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Kleiner Bus, grosser Schritt

Erste Fahrt in Hinwil: So kommt das neue Elektro-Buxi der VZO an

Fährt jetzt regelmässig durch Hinwil: Das neue E-Buxi der VZO wartete am Freitagabend zum ersten Mal auf Fahrgäste.

Fährt jetzt regelmässig durch Hinwil: Das neue E-Buxi der VZO wartete am Freitagabend zum ersten Mal auf Fahrgäste.

Foto: Salma Jarkovich

Erste Fahrt in Hinwil: So kommt das neue Elektro-Buxi der VZO an

Kleiner Bus, grosser Schritt

Am Freitagabend nahmen die VZO den ersten elektrischen Kleinbus in Betrieb. Neu chauffiert das Hinwiler Buxi die Fahrgäste mit Elektroantrieb in die Aussenwachten.

Die Zukunft ist elektrisch! Was für manche Autofahrerinnen und Autofahrer wie eine Horrorgeschichte klingt, ist für die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) längst beschlossene Sache: Bis 2040 sollen alle Busse in ihrem Netz elektrisch betrieben werden.

Bisher haben sich jedoch erst drei der Linienbusse vom Dieselmotor verabschiedet – die Umstrukturierung braucht Zeit. Doch ganz im Sinne dieser Strategie werden die Hinwilerinnen und Hinwiler ab sofort mit einem Elektrokleinbus nach Hause chauffiert.

Genauer gesagt im Buxi – dem Kleinbus, dessen Name sich aus Bus und Taxi zusammensetzt. Mit diesem Gefährt werden Fahrgäste ab 20 Uhr halbstündlich vom Bahnhof Hinwil in die Aussenwachten Ringwil, Girenbad, Hadlikon und Wernetshausen sowie ins Alpenblick-Quartier gebracht.

Obwohl sich das Buxi abgesehen von Grösse und Name noch wie ein normaler Linienbus anhören mag, unterscheidet es sich in der Praxis deutlich. Denn die Fahrgäste müssen gleich beim Einsteigen am Bahnhof angeben, wo sie wieder aussteigen möchten. Auch eine herkömmliche Anzeige mit Haltestellen gibt es nicht.

Zusätzlich können Fahrgäste auch aus den abgelegeneren Ortsteilen abgeholt und zurück zum Bahnhof gebracht werden. Doch auch hier läuft es etwas anders: Wer abgeholt werden möchte, muss den Buschauffeur kurz telefonisch informieren – gewissermassen ähnelt das Konzept dem eines Ruftaxis.

Das Buxi gehört schon lange zum ÖV-Angebot in Hinwil, doch sein Vorgänger war inzwischen deutlich in die Jahre gekommen und entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen. Beim Ersatz des Fahrzeugs nutzte man die Gelegenheit gleich, auf ein elektrisch betriebenes Modell umzusteigen.

«Eine Ehre für Hinwil»

Zur Einweihungsfahrt des Elektrobusses am Freitagabend sind auch Gemeindepräsident Andreas Bühler (SP) und Gemeinderätin Christina Haffter (FDP), zuständig für das Ressort Bau und Planung, vor Ort.

Zwei Männer und eine Frau vor dem Kleinbus.
Gemeindepräsident Andreas Bühler (links) und Gemeinderätin Christina Haffter waren gemeinsam mit dem Leiter Angebot der VZO, Adrian Suter, für die Einweihungsfahrt vor Ort.

Da die beiden wegen anderer Verpflichtungen nicht selbst als Gäste bei der ersten Fahrt mitfahren können, werfen sie stattdessen einen Blick auf das Gefährt am Bahnhof. «Es ist eine Ehre, den ersten Elektrokleinbus in der VZO-Region zu erhalten», betonen sie.

Klein, aber fein

Nach und nach füllen sich am Freitagabend die Plätze. Wer einsteigt, gibt dem Chauffeur kurz Bescheid, wo er oder sie aussteigen möchte. Viele der Fahrgäste kennen den Chauffeur bereits – und dieser weiss meistens, welche Haltestellen sie wünschen.

Kein Wunder, denn Peter Krummenacher ist seit acht Jahren als Hinwiler Buxi-Chauffeur im Einsatz. «Ich kenne die Leute, und das familiäre Verhältnis gefällt mir sehr», sagt Krummenacher. Um 19.55 Uhr kann er dann fahrplanmässig abfahren.

Kleinbus am Bahnhof mit Chauffeur am Steuer
Peter Krummenacher ist seit über acht Jahren als Buxi-Chauffeur in Hinwil unterwegs.

Insgesamt bietet das Buxi zehn Sitzplätze und ebenso viele Stehplätze. Auf der ersten Fahrt sind sechs Fahrgäste an Bord. Erster Halt: das Alpenblick-Quartier.

Positive Reaktionen

«Wir geniessen es, dass wir mit dem Buxi überhaupt eine Busverbindung haben», sagt das ältere Ehepaar, das im Alpenblick aussteigen möchte. Tagsüber gibt es im Quartier nämlich keine reguläre Bushaltestelle. Erst im vergangenen November wurde eine Initiative für einen festen ÖV-Anschluss an der Urne knapp abgelehnt.

Während der Gemeinderat angekündigt hatte, die ÖV-Erschliessung im gesamten Gemeindegebiet neu zu überdenken, muss sich das Ehepaar also noch gedulden, bis es auch tagsüber bequem im Bus nach Hause fahren kann.

Unabhängig davon gefällt den beiden das neue Buxi jedoch. «Schön ist, dass es nun Platz für einen Rollstuhl hat», sagt die Alpenblick-Bewohnerin. Das Vorgänger-Buxi war dafür nicht ausgestattet. Erst jetzt lässt sich wie bei den Linienbussen eine Rampe ausklappen, sodass auch Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität problemlos mitfahren können.

Ebenso kommt der neue Elektroantrieb des Buxi gut an. «Elektrisch finde ich immer gut», meint die Seniorin. Ausserdem sei der neue Bus deutlich leiser unterwegs. Dieser wird teilweise sogar mit hauseigenem Solarstrom betrieben, wie die VZO in einer Medienmitteilung erklären.

Je länger der Rundkurs dauert, desto leerer wird das Buxi. Auf der Strecke werden insgesamt 33 Haltestellen angeboten – nur 12 davon sind offizielle, die auch mit dem ÖV-Angebot tagsüber angefahren werden.

20 Minuten später steht das Buxi wieder am Bahnhof. Eine lange Pause ist jedoch nicht vorgesehen: Schon um 20.25 Uhr startet der Kleinbus seine nächste Rundfahrt und bringt die Fahrgäste fast direkt vor ihre Haustüren.

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