Kezo Hinwil testet über mehrere Jahre eine neue Anlage mit der Firma Sulzer
Zum ersten Mal in der Schweiz
Mit einer neuen Anlage möchte die Kezo Hinwil CO2 einsparen. Es ist das erste Mal, dass eine solche Einrichtung hierzulande in einer Kehrichtverwertungsanlage zum Einsatz kommt.
Die Kehrichtverwertung Zürcher Oberland (Kezo) in Hinwil verbrennt jährlich im Schnitt gut 185’000 Tonnen Abfälle. Und etwa gleich viele Tonnen CO2 gelangen durch die Verbrennung wieder in die Atmosphäre – eine Menge Kohlendioxid, wovon die Kezo einen Teil für einen sinnvollen Zweck nutzen möchte.
Deshalb wird die Kezo eine neue Pilotanlage einsetzen. Diese soll aus den Gasen Kohlenstoff herausfiltern, welcher bei der Verbrennung entsteht und nach der Reinigung der Abluft normalerweise in die Atmosphäre gerät. Es ist das erste Mal, dass eine solche Anlage in einer Kehrichtverwertungsanlage in der Schweiz getestet wird, wie es in der Medienmitteilung der Kezo und der Sulzer AG heisst.
Der Kohlenstoff soll letztlich in einem nahe gelegenen Gewächshaus wiederverwendet werden, um die Produktivität zu steigern. Dabei dürfte es sich um die Gebrüder Meier oder die Beerstecher AG handeln.
Das Vorhaben kostet voraussichtlich 6,4 Millionen Franken. Finanziert wird das Projekt primär durch die Kezo. Der Kanton wird sich mit 2 Millionen Franken an den Kosten beteiligen, wie der Regierungsrat vor drei Monaten entschied. Und jetzt gaben die Kezo und die Winterthurer Firma Sulzer bekannt, dass sie für die Entwicklung und Lieferung der Anlage eine Vereinbarung unterzeichnet haben.

Über mehrere Jahre wird die Anlage zuerst im kleinen Format getestet, sodass sie gut 1000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr filtern kann. Es muss noch viel ausprobiert, getüftelt und verbessert werden, bevor die Anlage letztlich hochskaliert werden kann. Das Potenzial ist aber riesig. Im geplanten Neubau könnte die Kezo ab 2030 jährlich gut 120'000 Tonnen CO2 einsparen.