behält.

In ihrem letzten Vorstoss forderte Agosti Monn deshalb ein Gesamtkonzept für die Naturlandschaft Tössbergland, die als zusammenhängendes Gebiet im nationalen Inventar der Landschaften und Naturdenkmäler gelistet ist. Ein solches sollte die Qualitäten des Gebiets aufzeigen und sich mit Zielen und Massnahmen zur Weiterentwicklung beschäftigen.

Jetzt hat der Regierungsrat auf das Postulat reagiert, das von drei weiteren Oberländer Parlamentariern mitunterzeichnet wurde. Er empfiehlt eine Ablehnung des Vorschlags, anerkennt Agosti Monns Forderung aber als «berechtigtes Anliegen».

Die Regierung verweist auf verschiedene Projekte, die sich in der kantonalen Verwaltung im Aufbau befinden und in dieselbe Richtung zielen wie das Postulat. So überarbeitet das Amt für Raumentwicklung beispielsweise das Kapitel Landschaft im Richtplan. Das Amt für Mobilität werkelt an einem «Konzept zur Erschliessung von Erholungsstandorten», und in den Büros des Amts für Landschaft und Natur brütet man über einer Fachgrundlage für ökologische Infrastruktur.

Respekt vor Skepsis aus dem Tösstal

All diese Projekte würden eng aufeinander abgestimmt, heisst es. Ein zusätzliches Gesamtkonzept berge das Risiko von Doppelspurigkeiten und weiteren Personalausgaben.

Der Regierungsrat schlägt darum vor, nach Abschluss der grundlegenden Arbeiten zu definieren, welche Räume Priorität geniessen – und welche konkreten Massnahmen dort umgesetzt werden sollen.

Theres Agosti Monn, alt SP-Kantonsrätin aus Turbenthal. Spaziergang am Bichelsee.
Theres Agosti Monn bei einem Spaziergang um den Bichelsee, der Teil der Naturlandschaft Tössbergland ist.

Agosti Monn machte keinen Hehl daraus, dass es ihr bei dem Postulat auch darum geht, das Hörnli-Bergland – für alle drei involvierten Kantone ein Randgebiet – wieder stärker in den Fokus der Politik zu rücken. Dass die Kantonshauptstadt vom Tösstal nicht nur geografisch weit entfernt ist, ist indes auch dem Regierungsrat bewusst.

Ob die betroffenen Akteure und Gemeinden ein Gesamtkonzept, wie Agosti Monn es vorschlage, überhaupt mittragen würden, sei offen, schreibt er und warnt davor, dass Vorschläge vom Kanton auf Zurückhaltung stossen könnten. Der Regierungsrat erwähnt als Beispiel die Pläne für einen regionalen Naturpark im Zürcher Berggebiet, die 2018 eingestellt wurden – unter anderem wegen des zurückhaltenden Interesses der regionalen Player.

Als Nächstes wird sich der Kantonsrat mit dem Postulat befassen.

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