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Zukunftstag 2025

«Eine kleine Gemeinschaft soll ihre eigenen Regeln aushandeln dürfen»

Seit 11 Jahren arbeitet Joachim Meissner (parteilos) als Vizepräsident in der Schulpflege Wetzikon. Die Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten haben ihm Fragen zu seiner Person und seinem Amt gestellt.

Joachim Meissner ist Schulleiter und arbeitet nebenbei noch als Schulpfleger.

Foto: Ivan Lardizzone

«Eine kleine Gemeinschaft soll ihre eigenen Regeln aushandeln dürfen»

Zukunftstag 2025

Seit 11 Jahren arbeitet Joachim Meissner (parteilos) als Vizepräsident in der Schulpflege Wetzikon. Die Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten haben ihm Fragen zu seiner Person und seinem Amt gestellt.

Autoren: Ivan Lardizzone, Alina Beeli, Nelio Mirra und Tim Bätschmann

Am Zukunftstag am vergangenen Donnerstag haben wir – Ivan, Alina, Nelio und Tim – uns zuerst mit Weggli, Schoggistängeli und Capri-Sonne gestärkt. Danach mussten wir herausfinden, was ein Schulpfleger überhaupt macht. Ein Schulpfleger entscheidet wichtige Dinge für die Schulen seiner Gemeinde. Er und seine Kollegen bestimmen zum Beispiel, wofür Geld ausgegeben wird. Und sie achten darauf, dass die Schule gut funktioniert.

Dann bereiteten wir unsere Fragen vor und gingen zur Schulverwaltung in Wetzikon, wo wir Joachim Meissner zu einem Interview trafen.

Können Sie uns etwas über sich erzählen? Wann sind Sie geboren, und wie alt sind Sie?

Joachim Meissner: Ich bin im Jahr 1963 geboren und damit 62 Jahre alt.

Haben Sie einen zweiten Namen?

Nein, einen zweiten Namen habe ich nicht.

Besitzen Sie Haustiere?

Früher hatten wir fünf bis zu vier Hunde, da unser Sohn Hundesport betrieben hat. Jetzt hat meine Tochter noch einen Hund. Und zwar einen Schulhund. Sie ist Lehrerin und kann diesen mit in ihre Klasse bringen. Zu Hause haben wir noch viele Tiere, darunter Meerschweinchen, Wachteln, Hühner und Hasen.

Wie viele Sprachen sprechen Sie?

Ich kann fünf Sprachen: Deutsch, Englisch, Norwegisch, Französisch und ein bisschen Italienisch.

Nun zu Ihrem Amt. Wieso wollten Sie Schulpfleger werden?

Ich wollte schon immer Lehrer werden und habe zuerst Mathematik studiert. Aber das war mir zu weit weg vom Alltag. Darum habe ich dann Wirtschaft studiert und war eine kurze Zeit Wirtschaftslehrer am Gymnasium. Als später eine Stelle in der Schulpflege frei wurde, dachte ich: Diese Gelegenheit packe ich.

Was ist das Schönste an Ihrem Amt?

Ich finde, die Schule soll den Kindern nicht nur Wissen beibringen, sondern auch, wie man gut mit anderen umgeht. Es ist schön zu sehen, wenn die Kinder dort Selbstvertrauen bekommen, lernen, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Und später den Mut haben, Neues auszuprobieren und so unsere Gesellschaft ein Stück weiterbringen.

Ist Ihr Amt als Schulpfleger anstrengend?

Als ich vor elf Jahren damit begonnen habe, war es schon recht anstrengend. Wir hatten damals viel mehr Aufgaben und waren oft in den Schulen unterwegs. Heute ist es einfacher. Wir kümmern uns vor allem um Dinge, bei denen es um viel Geld geht, zum Beispiel beim Bau eines neuen Schulhauses. Das Amt kann man gut neben einem anderen Beruf übernehmen. Der Präsident der Schulpflege hat allerdings mehr zu tun, und darum ist das Amt für ihn anstrengender.

Woher kommt das Geld, das Sie für neue Schulhäuser in Wetzikon verwenden?

Die Gemeinde Wetzikon gibt nicht nur Geld für neue Schulhäuser aus, sondern zum Beispiel auch für Spielplätze. Das Geld kommt von allen Erwachsenen, die hier in der Stadt wohnen. Sie bezahlen Steuern. Deshalb müssen wir sehr vorsichtig mit diesem Geld umgehen und gut überlegen, wofür wir es ausgeben.

Manche Kinder dürfen in der Schule Kaugummi kauen, andere nicht. Warum haben nicht alle Schulen die gleichen Regeln?

Das liegt daran, dass nicht alles überall gleich vorgeschrieben ist. Einige Dinge, wie die Anzahl Lektionen oder welche Fächer unterrichtet werden, stehen im Lehrplan und sind für alle Schulen gleich. Bei anderen Regeln, zum Beispiel beim Kaugummikauen, finde ich es wichtig, dass jede Schule oder sogar jede Klasse selbst entscheiden kann.

Warum finden Sie das wichtig?

Eine kleine Gemeinschaft soll ihre eigenen Regeln aushandeln dürfen. Und die Schülerinnen und Schüler können bei solchen Regeln auch mitbestimmen, zum Beispiel im Klassenrat. Deshalb bin ich kein Fan von unendlich vielen Regeln.

Was würden Sie tun, wenn Sie unendlich viel Geld hätten?

Das ist jetzt aber noch eine schwierige Frage. Unendlich viel Geld brauche ich nicht, das ist das Gleiche wie mit den Regeln. Aber wenn ich es hätte, dann würde ich es mit meinen Mitmenschen teilen.

Wie sieht Ihre Traumschule aus?

Meine Traumschule ist eine Schule, wo alle gerne hingehen, sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrpersonen. Wenn wir lernen wollen, müssen wir uns wohlfühlen, und es muss uns gut gehen, damit das Lernen klappt.

Bald ist Mittagszeit. Was ist Ihr Lieblingsessen?

Mein Lieblingsessen ist Rahmgeschnetzeltes. Nein, Rahm…. Rahm… Wie heisst das jetzt schon wieder? Egal. Ah ja, jetzt weiss ich wieder: Rahmschnitzel. Am besten mit Nudeln.

Zukunftstag 2025

Das Gespräch mit Joachim Meissner und der daraus entstandene Artikel waren Teil des Zukunftstags der Zürcher Oberland Medien. In Begleitung von erfahrenen Redaktorinnen und Redaktoren konnten die Kinder Redaktionsluft schnuppern, Gespräche mit echten Politikern führen und ihre Erkenntnisse zu Papier bringen.

Lesen Sie hier die beiden weiteren Artikel, die am Zukunftstag entstanden sind, sowie den Artikel zum Zukunftstag selbst. In einer weiteren Gruppe ist ausserdem ein Video zu einer Strassenumfrage entstanden, das Sie auf unseren Social-Media-Kanälen finden.

Artikel zum Gespräch mit Simon Mösch, Gemeindepräsident aus Wila

Artikel zum Gespräch mit Philip Hirsiger, Gemeindepräsident aus Russikon

Das sind unsere Nachwuchsredaktorinnen und -redaktoren am Zukunftstag 2025

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