Krähen, KI und ein UFO über dem Sternenberg – eine neue Buchreihe ist am Start
Autorenduo aus Bauma
Marisa und Walti Dux schlagen mit ihrer neuen Jugendromanserie ein neues Kapitel auf: «Die Baumer Bande» ist mystisch, lokal verankert und passt zum Zeitgeist.
Das Pressefoto zu ihrem neuen Buch mutet abenteuerlich an. Marisa Dux steht neben ihrem Mann Walti und hat eine Krähe auf dem Arm, die fast so gross wie ein Adler ist. Ein Bild, das neugierig macht. Die beiden geben schmunzelnd zu: «Natürlich haben wir das Foto mit KI nachbearbeitet.» Die übergrosse Krähe wurde erst im Nachhinein ins Bild gesetzt.
Künstliche Intelligenz (KI) spielt auch in ihrem neuen Roman eine Rolle: Viele der Illustrationen wurden mithilfe von KI-Tools generiert. «Manchmal dauert es sehr lange, bis das Bild genau so ist, wie wir es uns ausgedacht haben», sagt Marisa Dux.
Marisa und Walti Dux kennt man als Comedians, Autoren, Lehrpersonen – und als Komponisten des Weihnachtslieds «Unter Milliarden von Sternen», das weltweit Verbreitung fand und in mehrere Sprachen übersetzt wurde.
Ein mystischer Kindertraum
Seit Mitte Januar ist ihr neues, im Eigenverlag erschienenes Werk erhältlich. «Die Baumer Bande – UFOs über dem Sternenberg» ist der Auftakt zu einer Jugendromanserie – und die Erfüllung eines lang gehegten Traums. «Wir wollten schon immer einmal einen Jugendroman schreiben», sagen die beiden 67-jährigen Autoren. Nach der Bilderbuchreihe «Unter Milliarden von Sternen» sei klar gewesen: «Es ist Zeit für etwas Neues.»
Für die fünf Bände von «Unter Milliarden von Sternen» arbeiteten Marisa und Walti Dux noch mit dem Illustrator Charlie Weibel zusammen. Texte und Bilder waren dort gleichwertig. Beim neuen Abenteuerroman «Die Baumer Bande» stehe jedoch klar der Text im Zentrum. «Die Zeichnungen haben nur ergänzenden Charakter», sagt Walti Dux. Deshalb hat sich das Autorenpaar entschieden, die Illustrationen mithilfe von KI selbst zu gestalten.
Nun sitzen die beiden in ihrem Wohnzimmer in Bauma, servieren Baumerfladen und erzählen von ihrer neuesten literarischen Welt.

Der Plot ist rasch umrissen: Vier Kinder – Ajla, Ben, Luan und Lina – gründen die Baumer Bande. Sie wollen einem mysteriösen UFO nachgehen, das Ajla über dem Sternenberg gesichtet haben will. Ben geht noch weiter: Er behauptet steif und fest, das UFO habe sogar einen Hund eingezogen.
Rivalitäten mit der böswilligen Gruppe der Landenburger verschärfen die Lage, dazu kommt eine geheimnisvolle Gestalt mit einem leuchtenden Kristallschädel.
Der Name Landenburger ist natürlich eine Anlehnung an die Landenberger. «Die Landenburger haben ihren Kommandoposten in der Ruine Alt-Landenberg in Bauma», erklärt Walti Dux.
Die Geschichte spielt im Tösstal – konkret, greifbar und doch voller Rätsel. Quasi eine Tösstaler Version der Werke «TKKG», «Fünf Freunde» oder «Die drei Fragezeichen», alles erfolgreiche Kinderbuchserien.
Eine Krähe auf der Schulter
Der Ursprung der Serie liegt bei einer Bank auf dem Sternenberg. Die Autoren sassen da und beobachteten, was um sie herum abgeht. «Da kreisten Krähen und kämpften mit den Rotmilanen in der Luft», erinnert sich Walti Dux. «Wenn ich zurückblicke, dann musste alles so kommen, wie es kommen musste», ergänzt seine Frau. An jenem Tag sei der Samen für die neue Buchreihe gelegt worden.
Eine zentrale Rolle spielt im Roman deshalb eine Krähe namens Henry. «Ich wollte unbedingt ein mystisches Element drin haben», sagt Marisa Dux. Die Verbindung ist persönlich: Schon in ihrer Kindheit hatte die Familie Krähen gezähmt.
Eine davon sei sogar auf der Schulter ihres Vaters mit dem Velo zur Schule gefahren. Er war Lehrer – so, wie später auch Marisa und Walti Dux. «Die Nähe zu Kindern und Jugendlichen inspirierte uns immer sehr.»
Einige Passagen des Buchs beruhen auf wahren Begebenheiten. Welche genau, darüber schweigt das Paar. Doch mit den Figuren identifizieren können sie sich durchaus. Walti Dux sieht sich in Luan wieder: «Er ist sportlich und handelt nicht vorschnell.» Ganz anders Ben: «Der fährt mit dem Velo irgendwo hinunter, ohne zu wissen, was ihn erwartet. Das würde ich nie tun.»
Im Roman wären sie kein Paar
Marisa Dux schmunzelt. Sie erkennt sich selbst in Ajla, Luans Schwester, wieder – jener Teenagerin, die mit der Krähe kommunizieren kann. «Ich war als Kind auch eher schüchtern, das passt.» Ihr war es ein Anliegen, dass im Roman auch eine Liebesgeschichte eingewoben ist. Sie schaut ihren Mann an und lacht. «Wenn du Luan bist und ich Ajla, dann wären wir im Buch ja gar nicht das Liebespaar – denn die beiden sind Geschwister.»
Für das Buch war dem Paar wichtig, Kinderfiguren zu entwickeln, die alle ansprechen. «Zwei Jungs und zwei Mädchen in verschiedenen Altersgruppen.» Walti und Marisa Dux selbst sind schon vierfache Grosseltern. «Der Jüngste ist jetzt gerade ein Jahr alt geworden.» Die anderen drei sind etwas älter und fungierten schon als erstes Testlesepublikum dieser neuen Serie. Der Roman ist dem eigenen Nachwuchs gewidmet – dem «Dux-Nachwux», wie sie augenzwinkernd sagen.
Beim Zuhören lektorieren
Kaum war der erste Band fertig, hat das Autorenpaar bereits den zweiten Teil der Serie geplant. «Den Inhalt von Band zwei haben wir auf einer einzigen Autofahrt ins Tessin durchbesprochen», sagt Marisa Dux.
Die beiden arbeiten eingespielt zusammen: Sie planen stichwortartig jedes Kapitel, er schreibt einen ersten Entwurf, dieser wird von ihr überarbeitet. Zum Schluss lesen sie sich die fertigen Abschnitte gegenseitig laut vor. «So merken wir sofort, wenn sich etwas nicht stimmig anfühlt», sagt Marisa Dux. Manchmal auch unterwegs: «Wir sind schon in Hotellobbys gesessen, und ich habe mir mit geschlossenen Augen vorlesen lassen.»
Die Freude am Schreiben habe viel mit dem Vorlesen zu tun, sind sich beide einig. Als Lehrpersonen hatten sie das jahrelang gepflegt – und hoffen nun, auch mit diesem Buch wieder in Schulen eingeladen zu werden.
Einladung zur Buchvernissage
Die Buchvernissage findet am Sonntag, 8. Februar, um 17 Uhr im Musikcontainer an der Asylstrasse 10 in Uster statt. Um eine Anmeldung wird gebeten auf www.baumerbande.ch.
