Mitte-links lanciert in Illnau-Effretikon Initiative gegen Bodenverkauf
«Monopoly spielen»
Mit einer Volksinitiative wollen die SP, die Grünen und die GLP Grundstücke im Besitz der Stadt erhalten. Damit soll nicht nur bezahlbarer Wohnraum gesichert werden.
Das Spiel Monopoly kennen bestimmt viele: Es gewinnt diejenige Person, die als Letzte noch zahlungsfähig ist. Die Mitspielenden sind bankrott. Sofern man das Spiel gewinnen will, muss man also Boden kaufen, (hohe) Mieten verlangen und so den anderen die bunten Scheine abnehmen.
In Illnau-Effretikon diente dieses Bild oftmals als Vergleich für die Pläne der Stadt, eigene Grundstücke an Investoren zu verkaufen. In einer Parlamentssitzung im letzten September zum Beispiel, als es um den Verkauf des alten Werkhofs ging.
Für die SP, die Grünen und die GLP steht eines fest: Die Stadt darf ihren Besitz nicht einfach verkaufen, weswegen sie die Bodeninitiative «Boden behalten – Zukunft gestalten» lanciert haben.
Nicht nur Wohnraum
Die Initiative fordert, dass die Grundstücke, die im Besitz der Stadt sind, nicht verkauft werden. Bei Bedarf sollen Dritte den Boden aber im Baurecht nutzen können. Dies soll bezahlbaren Wohnraum sichern und der Stadt den nötigen Handlungsspielraum in ihrer Entwicklung garantieren.
Der Auslöser dieser Initiative ist nicht nur der Verkauf des alten Werkhofs. Eine Mehrheit im Parlament hatte im September 2025 nämlich für die Initiative der SVP und der FDP gestimmt, die den Verkauf des Werkhofs ohne Wohnungen in Kostenmiete forderte. «Wir wollten die Bodeninitiative schon lange lancieren, aber diese Ausgangslage machte es noch dringender», sagt Annina Annaheim (SP), Co-Präsidentin des Initiativkomitees. Die Vorlage regle den Grundstücksverkauf grundsätzlich: «Wir wollen nicht jedes Mal ein Referendum ergreifen müssen, weil der Stadtrat wieder ein Stück Tafelsilber verscherbeln will», sagt sie.
Der Besitz von Grundstücken habe langfristig finanzielle Vorteile. Es sollen regelmässig Erträge der Stadt zugutekommen statt ein einmaliger Verkaufspreis. «Wenn das Grundstück weg ist, dann ist es weg», sagt Annaheim. Eine Vergabe im Baurecht sei daher eine bessere Variante. «Das sichert bezahlbaren Wohnraum und ist langfristig viel lukrativer als ein Verkauf.»
Die Initiative wurde mit 600 Unterschriften am Dienstagabend dem Stadtrat übergeben.