Videoaufnahmen sollen Brandstiftung bestätigen
Einkaufszentrum in Uster
Am Tag nach dem Brand im Einkaufszentrum Uschter77 laufen vor Ort die Aufräumarbeiten. Wann die Läden wieder öffnen können, ist noch unklar.
Ein leicht süsslicher Geruch liegt am Freitagmorgen in der Luft vor dem Einkaufszentrum Uschter77. Die Eingangstüren sind mit Sichtschutzelementen verbarrikadiert, davor hängen Polizeiabsperrbänder. Vereinzelte Kunden suchen trotzdem nach einem Eingang. Provisorisch angebrachte Schilder machen jedoch klar: Die Ladenpassage bleibt vorübergehend geschlossen.
Durch das Fenster ist die Zerstörung vom Vortag deutlich erkennbar. Scheiben sind zersplittert, an den Schaufenstern im Innern sind Schmierereien ersichtlich. Bei einem Hintereingang sammeln sich schwarze Abfallsäcke. Arbeiter sind damit beschäftigt, eine braune Brühe vom Boden zu entfernen. Eine Mischung aus Brandbeschleuniger, Löschwasser und Reinigungsmittel. Davon dürfte auch der Geruch ausgehen.
Hoher Sachschaden durch Brandherde
Hoher Sachschaden durch Brandherde
Die Kantonspolizei Zürich bestätigte bereits am Donnerstag, dass es sich um Brandstiftung handle. Davon könne man bei verschiedenen Brandherden ausgehen, sagt Mediensprecher Kenneth Jones auf eine telefonische Anfrage. Offenbar existieren auch Videoaufnahmen von der Tat. Dies kann die Kantonspolizei aus ermittlungstechnischen Gründen jedoch nicht bestätigen.
Durch die entstandenen Dämpfe der Brandbeschleuniger kam es während des Feuers im Einkaufszentrum zu kleinen Explosionen. An verschiedenen Stellen wurden dabei Deckenpanels teilweise stark beschädigt oder heruntergerissen. Sie sind unter anderem die Ursache für den hohen Sachschaden von mehreren 100 000 Franken.
Von der Verwaltung des «Uschter77» sind an diesem Morgen mehrere Vertreter vor Ort, um die Schäden zu betrachten. David Gilg, Geschäftsleitungsmitglied der Siska Immobilien AG, möchte sich aber nicht äussern. Er verweist an die Kantonspolizei und stellt eine Stellungnahme in den kommenden Tagen in Aussicht.
Es müssten filmreife Szenen gewesen sein, die sich am frühen Donnerstagmorgen abgespielt haben, vermuten Mitarbeiter einer Brandsanierungsfirma. Sie gehen davon aus, dass die Aufräumarbeiten noch eine Weile andauern dürften.
Verschmierte Wände
Verschmierte Wände
Im oberen Stockwerk sind die Wände und Schaufenster mit Hakenkreuzen und antikapitalistischen Slogans beschmiert worden. Die Kantonspolizei bestätigt, dass im Gebäude zusätzlich zum Brand weiteren Sachbeschädigungen festgestellt worden sind. Zu Art und Zusammenhang der Sachbeschädigungen möchte sich die Kantonspolizei jedoch nicht äussern. Sie seien Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Wann die betroffenen Läden wieder öffnen können, ist derzeit noch unklar. Einzig im Nagelstudio New York Nails werden Kundinnen bedient. Das Studio ist über einen Hintereingang zu erreichen. Aldi Suisse zeigt sich aber auf Anfrage zuversichtlich, seine Filiale am Montag ebenfalls wieder öffnen zu können. Die Hauptpassage des «Uschter77» bleibt bis auf Weiteres geschlossen.