«Fertig ist ein Text erst, wenn ich das Gefühl habe, jedes Wort persönlich zu kennen»
Auch mit 82 Jahren hat er noch einen wachen Blick auf beunruhigende Details: Franz Hohler hat die Schweizer Kulturszene geprägt – und das macht er noch heute. Zum Beispiel in Bauma.
Wer erinnert sich noch an das «Totemügerli»? Den «roten Knopf», den «Weltuntergang»? Oder ist vielleicht, wie die Autorin selbst, mit der Kindersendung «Spielhaus» vom Schweizer Fernsehen aufgewachsen? Die legendären Auftritte von Franz Hohler und René («I säge nüt») Quellet bleiben unvergesslich.
Der Bieler Schriftsteller, Kabarettist und Liedermacher Franz Hohler hat die Schweizer Kulturszene geprägt mit seinem feinen Sinn für Wortspiele. Auch mit 82 Jahren ist er noch nicht müde. Aktuell ist er mit einer Lesung auf Tour. Das Programm heisst «Franz Hohler spaziert durch sein Gesamtwerk».
Herr Hohler, wie wählen Sie die Stationen auf Ihrem «Spaziergang» aus?
Franz Hohler: Es ist ein Gang durch ältere und neuere Texte von mir. Wenn man so will, auch ein Gang durchs Leben und durch unsere Zeit. Ich habe bewusst Werke ausgewählt, die entweder zeitlos sind wie etwa der Klassiker «Es bärndütsches Gschichtli». Oder Werke, die auch heute noch aktuell sind, manche sogar aktueller denn je. Der «Weltuntergang», eine Ballade aus dem Jahr 1973, ist das beste Beispiel dafür. Ebenso werde ich Texte aus jüngeren Büchern mitnehmen – teilweise auch unveröffentlichte.

