Leserbeiträge

Leserbriefe

Die Augen vor der Realität verschlossen – jetzt braucht es eine Kehrtwende

Was beschäftigt die Region? Leserinnen und Leser teilen ihre Gedanken und Meinungen zu politischen, gesellschaftlichen und lokalen Themen.

Leserinnen und Leser äussern sich zum aktuellen Geschehen in der Region und darüber hinaus.

Foto: Simon Grässle

Die Augen vor der Realität verschlossen – jetzt braucht es eine Kehrtwende

Leserbriefe

Was beschäftigt die Region? Leserinnen und Leser teilen ihre Gedanken und Meinungen zu politischen, gesellschaftlichen und lokalen Themen.

4. April: Die Augen vor der Realität verschlossen – jetzt braucht es eine Kehrtwende

Autorin: Anita Borer, Kantonsrätin SVP, Uster

Es ist schon bemerkenswert, wie SP-Nationalrätin Jacqueline Badran im Interview mit CH Media und auch in ihrem Auftritt in der Arena (beide vom 10. April) jeden Zusammenhang zwischen der hohen Zuwanderung in die Schweiz und der Wohnungsknappheit bestreitet. Zu behaupten, steigende Mieten hätten nichts damit zu tun, widerspricht nicht nur dem gesunden Menschenverstand, sondern auch den Fakten.

Allein 2024 sind netto über 8 000 Personen in die Schweiz eingewandert. Diese Menschen brauchen Wohnraum. Die Nachfrage steigt, und zwar massiv. Seit 2000 gibt es 1,3 Millionen Wohnungen mehr in der Schweiz – und trotzdem fehlt Wohnraum. Warum? Weil die Nachfrage durch die unkontrollierte Zuwanderung zu schnell wächst. Vier von fünf neuen Wohnungen entstehen genau aus diesem Grund.

Die Folge ist offensichtlich: Grünflächen verschwinden. Jede Sekunde wird ein Quadratmeter Land verbaut – und trotzdem reicht der Wohnraum nicht. Das ist keine nachhaltige Entwicklung, sondern eine Endlosspirale, die die Mieten in die Höhe treibt und die Lebensqualität von uns allen minimiert.

Wer das Problem lösen will, muss die Ursache angehen, nicht die Symptome. Die Nachhaltigkeits-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!», die am 14. Juni zur Abstimmung gelangt, setzt genau dort an: Sie begrenzt die Zuwanderung auf ein gesundes Mass und schützt damit unsere schöne Schweiz.


4. April: Velofahrer bevorzugt

Autor: Remo Meier, Uster

Und wieder werden wir Autofahrer benachteiligt und die Velofahrer bevorzugt. Die Parkplätze für die Autofahrer bei der Badi Auslikon werden ersatzlos abgebaut, und für die Velofahrer werden dafür 100 Abstellplätze neu errichtet. Da kann man die Badi doch gleich zumachen, weil viele von ausserhalb Auslikon nicht mehr kommen werden.

«Parkplätze der Badi Auslikon werden ersatzlos gestrichen», Ausgabe vom 24. April


2. Mai: Die Wahl des Verkehrsmittels ist eine rationale Entscheidung

Autor: Thomas Leu, Adetswil

Der Bevölkerungsanteil in den Oberländer Gemeinden, der für die Fahrt zum Arbeitsplatz die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt, wird mit dem Vorhandensein eines S-Bahn-Anschlusses sowie der Länge des durchschnittlichen Fusswegs bis zur nächsten Haltestelle des öffentlichen Verkehrs erklärt. Wenig überraschend weisen Orte ohne Bahnanschluss oder mit langen Reisezeiten in die urbanen Zentren eine tiefere ÖV-Nutzung auf.

Als weitere Erklärung dafür, dass durchschnittlich aus dem Zürcher Oberland nur 15 Prozent der Pendler mit dem ÖV zur Arbeit fahren, müssen auch die monetären Ausgaben beigezogen werden. Beim Vergleich der Kosten des Automobils mit denjenigen des öffentlichen Verkehrs fällt auf, dass der grösste Anteil der Kosten beim Automobil Fixkosten sind. Diese fallen an, sobald ein Auto eingelöst ist, selbst wenn es nur in der Garage steht.

Gemäss TCS-Musterauto (Neupreis 45 000 Franken, jährliche Laufleistung von 15 000 Kilometer) betragen die Kilometerkosten 74 Rappen. Zieht man die jährlichen Fixkosten von 7000 Franken (Motorfahrzeugsteuern, Versicherungen und so weiter) ab, dann resultieren variable Kilometerkosten von bloss 27,5 Rappen. Fazit: Besitzer eines Autos rechnen vernünftigerweise nur mit den variablen Kilometerkosten. Wer beispielsweise die Strecke Bäretswil – Zürich als Pendler an Werktagen mit dem Auto zurücklegt, fährt pro Tag hin und zurück zirka 65 Kilometer. Auf ein Arbeitsjahr ergeben sich variable Kosten von maximal 4111,25 Franken (46 Wochen × 5 Tage × 65 km × 0,275 Fr./km). Ein ZVV-Jahresabonnement kostet 2308 Franken (2. Klasse) und 3812 Franken (1. Klasse). Vergleichbar mit dem Auto wäre aus Komfortgründen eher die 1. Klasse.

Werden zusätzlich die Unannehmlichkeiten des öffentlichen Verkehrs, zum Beispiel das Umsteigen, der durchschnittlich höhere Zeitbedarf, die tiefere Flexibilität sowie die Möglichkeit, das Auto gemeinsam zu benutzen, berücksichtigt, dann rechnet sich offenbar für 85 Prozent der Oberländer der öffentliche Verkehr nicht.

Das hohe Bevölkerungswachstum wird zu einem weiteren Anstieg des Verkehrs (Auto und ÖV) führen. Falls aus diesen Gründen die Anreize zugunsten des öffentlichen Verkehrs verändert werden sollen, dann müssten, zusätzlich zu besseren Anschlüssen vor allem in peripheren Gebieten, die Fixkosten für Autos durch kilometerabhängige Motorfahrzeugsteuern und Versicherungen ersetzt werden. Das wäre auch volkswirtschaftlich sinnvoll, weil damit die Benutzer der Strasse, statt pauschal, proportional zur Nutzung an deren Kosten beteiligt würden.

«Gibt es in Ihrer Gemeinde eher Zugliebhaber oder Autofans?», Ausgabe vom 17. April


2. Mai: Ängste, Unkenntnis, Mutlosigkeit

Autor: Ernst Eberhard, Dürnten

Mit solchen Worten wie der Titel dieses Leserbriefes könnten einige Stimmen aus dem Nationalrat umschrieben werden, wenn es um die Sicherung der Energieversorgung unter Einbezug moderner Kernkraftwerke geht. Da sind einmal die ewig Gestrigen, die aus Prinzip an einem Schnellschuss – nach Fukushima – festhalten wollen. Dann gibt es einige Ehrliche, die sich noch fürchten vor der veralteten Technologie des letzten Jahrhunderts.

Es ist an der Zeit, dass auch Politiker sich sauber über die Möglichkeiten informieren lassen, welche moderne Kernkraftwerke heute bieten und wie sicher sie heute betrieben werden können. Der Atomunfall von Fukushima bleibt an erster Stelle ein Mahnmal für menschliche Fahrlässigkeit. Denn hätte man diese Anlagen etwas schlauer aufgestellt, nicht mit der ungeschützten Breitseite zum offenen Meer, so wäre beim Tsunami kein Gebäude und kein Reaktor zu Schaden gekommen. So viel einfach zur Erinnerung – aber gerade diese Grobfahrlässigkeit gab den Auslöser für die Reaktion der Bundesrätin Doris Leuthard. Sie war einfach überrumpelt und wollte das Beste machen. Aber acht Jahre später wissen wir, dass es damals nicht hätte passieren müssen – und dass es mit modernen Systemen gar nicht passieren könnte.

Leider wurden viele Jahre der Entwicklung neuer Systeme zur Serienreife verschlafen. Das heisst aber nur, dass jetzt umso mehr Energie darauf verwendet wird, aufzuholen. In solchen Situationen ist es erst dann zu spät, wenn man aufgibt. Die Solarenergie und alle grünen Technologien sind willkommen, aber bei Weitem ungenügend. Darum ist ein pragmatischer Schritt zu neuen Kernkraftwerken dringend angesagt.


2. Mai: So schnell fallen Masken

Autor: Bigi Obrist, Wetzikon

Andrea Grossen-Aerni, die sich im Wahlkampf links der Mitte positioniert hat, wurde als neue Schulpräsidentin in Wetzikon gewählt. Ob der Stadtrat mit ihr tatsächlich nach links rückt, darf jedoch bezweifelt werden. Denn kaum ist der Wahlsonntag vorbei, reichen SVP, EDU und EVP gemeinsam eine Interpellation ein, die auch von Andrea Grossen unterzeichnet wurde.

Mit diesem Vorstoss stellen die Interpellanten dem Stadtrat baurechtliche und finanztechnische Fragen zum Kauf bzw. Umbau einer Liegenschaft des albanisch-islamischen Kulturvereins. Gleichzeitig werden diverse Fragen zur gesellschaftlichen Integration des Vereins und seiner Mitglieder sowie zur Zusammenarbeit mit Stadt und Schule aufgeworfen – lauter Fragen, die man ebenso gut evangelikalen Freikirchen stellen könnte.

Unter dem Deckmantel von Öffentlichkeitsinteressen zeugt der Vorstoss von Misstrauen und Vorurteilen gegenüber einem Verein, der sich regelmässig in Integrations-Austauschgefässen engagiert und Partner bei interreligiösen Anlässen ist. Besonders stossend wirkt, dass dieselben Kreise, die sonst die Gleichstellung von Frauen erschweren, mit Geschlechtergerechtigkeit argumentieren. Während ein solcher Vorstoss von rechtskonservativen fundamentalistisch-religiösen Kreisen kaum überrascht, ist es verwerflich, dass die EVP und vor allem die angehende Schulpräsidentin ihn mitträgt.

Eine Schulpräsidentin ist für alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von ihrer Religion, gewählt. Ihre eigene evangelikal-christliche Werthaltung darf nicht zu Stigmatisierung und Stereotypisierung beitragen. Man erinnere sich an den Fall in Pfäffikon, wo sich religiös-konservative Kreise unter einem EVP-Schulpräsidenten massiv in Lehrpläne und Personalpolitik einmischten, was zum Ausschluss eines Lehrers führte. Öffnet Andrea Grossen nun auch in Wetzikon Tür und Tor für religiös motivierte Interventionen?

In ihrem eigenen Leserbrief vom 1. April schrieb sie noch von Ostersymbolen, die von Hoffnung, Schutz und einem neuen Start in eine gute Zukunft erzählten. Kurz darauf unterschreibt sie eine von Vorurteilen getriebene Interpellation. So schnell können Masken fallen. Aber vielleicht war ihr Wahlkampfauftritt am Ende einfach nur ein schlechter Aprilscherz.

«Der Stadtrat rückt nach links», Ausgabe vom 13. April, und zum Leserbrief «Von Hasen und Schutz, Eier und Hoffnung», Ausgabe vom 1. April


2. Mai: Dichtestress wegen des Schneeballsystems

Autor: Tobias Infortuna, Kantonsrat SVP Egg

Schon vor Jahren hat der Dichtestress auch die Badis erreicht. Neu ist, dass eine Zugangsbeschränkung eingeführt wird, um die Besucherzahl auf einem akzeptablen Niveau zu halten. Auch das ist eine Konsequenz der Zuwanderung, die inzwischen in allen Bereichen erkennbar ist.

Man kann die Folgen jeden Tag erleben. Die Züge sind chronisch überfüllt, auf den Strassen herrscht Dauerstau, und überall wird gebaut und gebaut, aber es reicht trotzdem nicht. Das ist keine schwierige Rechnung: Wenn jedes Jahr 80 000 Menschen zusätzlich in unser kleines Land kommen, müssen diese irgendwo wohnen und leben. Die Folgen sind eine Zubetonierung unserer Natur und ein massiver Verlust an Lebensqualität.

Zudem unterliegt das Argument mit dem Fachkräftemangel einem Denkfehler. Heute leben zwei Millionen mehr Menschen in der Schweiz als im Jahr 2000. Der Fachkräftemangel ist aber schlimmer denn je. Nicht trotz, sondern wegen der hohen Zuwanderung. Denn immer mehr Zuwanderer benötigen immer mehr Fachkräfte: Zugewanderte Fachkräfte pflegen Zuwanderer in den Spitälern, Fachkräfte bauen Wohnungen für Fachkräfte, Zuwanderer füllen die Regale mit Lebensmitteln für die Fachkräfte und so weiter. So etwas nennt man Schneeballsystem, denn auch bei einer Bevölkerung von 20 oder 30 Millionen wäre damit nicht Schluss. Es wäre gar nie Schluss. Ein Schneeballsystem rettet man nicht mit immer noch mehr Schneebällen.

Die Nachhaltigkeitsinitiative ermöglicht, die Zuwanderung auf die wirklich benötigten Fachkräfte zu konzentrieren. Die wenigsten Zuwanderer sind nämlich gesuchte Fachkräfte. Andere Länder wie Kanada oder Australien kontrollieren die Zuwanderung schon lange. Nur auf diese Weise kann das Schneeballsystem beendet und die Schönheit und Lebensqualität unserer Heimat bewahrt werden.

«Rüti will die Besucherzahl in der Badi beschränken», Ausgabe vom 16. April


2. Mai: Künstliche Begrenzung löst Probleme nicht

Autorin: Aline Fritzenwallner, Illnau

Am 14. Juni wird in der Schweiz über die sogenannte 10-Millionen-Schweiz-Initiative abgestimmt. Die Zuwanderung stellt uns zweifellos vor Herausforderungen. Wohnraum wird knapper, Mieten steigen, und Züge sind überfüllt. Dabei entstehen schnell Fragen: Haben wir genug Platz, Ressourcen und Kapazitäten? Die Schlussfolgerung, dass diese Probleme durch eine künstliche Begrenzung der Bevölkerung gelöst werden könnten, erscheint auf den ersten Blick nachvollziehbar. Doch sie greift zu kurz.

Die Initiative verlangt, dass die Schweiz bei Überschreiten von 9,5 Millionen Einwohnenden Massnahmen ergreift, um die Zuwanderung massiv einzuschränken. Gelingt dies innerhalb von zwei Jahren nicht, müsste das Personenfreizügigkeitsabkommen gekündigt werden. Damit würden die Bilateralen I wegfallen, wobei die Folgen gravierend wären: Wegfall des Lohnschutzes, eingeschränkter Zugang zum EU-Binnenmarkt, Unsicherheit für Unternehmen, insbesondere exportierende KMU – deren wichtigster Absatzmarkt die EU ist.

Auch das Gesundheitswesen wäre stark betroffen. Rund ein Drittel des Gesundheitspersonals stammt aus der EU. Bereits heute fehlen 14 500 Fachkräfte, und ohne die Zuwanderung würde sich dieser Mangel weiter verschärfen. Dazu kommt ein massives Finanzierungsproblem der AHV, da viele Zuwandernde jung sind und mehr einzahlen, als sie beziehen. Ohne sie gerät das System zusätzlich unter Druck. Besonders problematisch ist schliesslich, dass die Initiative im Extremfall die Kündigung des internationalen Menschenrechtsabkommens bedeuten würde, was das Asylrecht faktisch aushebeln würde – ein Schritt, der kaum mit den Werten eines Rechtsstaates vereinbar ist.

Die Herausforderungen im Zusammenhang mit Zuwanderung sind real, eine Obergrenze der Bevölkerung zieht jedoch schwerwiegende Konsequenzen nach sich. Deshalb stimme ich am 14. Juni Nein zur Nachhaltigkeitsinitiative.


2. Mai: Raumfahrt gefährdet Rettungsboot

Autor: Uwe Scheibler, Wetzikon

Der Jubelartikel über die sogenannte Mondmission der NASA zeigt die extreme Widersprüchlichkeit dieses Unternehmens beispielhaft auf. Die gelandeten Astronautinnen fühlen sich – wieder auf der Erde angekommen – «wie in einem Rettungsboot». Und in der Tat, aus dem Weltraum wird deutlicher als auf Erden, dass unser Planet mit seiner Biosphäre nur wie ein kleiner Stecknadelkopf in der grossen Leere treibt.

Und – abgesehen von allem anderen Wahnsinn, den die Menschheit auf dieser verletzlichen Erdkugel veranstaltet – trägt auch die Raumfahrt massiv zur Umweltverschmutzung bei. Allein die aktiven Satellitensysteme erfordern ständig mehr und mehr Raketenstarts, und Vorhaben wie die Besiedlung des Mondes führen zu einem erheblichen Verlust an wertvollsten Rohstoffen. Erkenntnisgewinne sind dabei nicht mehr zu verzeichnen.

Besonders peinlich mutet deshalb dann auch die Gratulation unseres Bundespräsidenten zu dieser ganz überflüssigen Mission an. Aber Herr Parmelin hat sich ja auch bisher vor allem durch Aktivitäten gegen eine nachhaltige Entwicklung profiliert.

«Mondmission abgeschlossen», Ausgabe vom 13. April


2. Mai: Regulierung statt Anreize

Autor: Manfred Bögli, Russikon

Die Situation auf dem Wohnungsmarkt ist angespannt und beschäftigt viele Menschen. Richtige Anreize zu setzen, wäre jetzt fundamental. Die Wohnschutz-Initiative macht leider das Gegenteil. Sie führt zu mehr Regulierung, verlängerten Verfahren und schafft damit zusätzliche Unsicherheit für Investoren. Die Folgen sind absehbar und lassen sich bereits beobachten. In Basel sind die Baugesuche nach Einführung strenger Wohnschutzregeln um 76 Prozent eingebrochen. Weniger Baugesuche bedeuten weniger Wohnungen. Und weniger Wohnungen verschärfen die Knappheit.

Wir brauchen bessere Rahmenbedingungen, schnellere Verfahren und mehr Anreize für Neubauten. Genau hier setzt der Gegenvorschlag an. Er stärkt den Wohnungsbau, statt ihn zu bremsen. Darum stimme ich am 14. Juni Nein zu den Wohnungsinitiativen und Ja zum Gegenvorschlag.


27. April: Niemand sieht seine persönliche Freiheit wegen Tempo 30 bedroht

Autor: Res Kieser, Pfäffikon

«Prüft alles und behaltet das Gute» – mit diesem Bibelzitat verabschiedete sich in Uster Stadtrat Cla Famos. Das Bibelwort lässt sich auch auf die Situation rund um die Tempo-30-Zonen in Wetzikon (und Dübendorf!) anwenden. «Prüft alles»: SVP, FDP und die EDU starten für die Prüfung der 30er-Zonen eine Initiative. Über jede dieser Zonen soll Parlament und Stimmvolk abstimmen können. Grund dafür: Die drei Parteien sehen die persönliche Freiheit in Gefahr und ersetzen darum «Prüft alles» mit «Stimmt über alles ab».

Als Pfäffiker verfolge ich diesen Kampf verwundert und erlebe ihn als schlichte Zwängerei. In Pfäffikon ist seit Jahren in allen Quartieren flächendeckend Tempo 30 eingeführt. Und niemand sieht seine persönliche Freiheit bedroht. Und niemand hat bisher eine Rückkehr verlangt. Und überall funktioniert die Verkehrsberuhigung problemlos. Kinder haben sichere Schulwege und die Quartiere mehr Ruhe.

Wieso soll denn das in Wetzikon anders sein? Ich kann den drei Parteien, die so ängstlich auf die geplanten Änderungen schauen, nur empfehlen, mal über den Tellerrand zu schauen! 160 Gemeinden hat der Kanton Zürich, und gefühlt 158 davon leben gut mit ihren Tempo-30-Zonen. Und wollen «das Gute behalten».

«Entscheidet bald das Stimmvolk über neue Tempo-30-Zonen?», Ausgabe vom 15. April


27. April: Nicht einmal ein Drittel hat in Wetzikon gewählt

Autor: Urs J. Fischer, Alt-Gemeindepräsident Wetzikon

Eigentlich wollte ich als ehemaliger Gemeindepräsident nie einen Leserbrief schreiben. Die Wahl der Exekutive vom 12. April lässt mich meinen Grundsatz über Bord werfen. Wir haben in Wetzikon mehr als 15’500 stimmberechtigte Personen. An der für die kommenden vier Jahre für Wetzikon wichtigsten Wahl hat nicht einmal ein Drittel davon teilgenommen. Ein Stadtrat brauchte gerade einmal die Stimme von 16 Prozent der Berechtigten, um gewählt zu werden.Wir haben am selben Wochenende gesehen, was die Ausübung des aktiven Wahlrechts in Ungarn für eine Kraft haben kann, über 76 Prozent haben daran teilgenommen.

68 Prozent der Wetziker Stimmberechtigten haben die Chance verpasst, die Kandidaten zu wählen, denen sie vertrauen und zutrauen, in ihrem Sinn Wetzikon weiterzuentwickeln. Sicherlich wäre es auch für die jetzt gewählten Exekutivmitglieder wertvoller gewesen, wenn sich von den rund 15’500 Stimmberechtigten wesentlich mehr als 2500 Wähler für sie ausgesprochen hätten. Legitimation und Vertrauen der Bevölkerung sind für jedes Exekutivmitglied wichtig.

Diese enorme Wahlabstinenz macht mir Sorgen. Damit will ich mich keinesfalls zum Ausgang der Wahl geäussert haben, ich will lediglich ein Votum für eine viel intensivere Ausübung unserer demokratischen Rechte abgeben.


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