Politik

Ustermer Motion fordert Prüfung

Nach der Grenzbereinigung: Wird Uster zur Einheitsgemeinde?

Dieser Frage, oder viel mehr der Ausarbeitung, dürfte sich sowohl der Ustermer Stadtrat als auch die Sekundarschulpflege demnächst annehmen. So fordert es eine Motion aus dem Parlament.

Nach der Grenzbereinigung rund um die Oberstufenschulgemeinde Nänikon-Greifensee und die Sekundarschulgemeinde Uster folgt nun das Anliegen auf eine nächste Fusion. (Archivbild)

Foto: Simon Grässle

Nach der Grenzbereinigung: Wird Uster zur Einheitsgemeinde?

Ustermer Motion fordert Prüfung

Dieser Frage, oder viel mehr der Ausarbeitung, dürfte sich sowohl der Ustermer Stadtrat als auch die Sekundarschulpflege demnächst annehmen. So fordert es eine Motion aus dem Parlament.

Es ist ein eher seltenes Bild, das sich in der Motion «Eine Einheitsgemeinde für Uster» abzeichnet: Denn alle Fraktionen sind sich einig, wenn es um die künftige Organisation der Stadt geht. Konkret geht es um die Forderung, Uster solle den organisatorischen Zusammenschluss der Politischen Gemeinde mit der Schulpflege prüfen. Im Zuge dessen soll auch gleich die Fusion von der Sekundar- und Primarschulpflege angegangen werden.

Es ist ein alter Hut, den sich die Stadt erneut aufsetzt: Bereits 2008 brachten Parlamentarier den Wunsch nach einer Einheitsgemeinde vor.

Das ist eine Einheitsgemeinde

Eine Einheitsgemeinde ist ein kommunales Organisationsmodell, bei welchem die Politische Gemeinde und die örtliche Schulgemeinde organisatorisch und administrativ verschmolzen sind. Zurzeit sind in Uster die Politische Gemeinde, die Sekundarschulgemeinde und die Primarschulgemeinde einzelne Instanzen, die zusammenarbeiten.

Die Stadt schlug damals vor, zuerst die Gemeindegrenzen zu bereinigen, damit Politische Gemeinden und die Schulkreise deckungsgleich werden – ein Anliegen, das nun 14 Jahre später umgesetzt wurde. Mit über 84 Prozent wurde die Auflösung der Oberstufenschulgemeinde Nänikon-Greifensee per Ende Jahr und die Integration der Aussenwachten Nänikon und Werrikon in die Sekundarschulgemeinde Uster (SSU) beschlossen.

«Mit der erfolgten Gebietsbereinigung sind nun die Voraussetzungen gegeben, die Sekundarschulgemeinde in die Politische Gemeinde zu integrieren», schreiben die Parlamentarier Balthasar Thalmann (SP), Walter Meier (EVP), Daniel Schnyder (SVP), Marc Thalmann (FDP) und Patricio Frei (Grüne) in ihrer Motion.

Ein roter Faden

Ein grosser Schritt, viele Veränderungen und Herausforderungen – dessen sind sich die Unterzeichnenden bewusst, wie sie schreiben. Dennoch biete eine solche Einheitsgemeinde mehrheitlich grosse Chancen: allem voran zum Wohl der Kinder.

Einheitliche Strukturen, wie sie eine Einheitsgemeinde fördern würde, untermalen dabei einen durchgängigen Ansatz und erleichtern zudem die Zusammenarbeit zwischen Schule und städtischen Angeboten wie der Frühförderung. Die Kinder sollen während der gesamten Schulzeit mit passenden Voraussetzungen, Sozialkompetenz und Selbstvertrauen begleitet werden: «Durch die elf Schuljahre muss ein roter Faden führen», schreiben die Unterzeichnenden.

Obschon man in den Fraktionen geschlossen für die Sache einsteht, ist mit dem Anliegen noch nichts in Stein gemeisselt. Mit dem politischen Mittel der Motion – oder in diesem Fall gleich mit zwei Motionen – werden sowohl Stadtrat als auch die Sekundarschulbehörde beauftragt, eine entsprechende Vorlage auszuarbeiten, wie die drei Instanzen Primarschule, Sekundarschule und Gemeinde in Zukunft zusammengeschlossen werden könnten.

Für eine erste Stellungnahme bleiben der Stadt und der Sekundarschule knapp zwei Monate. Voraussichtlich Ende August werden die Motionen im Gemeinderat behandelt.

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