Zwei Brücken beschäftigen Seegräben 2026
Budget genehmigt
Eine Brücke wird saniert, eine soll gebaut werden: Die Seegräbner Gemeindeversammlung wurde über wichtige Bauvorhaben und deren Verzögerung informiert.
Wie schon in den Vorjahren haben das Budget und die Festsetzung des Steuerfusses in Seegräben keinen Anlass für Diskussionen gegeben. Am Dienstag genehmigten die 67 an der Gemeindeversammlung anwesenden Stimmberechtigten den Voranschlag für 2026 einstimmig. Dieser rechnet bei einem Aufwand von knapp 10,3 Millionen Franken mit einem Aufwandüberschuss von rund 260'000 Franken.
Trotz dem erwarteten kleinen Minus sprachen sich die Seegräbner ebenso einstimmig dafür aus, den Steuerfuss unverändert bei – verglichen mit den anderen Gemeinden im Bezirk Hinwil – tiefen 111 Prozent zu belassen.
Sanierungsbedürftige Strassenbrücke
Die grösste Investition, die im nächsten Jahr ansteht, ist die Sanierung der Brücke Gstalderstrasse, also die Verbindung von Aathal unten hoch in den Ortsteil Sack. 1,25 Millionen Franken sind für das Vorhaben eingesetzt, das eigentlich schon in diesem Jahr hätte angepackt werden sollen. Eine Untersuchung durch ein Ingenieurbüro hatte 2018 ergeben, dass die SBB-Überführung nach wie vor sicher ist, mittelfristig aber saniert werden sollte.
Wann denn die Arbeiten umgesetzt würden, wollte jemand in der Gemeindeversammlung wissen. Der genaue Zeitplan ist laut den Gemeindevertretern noch unklar, ist Seegräben doch auf ein Zeitfenster der SBB angewiesen. Dieses dürfte voraussichtlich im Herbst 2026 liegen.
Die Arbeiten werden voraussichtlich drei bis vier Monate dauern. Während dieser Phase müsse auf dieser Strecke mit Behinderungen gerechnet werden. Eine Komplettsperrung der Strasse, die viele Automobilisten als Ausweichroute durch den verstopften Wetziker Ortseingang nutzen, dürfte es aber nur während des Belagseinbaus geben.
Heimatschutz beurteilt Hängebrücke
Gemeindepräsident Marco Pezzatti (FDP) informierte die Versammlung auch noch über den Stand der geplanten grossen Fussgänger- und Velobrücke über das ganze Aatal. Nach einer ersten Verschiebung des eigentlich auf Ende dieses Jahrs vorgesehenen Abstimmungstermins, an dem über den Baukredit befunden worden wäre, kommt es nun nochmals zu einer Verzögerung.

So hat sich nun auch noch die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission eingeschaltet, die das Vorhaben beurteilen soll. Deren Gutachten nimmt noch drei bis vier Monate in Anspruch. Das heisst, dass der Kredit nun erst im November 2026 an die Urne kommen dürfte.
Keine Vereinbarung für Langzeitpflege
Die geplante Fussgänger- und Velobrücke würde ziemlich direkt zu den geplanten Alterswohnungen im Sack führen. Ein Seegräbner wollte in einer Anfrage vom Gemeinderat wissen, wie es eigentlich um die Unterbringung von pflegebedürftigen Einwohnern steht. Die Exekutive verweist auf genau dieses Projekt für altersdurchmischtes Wohnen im Sack. «Dieses schliesst aus Sicht des Gemeinderats eine Lücke im Wohnangebot der Gemeinde, um älteren Einwohnenden von Seegräben die Möglichkeit zu geben, länger im gewohnten Umfeld zu bleiben.» Im Januar 2026 wird der Spatenstich zu diesem Neubau erfolgen.

Dieses Angebot vermöge die Bedürfnisse für den letzten Lebensabschnitt, vor allem bezüglich Pflege, nicht abzudecken. So müssten Einwohner in einem Alters- und Pflegeheim ausserhalb der Gemeinde Wohnsitz nehmen. Auf den Abschluss einer Leistungsvereinbarung in der Langzeitpflege will der Gemeinderat verzichten. Eine solche koste nur, doch es bestehe letztlich keine Gewähr, dass ein Zimmer bezogen werden könne, wenn das Pflegezentrum voll belegt sei.
Ohnehin gelte die Devise, dass nach dem Grundsatz ambulant vor stationär ein möglichst langer Verbleib zu Hause ermöglicht werden solle. Die Spitex Bachtel AG baue ihre Dienstleistungsangebote laufend aus. Und mit dieser Organisation habe die Gemeinde eine Leistungsvereinbarung.
