SBB prüfen weiterhin Anlage auf Armee-Gelände in Hinwil
Ab 2050?
Die neue Serviceanlage für die Zürcher S-Bahnen kommt definitiv nach Schaffhausen. Parallel zum nun beschlossenen Projekt in Schaffhausen prüfen die SBB weiterhin eine Serviceanlage in Hinwil.
Bis anhin warten die SBB die S-Bahnzüge in Winterthur und Zürich. Doch diese Anlagen reichen nicht aus: Bis 2050 werden rund 30 bis 50 Prozent mehr Passagiere mit der S-Bahn unterwegs sein als heute.
Es wird aber nicht nur mehr Züge geben, die einzelnen Züge werden auch länger und brauchen deshalb grössere Hallen. Anfang der 2030er-Jahre nehmen die SBB 95 neue Doppelstockzüge in Betrieb, die 150 Meter lang sind. Das sind 50 Meter mehr als heute.
Die Standortsuche für neue Serviceanlagen gestaltet sich für die SBB jedoch schwierig. Die Pläne in Bubikon mussten nach Protesten aus der Bevölkerung beerdigt werden. Dort hätte die Serviceanlage auf der grünen Wiese gebaut werden sollen.
Auch in Schaffhausen gab es «anfänglich etwas Abneigung» für die Pläne, wie der städtische Finanzreferent Daniel Preisig (parteilos) vor den Medien einräumte. Jetzt sehe die Stadt Schaffhausen das Projekt aber als Chance, ein neues Stadtquartier zu bauen, auf einem Areal, das ohnehin schon versiegelt sei und schwach genutzt werde.
«Nicht lärmintensiv»
Für die SBB ist der Standort ideal, weil hier vier S-Bahnlinien durchfahren oder enden. Die Züge müssen also nicht leer durch den Kanton Zürich gefahren werden, wenn sie alle 30 Tage in die Werkstatt sollen. Und das Areal gehört bereits den SBB.
Geplant ist ein Gebäude von 220 Metern Länge mit drei Geleisen. «Die Arbeiten sind nicht lärmintensiv», betonte Stefan Holzinger, bei den SBB für die Entwicklung von Serviceanlagen zuständig, am Mittwoch vor den Medien. Es handle sich um technische Kontrollen und kleinere Reparaturen. Pro Tag würden sechs bis neun Züge gewartet. Mit der neuen Serviceanlage entstehen 60 neue Arbeitsplätze.
Anlage in Hinwil ist nicht vom Tisch
Parallel zum nun beschlossenen Projekt in Schaffhausen prüfen die SBB weiterhin eine Serviceanlage in Hinwil. Möglich wäre diese gemäss SBB auf dem Logistikareal der Armee.
«Wir prüfen derzeit mit der Armee, ob wir Serviceanlage und Armee-Logistik auf dem gleichen Areal unterbringen könnten», sagte Stefan Holzinger, bei den SBB für die Entwicklung von Serviceanlagen zuständig. Es sei das erste Mal, dass die SBB das so versuche.
Bereits unterzeichnet ist eine Absichtserklärung, in der SBB und Armee die Ziele und das gemeinsame Vorgehen festhielten. Abgeklärt wird derzeit, ob etwa Nutzflächen «gestapelt» werden könnten, also mehrgeschossig gearbeitet werden könnte.
Auch eine gemeinsame Nutzung von Flächen wird geprüft. Wann SBB und Armee entscheiden, ist noch offen. In Betrieb gehen würde die neue Anlage erst 2050. Hinwil ist, wie Schaffhausen auch, Endpunkt von S-Bahnlinien. Die Züge hätten deshalb nur einen kurzen Weg in die Serviceanlage.