Senkung des Steuerfusses in Wildberg einstimmig angenommen
Es wird wohl niemanden überraschen: Die Wildbergerinnen und Wildberger haben die Steuersenkung angenommen. Es ging am Mittwochabend aber nicht nur um Zahlen, sondern auch um Güggel.
Über die 64 Stimmberechtigten, die an der Gemeindeversammlung in Wildberg teilnahmen, war Gemeindepräsident Dölf Conrad (SVP) sichtlich erfreut. «Schön, dass Sie so zahlreich erschienen sind», begrüsste er die Stimmberechtigten am Mittwochabend.
Das Interesse der Wildbergerinnen und Wildberger wird wohl niemanden überraschen, denn immerhin ging es um 3 Prozentpunkte. Um so viel wollte der Gemeinderat den Steuerfuss für das kommende Jahr senken, sodass er dann nur noch bei 100 Prozent liegt.
Doch erst mal zum Budget. Mit Einnahmen von rund 7,56 Millionen Franken und Ausgaben von knapp 7,72 Millionen Franken wird Wildberg im kommenden Jahr voraussichtlich ein Minus von 151’662 Franken aufweisen. Die Nettoinvestitionen belaufen sich auf 1,35 Millionen Franken.
Die Rechnungsprüfungskommission (RPK) unterstützte das vorgeschlagene Budget und auch die vom Gemeinderat beantragte Steuerfusssenkung. Die Wildbergerinnen und Wildberger hatten gegenüber den präsentierten Zahlen ebenfalls keine Einwände. Sie genehmigten das Budget und den neuen Steuerfuss einstimmig.
«Es handelt sich hierbei jedoch bloss um die Politische Gemeinde», betonte Conrad. Der Steuerfuss der Sekundarschulgemeinde ist dabei nicht inkludiert. Dieser wurde an der Versammlung in Turbenthal auf 24 Prozent festgesetzt. Somit beträgt der Gesamtsteuerfuss von Wildberg neu 124 Prozent.
Das Bild des Hühnerkünstlers
Diskussionen waren an dieser Gemeindeversammlung kein Thema. Trotzdem gab es ein Anliegen, für welches sich ein Stimmbürger starkmachte. «Beim Kindergarten hängt ein Bild von Charly Bühler, ein schönes Bild, das viel Freude bereiten sollte», begann der Votant seine Anfrage. Jedoch werde es von Brettern und Stangen verdeckt.
Dabei geht es um den Künstler, der keineswegs nur den Wildbergern ein Begriff ist. Der Tösstaler malt schon seit vielen Jahrzehnten und widmet sich die meiste Zeit einem ganz spezifischen Sujet: Güggeln.
Bühler ist für seine lebendigen Gemälde und Zeichnungen bekannt, in denen er diese Hühner und Hähne in einem ganz eigenen Stil porträtiert. Mal mit dem klassischen Gefieder, mal in menschenähnlichen Situationen, wie etwa am Tresen einer Cocktailbar.
«Es wäre schön, wenn wir eine Lösung finden würden, damit wir auch alle wieder Freude daran haben können», sagte der Votant. Die anwesende Schulpflege erklärte, dass der Eingang des Kindergartens verschoben worden sei, weswegen er nicht mehr so oft genutzt werde. «Wir werden es uns aber sicher anschauen.»
Fusionspläne auf Kurs
Am Ende der Gemeindeversammlung informierte Gemeindepräsident Conrad noch, wie es um die Pläne zur Fusion mit Pfäffikon steht. «Wir sind auf Kurs», betonte er. Im Januar 2026 werden fünf Arbeitsgruppen gebildet, bei denen jeweils Gemeinderäte involviert sind.
Diese Arbeitsgruppen werden sich mit verschiedenen Themen auseinandersetzen: Organisation, Schulen, Finanzen und Liegenschaften, Bau und Umwelt, Gemeindewerke. «Langweilig wird uns sicher nicht», witzelte Conrad. Sollte alles so laufen, wie es sich der Gemeinderat vorstellt, dann könnten ab dem 1. Januar 2028 Wildberg und Pfäffikon fusioniert sein.
Weitere Beschlüsse
Die Bauabrechnung für die Wasserleitung Bläsimühle–Steinlandstrasse wurde einstimmig genehmigt.
Die Bauabrechnung für die Vergrösserung der Frischwasserleitung Bläsimühle–Roxor wurde einstimmig genehmigt.
Im Anschluss an die Politische Gemeinde stellte die Reformierte Kirchgemeinde ihr Budget vor. Dieses wurde samt dem Steuerfuss von 14 Prozent wie im Vorjahr einstimmig genehmigt.