Brände im Uschter 77: Staatsanwaltschaft legt Untersuchung auf Eis
Am 9. März 2023 wurden im Uschter 77 mutmasslich Brände gelegt. Die Polizei suchte lange nach den Tätern – doch fündig wurde sie nicht.
In der Nacht auf den 9. März 2023 brannte es im Einkaufszentrum Uschter 77. Das Feuer konnte zwar schnell unter Kontrolle gebracht werden, und verletzt wurde glücklicherweise niemand – dennoch entstand ein Sachschaden von mehreren hunderttausend Franken.
Gemäss Polizei handelte es sich beim Feuer um Brandstiftung: Gleich an mehreren Orten sei Feuer gelegt worden.
Wenige Tage später konnten einige Geschäfte wieder öffnen, darunter der Aldi. Die übrigen Ladenlokale wurden nach und nach auf Vordermann gebracht und danach geöffnet.
Die Kaffee-Bar Gitano hatte es besonders stark getroffen, das gesamte Mobiliar musste entsorgt werden. Inhaberin Denise Straka stand auch eine Woche danach noch unter Schock. «Das ganze Ereignis nimmt mich extrem mit», sagte sie damals.
Heute ist die Kaffee-Bar nicht mehr dort, sondern ein Coiffeur betreibt das Ladenlokal. Gemäss Dusan Konatar, dem Inhaber der Bodega 77, dem Wine-and-Dine-Geschäft gleich neben der ehemaligen Kaffee-Bar, ist diese nach dem Brand nicht mehr zurückgekehrt. «Seither kamen da wechselnde Coiffeurgeschäfte rein», sagt der Ladeninhaber.
Auch er hat den Brand damals miterlebt, konnte aber nach drei Wochen Aufräum- und Renovationsarbeiten wieder öffnen.
Keine ausreichenden Hinweise
Man könne bei verschiedenen Brandherden von Brandstiftung ausgehen, sagte Kenneth Jones, Mediensprecher der Kantonspolizei, damals auf eine telefonische Anfrage. Es hatten auch Videoaufnahmen existiert. Dies bestätigte die Kantonspolizei jedoch aufgrund der laufenden Ermittlungen nie.
Aufschlussreich waren die Beweise auf jeden Fall nicht. Trotz etwaigen Aufnahmen und einem Zeugenaufruf blieben die Ermittlungen ergebnislos.
Bereits anderthalb Jahre nach dem Brand lagen offenbar zu wenige Beweise vor, sodass die Untersuchung auf Eis gelegt wurde – die Sistierungsverfügung ist mit dem 15. August 2024 datiert.
«Trotz intensiven und aufwendigen Ermittlungen liegen keine ausreichenden Hinweise auf eine mögliche Täterschaft im Zusammenhang mit dem Brandereignis vor», schreibt der Mediensprecher der Oberstaatsanwaltschaft Zürich, Erich Wenzinger.
Die Untersuchung sei sistiert, bis neue Erkenntnisse die Fortführung der Untersuchung erlauben oder sich Hinweise auf die Täterschaft ergeben würden.