Deutliches Ja zur Zukunft des Schulhauses Wüeri – Grenzbereinigung wird vollzogen
Die Stimmberechtigten von Uster und von Greifensee haben der Neuorganisation der Sekundarschulen zugestimmt. Damit endet ein jahrelanger juristischer Schwebezustand.
Die Ungewissheit hat ein Ende: Das Stimmvolk von Uster und von Greifensee hat am Sonntag dem dreiteiligen Vertragswerk zur Grenzbereinigung der Sekundarschulen mit einem Gesamtresultat von 84,1 Prozent zugestimmt. In Greifensee fiel die Zustimmung mit 85,6 Prozent noch leicht höher als in Uster mit 82 Prozent aus. Die Oberstufenschulgemeinde Nänikon-Greifensee (OSNG) wird damit per Ende 2026 nach 127 Jahren Geschichte sein.
Der ungesetzliche Zustand, bei dem die Schulgrenzen nicht mit den Grenzen der Politischen Gemeinden übereingestimmt haben, ist vom Tisch. Vor allem aber ist eine Fremdbestimmung abgewendet: Der Bezirksrat muss keine Zwangslösung diktieren.
«Ich bin sehr erfreut und hätte vor allem nicht mit so hoher Zustimmung aus Greifensee gerechnet», sagt OSNG-Präsident Ulrich Schmid (SVP) am Abstimmungssonntag. Die ausgearbeitete Win-win-Situation sei jetzt eingetroffen.
Und auch in Uster zeigt sich der Präsident der Sekundarschule, Benno Scherrer (GLP), erfreut: «Das Resultat aus Greifensee zeigt, dass das Paket, das wir ausgearbeitet hatten, überzeugt hat. Endlich konnten wir jetzt eine Lösung finden.»
Konstanz für Jugendliche, Umbruch hinter den Kulissen
Was bedeutet dieses Ja nun konkret? Das Wichtigste vorweg: Für die Schülerinnen und Schüler aus Greifensee, Nänikon und Werrikon ändert sich im Schulalltag nichts. Sie werden weiterhin gemeinsam im Schulhaus Wüeri in Nänikon unterrichtet. Auch für die Lehrerinnen und Lehrer wird nur der Arbeitgeber wechseln. Genau dieses Ziel – maximale Kontinuität für die Jugendlichen – war die treibende Kraft hinter der komplexen Vorlage.
Hinter den Kulissen wird die Schulorganisation jedoch ab dem 1. Januar 2027 komplett umgekrempelt:
- Die Ustermer Aussenwachten Nänikon und Werrikon werden in die Sekundarschulgemeinde Uster (SSU) integriert.
- Das restliche Gebiet bildet künftig die neue Sekundarschulgemeinde Greifensee (SSG) und ist identisch mit den Grenzen der Politischen Gemeinde Greifensee.
- Da das Schulhaus Wüeri auf Ustermer Boden liegt, aber zu zwei Dritteln von Greifenseer Schülern besucht wird, wird die Liegenschaft in eine sogenannte Anstalt überführt. Diese gehört zu 65 Prozent der SSG und zu 35 Prozent der SSU und wird von einem paritätischen Vorstand verwaltet. Den Schulbetrieb führt Greifensee, Uster bezahlt vertraglich geregelte Schulgelder.

Höhere Steuern absehbar
Trotz der Erleichterung über die gefundene Lösung kommt auf die Steuerzahler nun die prognostizierte Mehrbelastung zu. Die Näniker und die Werriker übernehmen künftig den im Vergleich zur heutigen OSNG um 2 Prozentpunkte höheren Steuerfuss der SSU. Auch in Greifensee dürften die Steuern steigen, da die lukrativen Steuereinnahmen der juristischen Personen (Firmen) aus Nänikon künftig fehlen.
«Es gibt aber sicherlich Mediationskosten, die jetzt wegfallen, es sind durchaus Einsparungen möglich. Letztlich ist es aber gerecht, dass ab dem kommenden Jahr alle in Greifensee gleich viel für das Schulhaus Wüeri bezahlen müssen. Man darf nicht vergessen, dass wir immer noch zu den steuergünstigsten Gemeinden im Kanton gehören», sagt Ulrich Schmid.
So geht es jetzt weiter
Nach dem Ja an der Urne beginnt umgehend die Umsetzungsphase. Ein wichtiger Meilenstein steht bereits in wenigen Monaten an: Am 27. September finden die Wahlen für die neuen Schulpflegen der SSU und der SSG statt. Gerade für Greifensee gilt es nun, genügend engagierte Kandidatinnen und Kandidaten für die neue, eigenständige Behörde zu finden.
Am 1. Januar 2027 treten die neuen Strukturen schliesslich offiziell in Kraft. Nicht zuletzt macht das Abstimmungsresultat auch den Weg frei für einen weiteren Entwicklungsschritt: Da die Schulgrenzen nun mit denjenigen der Politischen Gemeinden übereinstimmen, ist in Uster und in Greifensee das formelle Haupthindernis für die mögliche Bildung von Einheitsgemeinden aus dem Weg geräumt.