Veloweg durchs Gossauer Riet sorgt für Fragen bei Kantonsräten
Ein überparteiliches Team um SVP-Kantonsrat Daniel Wäfler aus Gossau wollte vom Regierungsrat wissen, wie der geplante Veloweg im Gossauer Riet Kulturland, Landwirtschaft und Ökologie beeinflusst. Nun liegt die Antwort vor.
Zwischen Gossau und Mönchaltorf soll neben der Tempo-80-Strecke ein Veloweg entstehen – nicht zur Freude aller. Denn gemäss aktueller Planung müssten dafür wichtige Flächen des Gossauer Riets genutzt werden, welches rund 400 Hektaren Kulturland umfasst.
Zuletzt hatte sich Landwirt Alfred Wild zu Wort gemeldet. Er stellt den geplanten Veloweg infrage, müssten für diesen doch 33 seiner geliebten Apfelbäume weichen.
Am 7. Juli 2025 reichte Kantonsrat Daniel Wäfler (SVP) aus Gossau gemeinsam mit Mitunterzeichnenden aus verschiedenen Parteien eine Anfrage ein. Die Fragesteller wollten im Rahmen der Anfrage vom Regierungsrat wissen, ob der Veloweg in eine Gesamtplanung mit ökologischen Massnahmen eingebettet werde, wie viel Kulturland verloren ginge und ob Alternativen geprüft würden.
Unklare Nutzungszahlen
In seiner Antwort von Ende September betont der Regierungsrat, dass die Projektierung des Velowegs in die Gesamtplanung von ökologischen Massnahmen einbezogen werde. Dies geschieht durch das Amt für Landschaft und Natur (ALN) sowie das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel).
Laut Vorstudie beansprucht der Weg in der Landwirtschaftszone rund 6800 Quadratmeter und in Bau- und Reservezonen weitere 1000 Quadratmeter. Da sich das Projekt in einem frühen Stadium befindet, könnten sich diese Flächen jedoch noch verändern. Falls Fruchtfolgeflächen beansprucht würden, sollen diese mit gleichwertigen Flächen kompensiert respektive ausgeglichen werden.
Weiter wollten die Anfragesteller wissen, wie viele Velofahrer die Strecke in den letzten fünf Jahren konkret nutzten. Dazu erklärte der Regierungsrat, dass bisher keine Zählstellen für den Veloverkehr existieren. Wegen fehlender Infrastruktur sei die Frequenz gering.
Erfahrungsgemäss vervielfache sich die Nutzung jedoch, sobald eine sichere Verbindung geschaffen werde. «Die kantonalen Planungen erfolgen nicht für den Verkehr von gestern, sondern für die Mobilität von morgen», schreibt der Regierungsrat in der Antwort.
Alternativen zur aktuell geplanten Wegführung des Velowegs, wie bestehende Flurwege, seien bereits in der Vorstudie geprüft worden und würden weiter vertieft untersucht. Eine Übernahme von Flurwegen durch den Kanton sei Teil der laufenden Diskussionen.
