Rad-WM 2024 begleicht Forderungen – Maur bleibt aussen vor
Defizit von 4,5 Millionen Franken
Die Organisatoren unterschätzten die finanziellen Risiken des Megaevents. Mit zusätzlicher Unterstützung konnten nun die meisten Rechnungen beglichen werden.
Der Verein Rad-WM 2024 hat sämtliche verbliebenen und unbestrittenen Gläubigerforderungen beglichen. Ermöglicht wurde dies durch den vom Gemeinderat der Stadt Zürich genehmigten Zusatzkredit sowie bereits gesprochene Beiträge des Kantons und weiterer Partner. Damit ist die Sanierung gelungen und die Voraussetzung für die solvente Liquidation des Vereins erfüllt, wie der Verein am Dienstag in einer Mitteilung schreibt.
Die Durchführung der Rad-WM 2024 mit 1,2 Millionen Besuchern führte zu einem Defizit von rund 4,5 Millionen Franken. Grund für das grosse Finanzloch waren ein zu optimistisches Budget mit zu wenigen Reserven sowie das Verfehlen der Sponsoringziele. Dazu kamen Ereignisse am Anlass selber wie ein Stromausfall und schlechtes Wetter.
Nachträgliche Unterstützung
Um die verbliebenen Forderungen zu begleichen, beantragten die Organisatoren im Frühjahr 2025 zusätzliche Unterstützung der öffentlichen Hand. Der Regierungsrat verzichtete aufgrund der «offensichtlichen Unerhältlichkeit» auf die Rückzahlung der 2 Millionen Franken aus dem kantonalen Sportfonds.
Auch die Stadt Zürich half, den Verein zu sanieren. Sie verzichtete auf die Rückforderung eines 2-Millionen-Überbrückungskredits und übernahm eine Defizitgarantie von 950’000 Franken sowie nicht verrechnete Eigenleistungen und Gebühren über 700’000 Franken. Dadurch konnten alle offenen und unbestrittenen Forderungen beglichen werden.
Nicht alle Gemeinden verzichteten auf Forderungen
Von den 32 Gemeinden, die sich am Grossanlass beteiligten, reichten ursprünglich sieben Rechnungen ein. Die Forderungen bewegten sich im fünfstelligen Bereich. Die meisten Gemeinden haben inzwischen auf ihre Forderungen verzichtet.
Nicht aber Erlenbach und Maur: Die beiden Gemeinden kämpfen bis heute um die Erstattung ihrer Rechnungen. Diese belaufen sich auf insgesamt 84’000 Franken. Vom Zürcher Stadtrat hiess es im März, dass dafür keine Rechtsgrundlage bestehe. Die Forderungen wurden deshalb bestritten. In Maur wird der Gemeinderat in den nächsten Wochen erneut entscheiden, ob die Forderungen weiterverfolgt oder fallen gelassen werden.
