Politik

Probleme in der Katholischen Kirche

Problem-Kirchgemeinde Zell kann nicht mit Turbenthal fusionieren

Die Kirchgemeinde Turbenthal sagt Nein zur Fusion mit Zell. Dort bleibt die katholische Kirchenpflege vakant – Lösungen werden nun dringend gesucht.

Der Haussegen in der Katholischen Kirchgemeinde Zell – hier die Pfarrkirche in Kollbrunn – hängt seit Jahren schief. Nun platzte auch eine geplante Fusion.

Foto: Bettina Schnider

Problem-Kirchgemeinde Zell kann nicht mit Turbenthal fusionieren

Die Kirchgemeinde Turbenthal sagt Nein zur Fusion mit Zell. Dort bleibt die Katholische Kirchenpflege unterbesetzt – Lösungen werden nun dringend gesucht.

Seit über zwei Jahren hat die Katholische Kirchgemeinde Zell keine beschlussfähige Kirchenpflege mehr. Sie wird durch einen externen Sachwalter geführt, und das nicht zum ersten Mal.

Die Kantonalkirche brachte deshalb den Vorschlag, dass die Kirchgemeinde Zell mit Turbenthal fusionieren könnte. Die Abstimmungen für Verhandlungen wurden in beiden Kirchgemeinden angenommen. Doch zur Umsetzung der Idee kommt es nicht.

An der Gemeindeversammlung am Sonntag, 22. Juni, haben die stimmberechtigten Katholikinnen und Katholiken aus Turbenthal, Wila und Wildberg den Fusionsvertrag mit 21 zu 15 Stimmen abgelehnt. Die Abstimmung wurde geheim durchgeführt. «Es gab keine hitzigen Diskussionen, und man hatte den Eindruck, dass sich die Mehrheit der Anwesenden bereits vorgängig eine Meinung gebildet hatte», teilt die Kirchenpflege mit.

In vorgängigen Gesprächen habe sich gezeigt, dass viele Kirchenmitglieder keine finanziellen oder verwaltungstechnischen Gründe für eine Fusion gesehen hätten. «Natürlich ist es aus Sicht der Steuerungsgruppe aufgrund der investierten Arbeit etwas enttäuschend, jedoch akzeptieren wir den demokratischen Entscheid», heisst es weiter in der Mitteilung.

Zell muss Lösungen finden

Die Kirchgemeinde Turbenthal bleibt damit eigenständig. Daran ändert auch nichts, dass die Stimmberechtigten der Kirchgemeinde Zell dem Fusionsvertrag an ihrer Versammlung vom Mittwochabend zugestimmt haben. Denn für eine Fusion wäre die Zustimmung beider Gemeinden nötig gewesen.

Die Kirchgemeinde Zell, zu der auch noch die Katholikinnen und Katholiken aus Schlatt gehören, steht damit weiterhin ohne funktionsfähige Kirchenpflege da. Hinzu kommt, dass das Gebiet der Gemeinde seit Anfang Jahr kleiner ist. Kyburg und Weisslingen gehören seither nämlich zur Kirchgemeinde von Illnau-Effretikon.

Kann Zell als eigenständige Kirchgemeinde überhaupt bestehen? Laut Sachwalter Peter Brunner sind Gespräche mit der Leitung der Kantonalkirche geplant, um Lösungen zu finden. «Im Moment ist noch gar nichts entschieden», schreibt Brunner. «Und es zeichnet sich auch noch keine Tendenz ab, in welche Richtung wir mit der Kirchgemeinde Zell steuern – eigenständig oder mit einem Kirchgemeindepartner.»

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.