Illnau-Effretikon feiert Fusion mit Kyburg – wenn auch sparsam
10-Jahr-Jubiläum
Am 1. Januar 2026 jährt sich die Eingemeindung von Kyburg zum zehnten Mal. Der Ablauf des Zusammenschlusses gilt im Kanton Zürich nach wie vor als vorbildlich.
In Kyburgs Briefkästen findet sich dieser Tage ein süsser Gruss in Form eines Bibers. Absender des Lebkuchengebäcks ist der Stadtrat von Illnau-Effretikon, der Grund des Präsents der Zusammenschluss der beiden Gemeinden vor exakt zehn Jahren.
In seinem Begleitschreiben bedankt sich der Stadtrat bei den Kyburgerinnen und Kyburgern für ihr Vertrauen und ihre Wertschätzung sowie das weiterhin aktive Engagement in ihren Dörfern. «Viele wertvolle kulturelle, gesellschaftliche und sportliche Institutionen, Anlässe und Traditionen werden dadurch lebendig gehalten. Gleichzeitig bereichern sie das politische und gesellschaftliche Leben in der Stadt Illnau-Effretikon.»
Klare Zustimmung für Zusammenschluss
Am 24. November 2013 sprachen sich die Kyburger mit 158 Ja- zu 53 Nein-Stimmen klar für einen Zusammenschluss mit der Nachbarstadt aus. Der Alternativantrag des Gemeinderats, einen Fusionsvertrag mit Weisslingen zu erarbeiten, wurde deutlich verworfen.
Illnau-Effretikon hatte unter anderem signalisiert, die Dorfschule in Kyburg erhalten zu wollen. «Kyburg wird ein Glanzpunkt innerhalb unserer Stadtgrenzen sein», liess sich der damalige Stadtpräsident Ueli Müller (SP) von dieser Redaktion zitieren.
Am 14. Juni 2015 stimmten dann in Kyburg 81 Prozent und in Illnau-Effretikon sogar 89 Prozent der Abstimmenden der Fusion zu. Damit wurde Illnau-Effretikon am 1. Januar 2016 flächenmässig zur drittgrössten Gemeinde im Kanton – hinter Winterthur und Zürich. Und Kyburg mit seinen 405 Einwohnenden und dem gleichnamigen Schloss zur 16. Aussenwacht auf dem Stadtgebiet.
Fusion wie geplant abgelaufen
«Das Projekt ist damals dank der lösungsorientierten und konstruktiven Zusammenarbeit aller Gremien gut und wie geplant abgelaufen», sagt der aktuelle Stadtpräsident Marco Nuzzi (FDP) heute im Rückblick. Er selbst ist zu dem Zeitpunkt noch nicht im Stadtrat gesessen. «Mein persönlicher Beitrag dazu war mit meiner Zustimmung im Stadtparlament zum Zusammenschlussvertrag daher verschwindend klein.»
Der Frage, was bei der Zusammenführung am meisten Probleme verursacht habe, weicht der Stapi elegant aus. «Schwierigkeiten geraten glücklicherweise rasch in Vergessenheit. Der Fusionsablauf gilt im Kanton Zürich aber nach wie vor als vorbildlich.»
Der Kanton Zürich hatte die Effekte der Fusion über mehrere Jahre untersuchen lassen. Eine der Erkenntnisse des im März 2024 veröffentlichten Schlussberichts besagt, dass die Kyburger sich unterdessen gut mit Illnau-Effretikon identifizieren können.
Marco Nuzzi sieht das ähnlich: «Die ehemalige Gemeindegrenze zwischen Kyburg und Illnau-Effretikon existiert in den meisten Köpfen kaum mehr.» Heute beobachte er ein harmonisches Miteinander mit den Kyburgern bei gleichzeitiger Wahrung der lokalen Identität.
Die ehemalige Gemeindegrenze existiert in den meisten Köpfen kaum mehr.
Marco Nuzzi
Stadtpräsident von Illnau-Effretikon (FDP)
«Generell erlebe ich einen starken Zusammenhalt unter den 20 Ortsteilen der Stadt, die weiterhin ihre eigenständige Identität bewahren und ihre Traditionen pflegen.» Dies gehöre zur DNA von Illnau-Effretikon.
Biber aus heimischer Produktion
Die nun zum Jubiläum in Kyburg verteilten Biber sind mit den Wappen von Kyburg, Illnau und Effretikon versehen. Hergestellt hat sie die Bibermanufaktur Leibacher in Illnau. Rund 5000 Franken kostet die ganze Aktion. Die übrigen Illnau-Effretiker gehen hingegen leer aus. Ist das dem aktuellen Sparprogramm der Stadt geschuldet?

«Wir wollten ein positives Zeichen setzen und uns bei den Kyburgerinnen und Kyburgern für die tolle Integration in unserer Stadt bedanken», erklärt Marco Nuzzi. «Für sie war die Fusion vor zehn Jahren eine grosse Veränderung.»
Es sei nicht selbstverständlich, dass viele Einwohnende des ehemaligen Gemeindegebiets den Wechsel so unvoreingenommen angegangen seien. «Dank der überschaubaren Grösse der ehemaligen Gemeinde war es möglich, unsere Wertschätzung mit einem Präsent für alle Haushaltungen auszudrücken.»
Das Jubiläum thematisieren wird Stadtpräsident Nuzzi auch an seiner traditionellen Neujahrsansprache am 2. Januar im «Rössli» in Illnau. Der Apéro und das Konzert des Vokalensembles Six in Harmony sind von der Stadt offeriert, Türöffnung ist um 10 Uhr.