Eins, zwei und … drei – Fruchtfolge ist keine Zauberei
Gartenserie Teil 3
Nur ein Beet bedeutet nicht, dass man nur eine Ernte einfahren kann. Jetzt im Mai wechseln wir von der Vorkultur auf die Hauptkultur – und das Jahr ist noch lange nicht zu Ende. Drei Beispiele für jeweils drei Kulturen.
Die Harten aus Folge 1 sind aus dem Garten, jetzt gibts Platz für den nächsten Schub. Nachdem wir also die Radiesli und den Spinat – die sogenannte Vorkultur – bereits geerntet haben oder am Ernten sind, beschäftigen wir uns schon mit dem nächsten Gemüse: der sogenannten Hauptkultur.
Am sinnvollsten ist es natürlich, wenn die freien Beetflächen nicht zu lange frei bleiben. Denn liegt der Boden nie brach, werden fortlaufend Nährstoffe genutzt. Das hält den Boden aktiv und fruchtbar, und zudem wird das Unkraut unterdrückt. Deshalb machen wir hier drei einfache Beispiele, wie man ein Beet ein ganzes Jahr lang besetzt halten kann – und dabei durch die Kombination der Gemüse auch dem Boden und den Kulturen selbst etwas Gutes tut.

Das Musterbeispiel für Bescheidene
Vorkultur (März bis Mai)
Reihe 1: Radiesli
Reihe 2: Rüebli
Reihe 3: Zwiebeln
Hauptkultur (Mai bis September)
Reihe 1: Pflücksalat
Reihe 2: Rüebli
Reihe 3: Zwiebeln
Nachkultur (September bis März)
Reihe 1: Nüsslisalat
Reihe 2: Rüebli (können über Winter im Beet bleiben)
Reihe 3: Knoblauch
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Die Rüebli und die Zwiebeln unterstützen sich in dieser Beetpartnerschaft. Sie sind nämlich ein absolutes Musterbeispiel für wirksame Mischkulturen, denn sie halten sich gegenseitig die Möhren- und die Zwiebelfliege vom Hals.
Das «Power»-Beispiel für Körperbewusste
Vorkultur (März bis Mai)
Reihe 1: Kohlrabi
Reihe 2: Spinat
Reihe 3: Randen
Hauptkultur (Mai bis Oktober)
Reihe 1: Brokkoli
Reihe 2: Buschbohnen (Höckerli)
Reihe 3: Randen
Nachkultur (Oktober bis März)
Reihe 1: Winterwirsing oder Grünkohl
Reihe 2: Asia-Salate
Reihe 3: Spinat

In diesem Beispiel stehen Stark- (Kohl), Mittel- (Randen) und Schwachzehrer (Blattgemüse) zusammen. So laugen sie den Boden nicht einseitig aus. Die Gemüse halten also nicht nur die «Power» des Bodens hoch, sondern verleihen auch uns Verzehrern einen guten Kraftschub.
Das Feinschmecker-Beispiel für Geniesser
Vorkultur (März bis Mai)
Reihe 1: Kresse oder Radiesli
Reihe 2: Spinat
Reihe 3: Erbsen
Hauptkultur (Mai bis Oktober)
Reihe 1: Tomaten und Peperoni
Reihe 2: Salate
Reihe 3: Buschbohnen
Nachkultur (Oktober bis März)
Reihe 1: Winterwirsing oder Grünkohl
Reihe 2: Knoblauch
Reihe 3: Spinat
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In diesem Beispiel findet sich fast alles, was man als Beilage zum Grillfleisch benötigt. Ein echtes Feinschmeckerbeet eben. Stark- und Schwachzehrer konkurrenzieren sich in diesem Fall nicht gegenseitig, und die Erbsen und Höckerli düngen den Boden natürlich, was den Tomaten und Peperoni hilft.
Tomaten und Peperoni baut man am besten geschützt an. Wer die Möglichkeit nicht hat, greift auf Sorten zurück, die auch im Freiland gute Erträge bringen (siehe Folge 2). Auch Peperoni kann man ungeschützt anbauen, man muss einfach mit etwas weniger Ertrag leben. Doch unter uns: Qualität kommt vor Quantität – und selbst geerntetes Gemüse steigert die Essens- und die Lebensqualität ungemein.
Kleine Extratipps
- Die höchsten Pflanzen (wie Buschbohnen oder Tomaten) sollten so gesteckt respektive gepflanzt werden, dass sie die kleineren Kulturen nicht zu sehr beschatten.
- Wer Platz und Musse hat, zieht die Haupt- und Nachkultur etwa drei bis vier Wochen vor dem Auspflanzen in Töpfen vor. So ist der Wechsel noch effizienter.
- Wenn die Erbsen und die Bohnen abgeerntet sind, dann schneidet man die Pflanze nur über dem Boden ab und lässt die Wurzeln im Boden. Diese enthalten Knöllchenbakterien, die Stickstoff aus der Luft binden und damit den Boden natürlich düngen.
- Hat man mehrere Beete zur Verfügung, dann ist es für den Boden sehr gut, wenn man die Bepflanzung rotiert:
Jahr 1: In Beet 1 das Musterbeispiel, in Beet 2 das «Power»-Beispiel und in Beet 3 das Feinschmecker-Beispiel.
Jahr 2: In Beet 1 das Feinschmecker-Beispiel, in Beet 2 das Musterbeispiel und in Beet 3 das «Power»-Beispiel.
Jahr 3: In Beet 1 das «Power»-Beispiel, in Beet 2 das Feinschmecker-Beispiel und in Beet 3 das Musterbeispiel.
Hat man allerdings nur ein Beet zur Verfügung, dann gibt es immer noch die Möglichkeit, die Kulturen innerhalb des Beets rotieren zu lassen. So wird der Boden nicht zu sehr von einzelnen Kulturen ausgelaugt.
Im Garten
Etwa einmal im Monat gehen wir zusammen in den Garten und besprechen kleine Tipps und Tricks, wie der Garten mit wenig Aufwand noch mehr Freude bringt.
Hier gehts zu Folge 1 «Die harten Kerle im Gartenparadies»
Hier gehts zu Folge 2 «Nicht geil – so gelingen die Sonnenanbeter»
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