Feldmann tritt zurück – und Uster entkoppelt Präsidium vom Stadtrat
Verwaltungsrat der Energie Uster AG
Die Stadt Uster nimmt Änderungen an der Organisation der Energie Uster AG vor – und entzieht dem Bauvorstand das gekoppelte Verwaltungsratspräsidium.
Stefan Feldmanns (SP) nicht erfolgte Wiederwahl in den Stadtrat Uster zieht Konsequenzen nach sich. Nur einen Tag nach den Wahlen vom 14. April sitzt der – bis dato – Bauvorsteher an seiner letzten Parlamentssitzung und verlässt den Saal hastig, als diese endet.
Ein schneller Abgang folgt nun auch in der Energie Uster AG. Denn Feldmann wäre ordnungsgemäss Verwaltungsratspräsident bis im Sommer 2027. Dies, weil die Wahlen in der Energie Uster AG alle drei Jahre stattfinden, im Stadtrat jedoch alle vier.
Nun lässt Feldmann nach dem Stadtrat auch seine Funktion als Verwaltungsratspräsident hinter sich. «Mit seiner nicht erfolgten Wiederwahl betrachtet Stefan Feldmann eine weitere Ausübung in seiner Rolle als VR-Präsident der Energie Uster AG als nicht mehr zielführend», sagt Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP) auf Nachfrage.
Vizepräsident Patrick Riederer übernimmt ab der Generalversammlung am 26. Juni die Leitung des Verwaltungsrats. Und das, bis die Stadt das Verwaltungsratspräsidium der Energie Uster AG wieder neu besetzen kann. Denn wie die Stadt in der Meldung schreibt, werde dieses nicht automatisch mit dem neuen Bauvorsteher Richard Sägesser (FDP) besetzt.
Eine der empfohlenen Massnahmen
Der Stadtrat habe beschlossen, die Funktion des Verwaltungsratspräsidiums der Energie Uster AG von der Funktion des Bauvorstands zu entflechten. Damit kommt sie einem Anliegen nach, das bereits im Januar in einer Motion von drei GLPlern formuliert wurde.
Die Parlamentarier begründeten das Anliegen damit, die beiden Funktionen, Stadtrat und Verwaltungsratspräsident der Energie Uster AG, unterscheiden sich in einem springenden Punkt: «Stadtrat ist ein politisches Amt, für das keine Qualifikationen erforderlich sind. Verwaltungsratspräsident einer Energie-AG erfordert jedoch Qualifikationen und Anforderungen, denen ein gewählter Stadtrat nicht automatisch entspricht.»
Diese Sichtweise teilen auch Barbara Thalmann und der Stadtrat: «Wir haben die Vor- und Nachteile der Entkoppelung besprochen und sind zum Schluss gekommen, dass Know-how und Governance die ausschlaggebenden Punkte sind, die Funktionen zu trennen.» Anstoss dazu habe die Nachbearbeitung der Trinkwasserverunreinigung von 2024 gegeben.
Danach geriet insbesondere die Kommunikation der Verantwortlichen in die Kritik. Die anschliessende Aufarbeitung empfahl verschiedene organisatorische Anpassungen. «Die Entkoppelung der Funktionen war eine der empfohlenen Massnahmen.»
Als Verwaltungsratspräsident ist man das Gesicht nach aussen und wird in dieser Rolle wahrgenommen. «Es ist schwierig für die Öffentlichkeit, die Rolle des Stadtrats und des VR-Präsidenten auseinanderzuhalten. Das hat die verunglückte Kommunikation im Rahmen der Trinkwasserverunreinigung gezeigt.» Eine klare Verantwortungsteilung sei deshalb wichtig. Dieser Auffassung sei die Stadt bereits vor den Wahlen gewesen.
«Es ist für alle klar, dass das jetzt die richtige Weichenstellung ist», sagt Thalmann. Und damit dürfte sie auf Zustimmung stossen: Die in ein Postulat umgewandelte Motion wurde im Parlament im April mit 35:0 Stimmen überwiesen.
Sägesser wird Mitglied
Dennoch möchte die Stadt, die 100 Prozent der Aktien der Energie Uster AG hält, nach wie vor Teil des Verwaltungsrats sein. «Das ist ein Muss. Aber als reguläres Mitglied.»
Damit wird Stadtrat und Bauvorsteher Richard Sägesser in Zukunft Teil des Verwaltungsrats der Energie Uster AG – nur eben nicht als Präsident. Beim städtischen Energieversorger und im Stadtrat werden nun die Köpfe zusammengesteckt, um die künftigen Leitplanken für das Verwaltungsratspräsidium festzulegen. Anschliessend wird die Stelle ausgeschrieben.