Jetzt soll eine Einzelinitiative die Schule Unterbach retten
Gegen das Aus
Nach der Bekanntgabe der Schliessung des Schulhauses Unterbach wurden eine Petition, ein Rekurs und zuletzt eine Einzelinitiative eingereicht. Letztere fordert einen Volksentscheid über den Erhalt der Schule.
Ein sanierungsbedürftiges Schulhaus, eine Handvoll Kinder, knappe Finanzen und aufgebrachte Eltern: Die geplante Schliessung der Schule Unterbach per Ende Schuljahr 2025/2026 sorgt in der Hinwiler Aussenwacht weiterhin für Aufruhr. Kürzlich wurde eine Einzelinitiative zur Rettung der Schule eingereicht.
Der Konflikt im Überblick
Die Schulpflege Hinwil gab im Januar 2025 die Schliessung des Schulhauses Unterbach auf diesen Sommer bekannt. Der Entscheid fiel laut dieser wegen der hohen Sanierungskosten und der angespannten Finanzlage der Hinwiler Schulgemeinde.
Daraufhin regte sich starker Widerstand bei den Einwohnerinnen und Einwohnern aus dem Einzugsgebiet Unterbach. Kurzerhand wurde die Interessengemeinschaft (IG) Schule Unterbach ins Leben gerufen, wobei die IG eine Petition für den Erhalt der Schule einreichte.
Des Weiteren reichten zwei Privatpersonen einen Rekurs gegen die Schulschliessung ein und forderten eine Neubewertung der Situation unter Einbezug der Bevölkerung. Der Bezirksrat trat auf den Rekurs nicht ein – mit der Begründung, dass die Beschwerdeführer nicht ausreichend in ihren Rechten betroffen seien. Ein Weiterzug ist beim Verwaltungsgericht hängig.
Und jetzt folgt der nächste Schritt: Im Dezember wurde eine Einzelinitiative bei der Schulpflege eingereicht.
Einzelinitiative fordert Volksentscheid
110 stimmberechtigte Bürgerinnen und Bürger aus der Gemeinde Hinwil unterzeichneten das Anliegen. Ziel sei es, dass die Bevölkerung selbst entscheide, «ob die Schule Unterbach weitergeführt oder geschlossen wird», geht aus einer aktuellen Mitteilung der IG Schule Unterbach hervor.
Die Einzelinitiative fordert, dass das 170-jährige Schulhaus Unterbach weiterhin als Schulstandort betrieben wird. Sie richtet sich gegen die geplante Schliessung, die nach Ansicht der Initiantinnen und Initianten nicht nachvollziehbar ist, wie dem Initiativtext zu entnehmen ist.
Eine Schliessung würde aus Sicht der Initianten längere Schulwege, höhere Transportkosten und zusätzlichen Platzbedarf an anderen Schulen verursachen.
Ludescher verteidigt Schliessung
Der Hinwiler Schulpräsident Thomas Ludescher (parteilos) verteidigt den Beschluss der Schulpflege. Er betont, dass die Entscheidung von einer demokratisch gewählten Behörde getroffen wurde und dass gemäss Volksschulgesetz die Schulpflege über Organisation, Angebot und Zuteilung der Schülerinnen und Schüler befindet und nicht die Stimmbevölkerung. Die Schulpflege trage die Verantwortung zum Wohl der Gesamtschule.
Ausserdem ist die Schulpflege der Meinung, dass insbesondere aus wirtschaftlicher Sicht ein Weiterbetrieb des Schulhauses nicht vertretbar ist. Unterbach habe das kleinste Einzugsgebiet aller Aussenwacht-Schulhäuser, die Schülerzahlen seien niedrig und würden weiter sinken, ist die Schulpflege überzeugt. Hinzu kämen der grosse Sanierungsbedarf des Schulhauses, das mangelhafte Raumangebot und die hohen Personalkosten.
Wie geht es weiter?
Gegenwärtig wird geprüft, ob die Einzelinitiative gültig ist. Sollte die Schulpflege dies bestätigen, würde die Schliessung der Schule voraussichtlich um ein Jahr verschoben, erklärt Ludescher. «Die Schliessung des Schulhauses ist damit aber noch nicht verhindert», betont er.
Ist die Initiative gültig, entscheidet entweder die Schulgemeindeversammlung oder – nach dem 30. Juni – die Gemeindeversammlung darüber. Denn ab dem 1. Juli sind die Politische Gemeinde und die Schulgemeinde Hinwil eine Einheitsgemeinde. Ludescher weist zudem darauf hin, dass die Schulpflege den Stimmberechtigten einen Gegenvorschlag oder eine Abstimmungsempfehlung vorlegen könnte.
Parallel dazu läuft der Rechtsweg: Sollte das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich den Entscheid des Bezirksrats Hinwil bestätigen, könnten die beiden Beschwerdeführenden den Fall noch ans Bundesgericht weiterziehen. Daher ist weiterhin offen, wie es mit dem kleinen Schulhaus Unterbach letztlich weitergeht.