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Annäherungsversuch in Illnau-Effretikon

Rimoldi will der FDP beitreten – und Präsident werden

Während der Pandemie trat Nicolas Rimoldi aus der FDP aus und gründete Mass-Voll. Jetzt will er zurück zu den Freisinnigen. Das sind die Gründe für den Sinneswandel.

«Der verlorene Sohn kehrt heim», behauptet Nicolas Rimoldi. Ob das die FDP Illnau-Effretikon auch so sieht? (Archiv)

Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Rimoldi will der FDP beitreten – und Präsident werden

Während der Pandemie trat Nicolas Rimoldi aus der FDP aus und gründete Mass-Voll. Jetzt will er zurück zu den Freisinnigen. Das sind die Gründe für den Sinneswandel.

Nicolas Rimoldi, Gründer und Präsident von Mass-Voll, will zurück zur FDP. Und im September sogar für das Präsidium der FDP Schweiz kandidieren. Dafür muss er jedoch erst wieder der Partei beitreten. Da er inzwischen in Illnau-Effretikon wohnt, kommt dafür nur die dortige Ortspartei infrage. Dies berichtet die NZZ.

Der 30-Jährige hat sich seit der Pandemie einen Namen gemacht: als Corona-Skeptiker, Massnahmenkritiker und Sympathisant von rechtsextremem Gedankengut. Bis 2021 war er noch Teil der Freisinnig-Demokratischen Partei in Luzern und hatte als nationaler Delegierter fungiert.

Doch Rimoldi und die Freisinnigen teilten nicht dieselben Meinungen bezüglich der Massnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus. Während die FDP die Ausweitung der Covid-Zertifikatspflicht beispielsweise in Restaurants oder Kinos unterstützte, widersetzte sich Rimoldi diesen Massnahmen. Er kritisierte, dass die FDP keine liberale Partei mehr sei, behauptete sogar, dass es sich dabei um ein Bekenntnis der FDP zum Faschismus handle. So trat er aus der Partei aus und legte sein Amt ab – und gründete Mass-Voll.

Freisinn habe den Kurs verloren

Doch jetzt will er wieder zur Partei zurück, der er erstmals im Alter von 18 Jahren beigetreten war. Der NZZ gegenüber erzählt Rimoldi, wieso: Die Partei liege ihm am Herzen, doch sie habe ihren freiheitlichen Kurs verloren. Das will der Corona-Skeptiker ändern. «Geht es so weiter, versinkt die einst staatstragende Partei in der Bedeutungslosigkeit – und das wäre schade», zitiert ihn die NZZ.

Ausserdem wolle er über die sozialen Medien mehr junge Menschen erreichen: Erfahrungen, die er aus seiner Tätigkeit bei Mass-Voll mitbringen könnte – diese Bewegung soll weiterbestehen.

Der Wiedereintritt in die FDP ist nur der erste Teil von Rimoldis ehrgeizigem neustem Politplan. Er will sogleich Nachfolger des zurücktretenden Thierry Burkart werden. Der Aargauer Ständerat ist seit vier Jahren Präsident der FDP Schweiz und tritt im Oktober zurück. Damit Rimoldi jedoch überhaupt als nationaler Parteipräsident kandidieren darf, muss er in der Partei seines Wohnorts aufgenommen werden.

Doch auch wenn der Mass-Voll-Präsident in seine Wunschpartei aufgenommen würde, ist es für seine Kandidatur als FDP-Schweiz-Präsident zu spät. Die Bewerbungsfrist für die Kandidatur läuft am 20. August ab. Anfang September werden die Anhörungen und Prüfungen der Kandidatinnen und Kandidaten abgehalten. Rimoldis Aufnahme in die FDP Illnau-Effretikon wird vom Vorstand der Ortspartei jedoch erst an der nächsten Sitzung am 3. September diskutiert.

Gegenüber der NZZ hofft er, dass die Partei das Verfahren beschleunigt, und bemängelt die langsame Herangehensweise der FDP. Bei Mass-Voll wäre ein solcher Entscheid bereits in Minuten via Vorstands-Chat gefällt worden, so Rimoldi.

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