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Voland-Chef will es wissen

Fischenthals Gemeindepräsident wird Kantonsrat

Eine Rochade in der SVP: Mit Walter Honegger verliert die Partei aus dem Wahlkreis Hinwil ihren Kantonsrat mit dem höchsten Stimmenanteil. Mit René Schweizer rückt ein bekanntes Gesicht nach.

Im Alter von 16 Jahren formte René Schweizer sein erstes Brötchen. Inzwischen ist er Gemeindepräsident und schon bald auch Kantonsrat.

Foto: PD

Fischenthals Gemeindepräsident wird Kantonsrat

Eine Rochade in der SVP: Mit Walter Honegger verliert die Partei aus dem Wahlkreis Hinwil ihren Kantonsrat mit dem höchsten Stimmenanteil. Mit René Schweizer rückt ein bekanntes Gesicht nach.

René Schweizer, Inhaber der Bäckereikette Voland, Präsident der SVP des Bezirks Hinwil und seit 2025 Gemeindepräsident von Fischenthal, wird Kantonsrat. Denn Walter Honegger (SVP), der ehemalige Gemeindepräsident von Wald (1997–2006) und aktuelle Kantonsrat, gibt seinen Sitz als Mitglied der obersten kantonalen Behörde am 3. Juli in der letzten Sitzung vor der Sommerpause ab. Der Mitinhaber der Honegger Elektro Telecom AG will nach knapp zwei Amtszeiten schlicht etwas kürzertreten.

Der 64-jährige Präsident des Walder Gewerbes sitzt für die Schweizerische Volkspartei seit 2019 als Mitglied der Kommission für Planung und Bau (KPB) im Parlament. Den Sitz wird sein Parteifreund René Schweizer, der seit 2025 amtende Gemeindepräsident von Fischenthal, erben, der im Oberland vor allem für seine Backwaren der Bäckerei Voland bekannt ist.

Darüber hinaus ist Schweizer Berufsschullehrer an der Berufsbildungsschule Winterthur (BBW) und Vizepräsident des Zürcher Bäcker-Confiseur-Meister-Verbands. Der jetzige Kommunalpolitiker kandidierte 2019 erstmals und vor drei Jahren nochmals bei den Kantonsratswahlen. Den Einzug verpasste er nur knapp: Die SVP verfügt über jeweils elf Kandidierende im Wahlkreis Hinwil. Beim ersten Mal kandidierte Schweizer auf Platz 9 und landete auf Platz 6, zuletzt auf Platz 4.

Die Zeit ist gekommen

Bei den letzten Erneuerungswahlen errang die SVP des Bezirks Hinwil drei Kantonsratssitze, die allesamt von drei Bisherigen eingenommen wurden. Nun bietet sich René Schweizer mit dem Rücktritt von Honegger die einmalige Gelegenheit, diesen Sitz zu beerben: «Ich wusste immer, dass ich das eines Tages machen will. Und obwohl es das erste Mal nicht klappte, rechnete ich mir 2023 gewisse Chancen aus.» Jedoch nur für den Fall, dass die SVP im Bezirk den vierten Sitz würde zurückerobern können, was nicht eingetreten ist.

Ein Herr im Sakko an einem Mikrofon.
Walter Honegger sitzt seit 2019 im Kantonsrat und tritt noch vor der Sommerpause ab.

«Walter Honegger sagte mir aber schon vor längerer Zeit, dass er gerne für mich Platz machen würde», erzählt der Fischenthaler Gemeindepräsident. Dies habe ihn damals sehr gefreut und zugleich überrascht, da es sich bei Honegger um jenen Kantonsrat im Wahlkreis handle, der 2023 die meisten Stimmen für sich habe gewinnen können. «Als er mich letztes Jahr über seinen vorzeitigen Rücktritt informierte, war ich erst frisch gekürter Gemeindepräsident. Daher bat ich ihn, noch etwas durchzuhalten», sagt Schweizer schmunzelnd.

Der Voland-Chef konnte in einer laufenden Legislatur 2025 Gemeindepräsident von Fischenthal werden, da man die vorherige Gemeindepräsidentin Barbara Dillier (parteilos) zur Stadtpräsidentin von Rapperswil-Jona erkoren hatte. Bei den diesjährigen Erneuerungswahlen vom 8. März wurde René Schweizer deutlich in seinem Amt bestätigt. «Kurz darauf kam Walter Honegger auf mich zu, damit wir uns nochmals zusammensetzen konnten.» Er habe ihm ein Geburtstagsgeschenk bereitet. Inzwischen ist klar, dass Schweizer bereits am 17. August zum ersten Mal im Kantonsrat sitzen wird.

Viermal der Buchstabe M

Obwohl der Inhaber der Bäckerei Voland schon als Gemeindepräsident von Fischenthal und SVP-Bezirkspräsident agiert, will er sein politisches Wirken erweitern. «Auf meinem Grabstein soll einst nicht stehen, dass ich die grössten Brötchen gebacken habe, sondern, dass ich auch andere das Backen lehrte sowie für die Allgemeinheit einstand», erklärt Schweizer.

Als Unternehmer sei er prädestiniert dazu, sich in der Politik einzubringen. «Da ich keine Kinder habe, weiss ich auch, dass mein Geschäft einmal in fremde Hände übergeht.» Dies soll in absehbarer Zeit geschehen. Schweizer möchte die operative Leitung seines Unternehmens an den heutigen Produktionsleiter übergeben. «Mein Ziel ist es, in Zukunft nur noch als Verwaltungsratspräsident zu wirken.»

Künftig will René Schweizer bis zu 40 Prozent seiner Energie für das Gemeindepräsidium einsetzen. Für den Kantonsrat rechnet er mit 30 Prozent. Hinzu kommt wöchentlich ein Tag für seine Aufgabe als Berufsschullehrer. «Ob ich diese Funktion behalte, wird sich zeigen müssen.» Viel wichtiger als der Arbeitsaufwand sei für ihn ohnehin etwas anderes: «Bundesrat Adolf Ogi sprach einmal von den vier M: Man muss Menschen mögen.» Diese Eigenschaft sei der Grundpfeiler seines Schaffens. Bisher in der Kommunalpolitik von Fischenthal, bald auch im Kantonsrat.

Ein Mann mit Brille bei einem Podiumsgespräch am Mikrofon.
René Schweizer liegt viel daran, zu betonen, dass er vordringlich nicht nur für die SVP, sondern auch für Fischenthal in den Kantonsrat einzieht.

Auch seine Freizeit teilt Schweizer gerne mit Leuten, die zumindest bis anhin nicht zu seinem direkten Freundeskreis gehörten: «Im Frühjahr wurde ich von der Feuerwehr Fischenthal an einem Freitagabend zu einer Versammlung eingeladen. Ein paar Tage später standen wir gemeinsam auf der Skipiste.» Obwohl sein Kalender voll sei, wolle er für seine unmittelbare Umgebung, speziell aber für Fischenthal erreichbar sein und auch bleiben. Bis anhin klappe dies hervorragend: «Wenn die Leute ein Anliegen haben, besprechen wir das bei mir im Café, und wenn in der Verwaltung etwas ansteht, bin ich in einer Viertelstunde da.»

Auf kantonaler Ebene wird die Nähe nicht auf die gleiche Weise gegeben sein. Dennoch geht René Schweizer, wie er unterstreicht, nicht nur als SVPler, sondern als Fischenthaler und für Fischenthal in den Kantonsrat.

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