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Geschichten, die in Erinnerung bleiben

Pointen mit Tiefe: Die verborgene Kunst des Schreibens

Diese Geschichten, Reportagen, Portraits, Geschehnisse und Schicksale haben unsere Redaktorinnen und Redaktoren dieses Jahr nachhaltig geprägt. Heute: Das Interview mit Franz Hohler.

Mehr als nur Wortspiele: Franz Hohlers Erzählungen zeugen von Tiefgang.

Foto: Privat

Pointen mit Tiefe: Die verborgene Kunst des Schreibens

Diese Geschichten, Reportagen, Porträts, Geschehnisse und Schicksale haben unsere Redaktorinnen und Redaktoren dieses Jahr nachhaltig geprägt. Heute: Das Interview mit Franz Hohler.

Das Jahr 2025 nähert sich dem Ende. Auch in diesem Jahr blickt die Redaktion auf die spannendsten Momente, packendsten Geschichten und interessantesten Menschen zurück. In persönlichen Einblicken erzählen Redaktorinnen und Redaktoren von ihren High- und Lowlights. (zo)

Als Journalistinnen und Journalisten beschäftigen wir uns tagtäglich mit Wörtern und deren Bedeutung. Manchmal kann ein einziges Wort einen Satz oder sogar einen ganzen Text komplett verändern. Es kommt auf jede noch so kleine Feinheit an.

Einer, der sich Zeit seines Lebens mit dem feinen Sinn für Wortspiele auseinandersetzt, ist Franz Hohler. Als Schriftsteller, Kabarettist und Liedermacher prägt er seit Jahrzehnten die Schweizer Kulturszene. Seine Art, die kleinen Dinge im Alltag zu beschreiben und weiter zu «fabulieren», ist grosse Erzählkunst.

Deshalb war es eine besondere Ehre für mich, ein Telefoninterview mit ihm zu führen. Da er im November eine Lesung in Bauma hielt, verfasste ich im Vorfeld ein Hintergrundinterview. Für mich war es ein Genuss, Franz Hohler zuzuhören. Wie jeder bedächtig ausgesprochene Satz über eine unglaubliche Tiefe verfügte, beeindruckte mich nachhaltig.

Als ob er es geahnt hätte …

Besonders überrascht hat mich, wie aktuell viele seiner frühen Werke noch – oder wieder – sind. «Der rote Knopf» zum Beispiel. In dieser Geschichte geht die Welt durch den irrtümlichen Druck auf einen roten Knopf zugrunde. Im übertragenen Sinne geht es um den Umgang mit Macht und Verantwortung. Und um die Frage, was geschieht, wenn jemand die Möglichkeit hat, etwas zu zerstören.

«Es ist eine uralte, sich wiederholende Geschichte», erzählte mir Hohler im Interview. «Tatsächlich sind wir in einer Zeit, in der man von einem Atomkrieg spricht.» Ich finde es faszinierend, wie viel Wahrheit, Geschichte und Pointe in einem Text verpackt sein können. Und wie wichtig es auch in der Zeit von KI ist, dass sich ein Mensch mit Herz und Seele um einen Text «kümmert».

Persönliche Kindheitserinnerungen

Ein weiterer Grund, weshalb ich mich so über das Gespräch freute, hat mit Kindheitserinnerungen zu tun: Ich bin mit der Kindersendung «Spielhaus» vom Schweizer Fernsehen aufgewachsen. Die Auftritte von Franz Hohler und René «I säge nüt» Quellet haben noch heute Kultstatus. Zu dieser Kindersendung gehörten Lieder, Geschichten, Basteln und Zeichnen. Auch ich war eines der zig-Kinder, das eine krakelige Zeichnung einschickte und gespannt vor dem TV mitfieberte, ob das Kunstwerk in der Sendung gezeigt würde.

P.S. Ja! Meine Zeichnung wurde damals tatsächlich gezeigt …

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