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Blaulicht

Chaos nach Brandstiftung im «Uschter77»

Ein Augenschein vor Ort zeigt: Die Zerstörung nach dem Brand im Einkaufszentrum ist gross.

Im «Uschter77» wurden mehrere Brände gelegt. Das Zentrum ist deshalb vorerst geschlossen.

Foto: Talina Steinmetz

Chaos nach Brandstiftung im «Uschter77»

Einkaufszentrum vorerst geschlossen

Am Donnerstag legten unbekannte Täter gleich mehrere Feuer im Einkaufszentrum «Uschter77». Ein Augenschein vor Ort zeigt: Die Zerstörung ist gross.

Es könnte eine Filmszene sein, die sich am Donnerstagvormittag beim Einkaufszentrum «Uschter77» abspielt. Der Geruch von Benzin liegt in der Luft, die Zürichstrasse ist mit einem rot-weissen Band abgesperrt.

Autofahrer müssen das Gebiet weiträumig umfahren, Passanten auf dem Velo müssen absteigen. Schaulustige nähern sich der Szenerie.

Mehrere Feuerwehrautos und Streifenwagen sind vor dem Einkaufszentrum parkiert, Polizisten und Feuerwehrleute wuseln im und vor dem Gebäude herum. Im Inneren ist der Boden von Scherben übersät, an einigen Stellen haben sich Wasserlachen gebildet. Wo einst in Schaufenstern hübsche Kleider bestaunt werden konnten, ist jetzt ein Bild der Zerstörung anzutreffen. 

Am 9. März 2023 wurden im Einkaufszentrum «Uschter77» drei Brände gelegt.
Sperrzone und bauliche Überreste statt nette Kleider und Parfüm: Das «Uschter77» nach den Bränden.

Grund für das Chaos ist ein Brand im «Uschter77». Um 3.45 Uhr wurde Schutz und Rettung Zürich alarmiert, woraufhin die Einsatzkräfte direkt ausgerückt sind. Vor Ort wurden mehrere Brandherde festgestellt.

Wie Kenneth Jones, Mediensprecher der Kantonspolizei, vor Ort sagt, wird Brandstiftung vermutet. Dabei sei sogar Brandbeschleuniger verwendet worden. Der Sachschaden, entstanden durch Feuer und Löschwasser, beträgt mehrere 100'000 Franken. Verletzte gibt es keine. 

Alle sind perplex

Wie es mit dem «Uschter77» weitergeht, steht in den Sternen. Petra Heuberger, Verwaltungsratsmitglied der Siska Immobilien AG, welche das Einkaufszentrum innehat, ist vor Ort. Bei Fragen verweist sie jedoch an die Kantonspolizei - sie selbst will keine Stellungnahme abgeben und keine Fragen beantworten.   

Heute müssen Sie halt in die Migros.

Junger Mann zu einer Seniorin

Passanten, darunter auch Schüler, die gerade Mittagspause haben, bleiben schockiert vor dem Zentrum stehen. «Isch das echt?», fragt ein etwa 10-jähriger Junge seinen Freund. Dieser reisst die Augen weit auf und starrt ins Innere des Zentrums. «Krass, überall Scherbe!», sagt er dann.

Andere wissen nicht richtig, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Eine Seniorin steht hilflos vor der zersprungenen Schiebetür des Zentrums; sie kann ihren Einkauf nicht wie gewohnt im Aldi erledigen. «Heute müssen Sie halt in die Migros», hört man einen jungen Mann sagen.

Wie weiter? 

Kurz nach 12 Uhr zieht sich die Polizei zurück. Die Feuerwehrleute sind noch da, um das Chaos im Inneren des Gebäudes zu beseitigen. Die ersten Mieter begutachten die Schäden an ihren Läden und Restaurants, rufen Verwandte und Freunde an oder kümmern sich um Stornierungen von Reservationen.

Ihre Blicke sind ausdrucklos, ihre Stimmen klingen müde. Von einem Tag auf den anderen hat sich für einige von ihnen alles verändert. Denn eines ist klar: So schnell wird keine Normalität im «Uschter77» einkehren.

Zeugenaufruf: Personen,  welche am frühen Donnerstagmorgen in der Umgebung des Einkaufszentrums «Uschter 77» verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, werden gebeten, sich mit der Kantonspolizei Zürich, Telefon 058 648 48 48, in Verbindung zu setzen.

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