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Gesellschaft

Smart-City-Strategie

Mobile Wertstoffsammelstelle wird rege und diszipliniert genutzt

Altglas, Weissblech und Alu können seit einem Jahr turnusmässig auch in den Aussenquartieren von Illnau-Effretikon entsorgt werden. Das Echo ist positiv. Nun wird geprüft, ob weitere Wertstoffe dazukommen sollen.

Die mobile Sammelstelle steht den Anwohnenden für jeweils drei Tage zur Verfügung – wie hier in Oberillnau an der Alpenstrasse. Anschliessend zieht sie einen Stellplatz weiter.

Foto: Simon Grässle

Mobile Wertstoffsammelstelle wird rege und diszipliniert genutzt

Smart-City-Strategie

Altglas, Weissblech und Alu können seit einem Jahr turnusmässig auch in den Aussenquartieren von Illnau-Effretikon entsorgt werden. Das Echo ist positiv. Nun wird geprüft, ob weitere Wertstoffe dazukommen.

Seit einem Jahr zirkuliert auf dem Gemeindegebiet von Illnau-Effretikon eine mobile Wertstoffsammelstelle. Entsorgt werden können Altglas, Weissblech und Alu. Die Idee eingebracht hatten Mitarbeitende des Unterhaltsbetriebs sowie des Bereichs Entsorgung. Der Stadtrat integrierte ihr Konzept in seine Smart City-Strategie.

«Wir denken, dass wir damit der Bevölkerung in den verschiedenen Ortsteilen einen echten Mehrwert bieten können», sagte Reto Loosli, Leiter Entsorgung, damals. «Wie gross der Nutzen und die Praktikabilität tatsächlich sind, gilt es nun im Alltag auszutesten.»

Ein Jahr später zeigt sich Loosli äusserst zufrieden. «Das Echo aus der Bevölkerung ist durchweg positiv», sagt er. Was ihn besonders freue, sei die Disziplin der Nutzenden. «Weissglas landet bei Weissglas, Grünglas bei Grünglas und es wird auch nichts wild deponiert.» Auch Lärmklagen seien kein Thema. Entsorgt werden darf zwischen 7 bis 20 Uhr.

Die mobile Sammelstelle wird jeweils für drei Tage in einem Aussenquartier platziert. Anschliessend werden die Sammelbehälter in der Hauptsammelstelle in Effretikon geleert, und der Lastenanhänger wird an den nächsten der insgesamt elf Standplätze verschoben.

Behälter nie überfüllt

«Das Konzept mit den Palettenboxen funktioniert exakt so, wie wir uns das vorgestellt haben», sagt Loosli. Die Behälter seien dank der guten Planung nie überfüllt. «Es kommt daher auch nicht vor, dass die Leute ihr Entsorgungsgut neben dem Anhänger platzieren müssen, was von der Nachbarschaft garantiert nicht goutiert würde.»

Einen Aufreger habe es trotzdem gegeben, räumt der städtische Entsorgungschef mit einem Schmunzeln ein. «Als einer unserer Mitarbeiter den Anhänger einmal versehentlich in der falschen Aussenwacht platziert hat, habe ich prompt mehre Anrufe erhalten. Das zeigt doch, dass das Angebot geschätzt wird».

Seit Start im Februar 2025 bis Ende Jahr wurden knapp 4,5 Tonnen Glas sowie 350 Kilo Aluminium «mobil» eingesammelt, hat Loosli überschlagen. Die Frage, ob das nun viel oder wenig sei, sei schwer zu beantworten. «Die Zahlen entsprechen in etwa einem Fünftel von dem, was beispielsweise in Ottikon mit seinen knapp 500 Einwohnern pro Jahr stationär gesammelt wird.» Das mobile Angebot soll die insgesamt sieben stationären Sammelstellen gemeindeweit vor allem ergänzen – gerade auch in den Aussenwachten.

Am Konzept des Anhängers will die Stadt laut Loosli festhalten. Was aber aktuell geprüft wird, ist eine Ausweitung des Sammelgutes beispielsweise auf Batterien, Kork oder Altpapier. Letzteres wird in Illnau-Effretikon seit diesem Jahr nur noch zweimonatlich von den Vereinen eingesammelt; ab 2028 soll die Altpapiersammlung professionalisiert werden. Eine Ausweitung auf Karton oder PET hingegen sei kein Thema. «Die dort anfallende Volumen würden die Kapazität des Anhängers garantiert sprengen.»

Neuer Standplatz in Ettenhusen gesucht

Einen Wermutstropfen gibt es aber trotzdem zu vermelden. So musste der Standort in Ettenhausen im letzten Herbst aufgegeben werden. Nicht etwa wegen fehlender Kundschaft, wie Loosli betont: «Die Wiese, die uns dort zur Verfügung stand, hat sich leider nicht bewährt. Bei Regen und Schnee war sie jeweils sehr matschig.»

Dass der Leiter Entsorgung auf eine Alternative hofft, davon zeugt der gedruckte Abfallkalender 2026: Dort sind nämlich die potentiellen Termine in Ettenhausen vermerkt – mit dem Aufruf, sich bei der Stadt zu melden, falls man einen geeigneten Stellplatz besitzt.

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