Rapperswil-Jona plant einen Ersatzneubau des Holzstegs
Im letzten Jahr investierte die Stadt Rapperswil-Jona einen sechsstelligen Betrag in den Unterhalt des pilzbefallenen Holzstegs. Nun ist sogar ein Ersatzneubau budgetiert.
Autoren: Fabio Wyss und Alec Nedic
Bald steht der Holzsteg von Rapperswil-Jona seit einem Vierteljahrhundert in seiner heutigen Form. Im nächsten April ist es so weit. Dann feiert die längste Holzbrücke des Landes, die 841 Meter misst, ihren 25. Geburtstag. Statt des Jubiläums beschäftigt die Stadt aber eine ganz andere Frage: Wie lange hält das Wahrzeichen überhaupt noch?
Denn der Eichenwirrling, ein Pilz, zerstört das vermeintlich langlebige Eichenholz. Das schwächt die 233 Eichenpfähle. Die Stadt Rapperswil-Jona geht davon aus, dass sie alle vom Pilz befallen sind – aber in unterschiedlich starkem Ausmass.

Bemühungen der Stadt, die Ausbreitung des schädlichen Pilzes auf dem rund drei Millionen teuren Bau einzudämmen, scheiterten. Beispielsweise wurden die Holzpfähle mehrere Jahre lang mit einer Konzentration von Trichodermasporen – einem Schimmelpilz – biologisch imprägniert. Die Sporen sollen das Wachstum anderer, schädlicher Pilze wie dem Eichenwirrling hemmen. Doch die Rettungsversuche erzielten nicht die gewünschte Wirkung.
Kosten werden mit Freienbach geteilt
So erreicht der Steg nur mit Intensivbehandlung die prognostizierte Lebensdauer von 50 bis 70 Jahren – wenn überhaupt. «Die notwendigen Unterhaltsarbeiten sind in den letzten Jahren stetig angestiegen», sagt der städtische Kommunikationschef Daniel Keller auf Anfrage der «Linth-Zeitung».
Das heisst: Im letzten Jahr investierte die Stadt rund 200’000 Franken in den Unterhalt. «Das Geld musste beispielsweise für den Unterhalt der Lamellen des Gehwegs oder die Verstärkung der Pfähle eingesetzt werden», erklärt Keller. Immerhin: Auf den Unterhaltskosten bleibt die Stadt Rapperswil-Jona nicht allein sitzen. Die Gemeinde Freienbach beteiligt sich ebenfalls.
Holzsteg ist sicher – ausser der «Göttersitz»
Zur Überwachung des Pilzbefalls führt der Werkdienst der Stadt Rapperswil-Jona jedes Jahr Bohrwiderstandsmessungen durch. Ein externes Ingenieurbüro überprüft anhand der Messungen die Tragfähigkeit der Pfähle und der Lamellen der Lauffläche. Sind diese instabil, reagiert die Stadt mit Sofortmassnahmen und lässt beispielsweise befallene Holzteile des Stegs auswechseln.

«So kann sowohl die Sicherheit als auch der Erhalt des Holzstegs kurz- bis mittelfristig gewährleistet werden», sagt Keller, Leiter der Fachstelle Kommunikation. Gesperrt bleibe hingegen der sogenannte «Göttersitz». Seit über drei Jahren ist die Aussichtsplattform am südlichen Ende des Stegs aus Sicherheitsgründen nicht mehr zugänglich.
Sanierung oder Abriss?
Weiter heisst es von der städtischen Kommunikationsstelle: «Über die langfristige Zukunft des Holzstegs kann zum jetzigen Zeitpunkt noch keine fundierte Aussage getroffen werden.» Dabei wollte die Stadt offenbar letzten Herbst einen Entscheid über das weitere Vorgehen treffen. Das hiess es zumindest vor einem Jahr noch im «St. Galler Tagblatt».
Grund für den Entscheid ist eine 2022 in Auftrag gegebene Studie, die aufzeigen soll, ob und wie der Steg saniert oder ersetzt werden kann. «Im Zusammenhang mit der Machbarkeitsstudie werden derzeit verschiedene Optionen und Varianten geprüft. Dabei sind sowohl die beteiligten Gemeinden Rapperswil-Jona und Freienbach als auch entsprechende Fachpersonen involviert», sagt Keller.
Ersatzneubau für den Holzsteg in Aussicht
Über das weitere Vorgehen würden die Gemeinden zu gegebener Zeit informieren. Doch schon in der Vergangenheit liessen Fachleute der Stadt verlauten, dass ein Neubau nicht unbedingt teurer sei als eine Sanierung. Als der Steg 2001 errichtet wurde, deckten mehrheitlich private Spenden das Vorhaben.
Erste Hinweise zum Schicksal des Wahrzeichens finden sich aber bereits im Budget 2025 der Stadt Rapperswil-Jona. Für die Jahre 2028 und 2029 budgetiert die Stadt unter dem Titel «Ersatzneubau Holzsteg Rapperswil–Hurden» knapp eine Million Franken für einen Wettbewerb und eine Projektierung. Weiter in die Zukunft reicht das Budget nicht.
