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Unterwegs im Oberland – Teil 1

Pedal statt PS: Student bezwingt Hulftegg mit selbst gebautem Rennvelo

In unserer Serie «Unterwegs im Oberland» stellen wir Menschen auf ihren Sommer-Ausflügen durch die Region vor. Den Anfang macht Benjamin aus Fischingen, der eine besondere Ausfahrt unternommen hat.

Benjamin Gemperle testet auf der Hulftegg sein selbst gebautes Rennrad.

Foto: Noah Salvetti

Pedal statt PS: Student bezwingt Hulftegg mit selbst gebautem Rennvelo

In der Serie «Unterwegs im Oberland» stellen wir Menschen auf ihren Sommerausflügen durch die Region vor. Den Anfang macht Benjamin aus Fischingen, der eine besondere Ausfahrt unternommen hat.

Sauber aneinandergereiht stehen sie da, die Töffs der zahlreichen Ausflügler, die an diesem sonnigen Nachmittag auf der Hulftegg-Passhöhe zwischen Tösstal und Toggenburg Pause machen. Doch da stehen nicht nur schwere Brummer, die sich schon von weit her ankündigen.

Da steht auch ein schnittiges, schwarzes Rennvelo. Es gehört Benjamin Gemperle aus Fischingen, der gerade eine Verschnaufpause einlegt. Specialized, Cannondale oder Cube? Nein, auf dem Rahmen des Rads ist keine der bekannten Marken aufgedruckt.

Das hat einen einfachen Grund, der neugierig macht: Das Velo des 27-Jährigen ist selbst gebaut – eine Art Do-it-yourself-Projekt, wie er sagt. «Ich war mehr am Bauen eines Velos selbst interessiert, aber jetzt wo es fertig ist, muss ich es auch brauchen», erzählt er.

Serie «Unterwegs im Oberland»

In den Sommerferien sind in der Region zahlreiche Ausflüglerinnen und Ausflügler unterwegs. Wir treffen sie und berichten über ihre Pläne und Erlebnisse.

Das Know-how dazu hat Benjamin nicht etwa von einer Lehre als Velomech – der Student hat sich über Youtube und Co. selbst beigebracht, wie das geht. «Technisches Interesse und Freude daran, etwas selber zu bauen, haben sicher geholfen», meint der ETH-Student, der gerade einen Master in Elektrotechnik und Informationstechnologie absolviert.

Die Teile für sein Rad hat er im Internet bestellt, sie stammen aus Fernost. «Man muss gut recherchieren und aufpassen, dass man keinen ‹Seich› kauft», sagt er. Ein grosser Teil des Rahmens besteht aus leichtem Carbon.

Das heutige «Ründeli» – so nennt es der ETH-Student fast schon etwas untertrieben – führte ihn von Fischingen nach Turbenthal und dann der Töss entlang in Richtung Steg, wo er den Hulftegg-Pass hinaufpedalte. Im Anschluss an unser Gespräch geht es über Kirchberg im Toggenburg zurück nach Fischingen.

50 Kilometer hat er dann absolviert – das weiss er dank der Sport-App Strava, die die Route für ihn trackt. Auf die Frage, ob er diesen Meilenstein dann, wie in Gümmeler- und Joggerkreisen üblich, auf Instagram postet, antwortet er schmunzelnd: «Das muss warten, bis ich etwas fitter bin.»

Man sieht ein Restaurant auf einem Gebirgspass.
Der Hulftegg-Pass ist bei Velo- und Töfffahrern beliebt – aber nicht ungefährlich.

Bleibt noch eines zu klären: Hält das selbst gebaute Gefährt? «Bis jetzt schon», sagt Benjamin. Trotzdem lässt er es ruhig angehen. «Den Hang runter fahre ich nicht so schnell.» Auch im Wissen, dass viele Töfffahrer hier waghalsig unterwegs sind – wie auch die Lozzi-Plastik «Schutzengel» auf der Passhöhe verdeutlicht.

Zurzeit fährt Benjamin sein Rennrad «Marke Eigenbau» etwa einmal die Woche spazieren. Sein Herz schlägt aber für eine andere Sportart – viermal die Woche geht er Bouldern.

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