Politik

Energie aus Abfall

Fernwärme in Wetzikon soll auch für kleinere Abnehmer attraktiv werden

Die Fernwärme Wetzikon AG senkt die Tarife für kleinere Anschlüsse. Ein Anschluss lohnt sich trotzdem nicht für alle Liegenschaften.

Der Fernwärmeausbau in Wetzikon schreitet voran. Künftig sollen Anschlüsse auch für kleinere Abnehmer erschwinglich werden. (Symbolbild)

Foto: Moritz Hegglin

Fernwärme in Wetzikon soll auch für kleinere Abnehmer attraktiv werden

Energie aus Abfall

Die Fernwärme Wetzikon AG senkt die Tarife für kleinere Anschlüsse. Ein Anschluss lohnt sich trotzdem nicht für alle Liegenschaften.

Seit letztem Dezember wird das erste Haus in Wetzikon mit Fernwärme aus der Kehrichtverwertungsanlage Kezo in Hinwil beheizt. Bisher war ein Fermwärmeanschluss aber fast ausschliesslich für grössere Liegenschaften und Abnehmer attraktiv.

Nun hat der Verwaltungsrat der Fernwärme Wetzikon AG die Tarife angepasst und die jährlichen Grundpreise gesenkt. Damit will er Anschlüsse auch für kleinere Abnehmer attraktiv machen.

Zum Vergleich: Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 21’000 Kilowattstunden haben der Anschlussbeitrag bisher 13’540 und der jährliche Grundpreis 5061 Franken betragen. Die Wärme kostete zusätzlich 1050 Franken pro Jahr.

Der Anschlussbeitrag und die Wärmekosten bleiben auch mit der Preisanpassung gleich, der Grundpreis pro Jahr beträgt nun aber nur noch 2573 Franken – das sind 2488 Franken weniger pro Jahr.

Fernwärme verspricht stabile Preise

Der Grund für diese Preisanpassung ist der Ausstieg der Energie Zürichsee Linth AG aus dem Fernwärmeprojekt. Diese wollte ursprünglich eine Fernwärmeleitung bis nach Rapperswil bauen. Nun steht für die Fernwärme Wetzikon AG mehr Wärmeleistung aus der Kezo zur Verfügung.

«Mit den attraktiveren Preisen können künftig noch mehr Wetziker Liegenschaften mit klimaneutraler
regionaler Wärme versorgt werden», schreibt die Fernwärme Wetzikon AG in ihrer Mitteilung. Sie verspricht darin planbare stabile Preise, die nicht von Preisschwankungen auf den internationalen Energiemärkten abhängig sind.

Dies jedoch mit einer Einschränkung: Interessant ist Fernwärme primär für Gebäude in der Nähe der Hauptleitungen. Ansonsten müssten lange, kostspielige Erschliessungsleitungen erstellt werden.

Auch Kirche bezieht Fernwärme

Laut ihrer Mitteilung macht die Fernwärme Wetzikon AG grosse Fortschritte in der Erstellung des Versorgungsnetzes, beim Bau der beiden Energiezentralen und beim Anschluss von Gebäuden an die Fernwärme. Aktuell wird das Fernwärmenetz im Zentrum Oberwetzikon ausgebaut.

Inzwischen sind rund neun Kikometer des Netzes fertiggestellt, und weitere zehn Kilometer befinden sich im Bau. 14 Gebäude haben bereits einen Hausanschluss, und für mehr als 40 weitere sind die Anschlüsse im Bau oder in Planung. Das Ziel ist, diese bis im Herbst dieses Jahrs fertigzustellen. Auch die refomierte Kirche in Wetzikon bezieht künftig Fernwärme. (bes)

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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