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Kantonsrat spricht Geld für Velowege – Wangen-Brüttisellen profitiert

Im Zusammenhang mit dem Streckenausbau Zürich–Winterthur werden auch Velo und Bus gefördert. Der Kantonsrat akzeptierte am Montag einen Zusatzkredit.

Kantonsrat spricht Geld für Velowege – Wangen-Brüttisellen profitiert

Nach Rechenfehler der SBB

Im Zusammenhang mit dem Streckenausbau Zürich–Winterthur werden auch Velo und Bus gefördert. Der Kantonsrat akzeptierte am Montag einen Zusatzkredit.

Mehr Platz für Velo und Bus: Dieses Ziel ist im Projekt «Mehrspur Zürich–Winterthur» der SBB enthalten. Der Kantonsrat hat am Montag dafür zusätzliche 35 Millionen Franken genehmigt. Die SBB hatten sich beim Projekt zuerst um diesen Betrag verrechnet.

Statt 73 Millionen muss der Kanton Zürich neu 108 Millionen Franken für Velowege in Dietlikon, Wangen-Brüttisellen und Wallisellen sowie für eine Busspur in Bassersdorf ausgeben. 15 Millionen der zusätzlichen 35 Millionen Franken übernimmt der Bund.

Der grosse Unterschied der Beträge sorgte am Montag im Kantonsrat für Kritik. Insbesondere, weil die Baudirektion das Vorprojekt der SBB akzeptiert hatte. «Es geht hier nicht um Kleingeld. Die Kosten für die Velowege sind astronomisch», fand Barbara Grüter (SVP) aus Rorbas. Ihre Partei lehnte das Geschäft ab. Sie scheiterte aber mit einem Nichteintretensantrag mit 47 zu 129 Stimmen.

Die Sprecherinnen und Sprecher der anderen Parteien ärgerten sich zwar ebenfalls über die höheren Kosten. Da eine Ablehnung aber auch Auswirkungen auf das Grossprojekt «Mehrspur Zürich–Winterthur» hätte, fand die Position der SVP keine Unterstützer.

«Es ist bedenklich, dass die Baudirektion das Projekt nicht genauer geprüft hat», sagte Stephan Weber (FDP) aus Wetzikon. Doch es bleibe nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beissen. Sascha Ullmann (GLP) aus Zollikon fand, der Kantonsrat müsse die bittere Pille schlucken.

«Mehrwert überwiegt»

Manuel Sahli (AL) aus Winterthur betonte die Synergien, die durch den parallelen Bau mit dem Schienenprojekt genutzt werden könnten. Er sei zwar auch unglücklich mit den Kosten, aber die Baudirektion habe sich selbstkritisch gezeigt. Wilma Willi (Grüne) aus Stadel ergänzte, dass der Veloverkehr ein wichtiger Teil des Projekts sei. «Wenn wir den öffentlichen Verkehr und das Velo fördern, werden wir unabhängiger von Schurkenstaaten», meinte sie.

Baudirektor Martin Neukom (Grüne) sagte, seine Direktion wolle aus den Fehlern lernen. Es sei nachvollziehbar, dass die SBB den Fokus bei dem 3-Milliarden-Projekt auf anderem als dem Veloverkehr hätten. Die Kosten seien durch den Bau im urbanen Raum erklärbar. Das Land, das der Kanton kaufen müsse, sei teuer. Das sei unschön, «aber der Mehrwert überwiegt».

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