Schulschliessung Unterbach: Bezirksrat Hinwil lässt Rekurrenten abblitzen
Per nächsten Sommer soll das Schulhaus Unterbach in der Hinwiler Aussenwacht für immer geschlossen werden. Betroffene geben trotz Bezirksratsentscheid nicht auf.
Die Hinwiler Schulpflege hat im Januar bekannt gegeben, den Schulbetrieb im Schulhaus Unterbach in der Hinwiler Aussenwacht per Ende des Schuljahrs 2025/2026 einzustellen. Ein Entscheid, der für rote Köpfe bei betroffenen Eltern sorgte und in einem Verfahren vor dem Bezirksrat mündete. Neun Monate später liegt der Beschluss vom Bezirksrat nun vor.
17 Schülerinnen und Schüler besuchen aktuell noch den Unterricht im Schulhaus Unterbach. Da für drei von ihnen im kommenden Jahr sowieso der Übertritt in die Sekundar- oder die Kantonsschule ansteht, müssten durch die Schliessung 14 Schülerinnen und Schüler im nächsten Sommer an einen neuen Primarschulstandort umgeteilt werden. Dies bestätigt Schulpräsident Thomas Ludescher (parteilos) auf Anfrage.
Die Schulpflege begründet den Schliessungsentscheid mit Kosteneinsparungen. Denn das alte Schulhaus sei sanierungsbedürftig. Das vorhandene Geld soll stattdessen in den Erhalt der übrigen fünf Schulen in den Hinwiler Aussenwachten fliessen.
Kein Recht auf Rekurs
Zwei Personen aus dem Einzugsgebiet des Schulhauses haben kurz nach der Bekanntmachung der Schliessung im Januar beim Bezirksrat Hinwil einen Rekurs gegen den Entscheid eingereicht. Darin beantragten sie, den Beschluss der Schulpflege für ungültig zu erklären und eine Neubeurteilung der Situation unter Einbezug der lokalen Bevölkerung vorzunehmen.
Der Bezirksrat ist auf den Rekurs gegen den Entscheid der Schulpflege Hinwil, das Schulhaus Unterbach per Ende Schuljahr 2025/2026 zu schliessen, nicht eingetreten. Der Grund: Die Rekurrierenden seien nicht ausreichend in ihren persönlichen Rechten betroffen, und es bestehe daher kein Recht, den Entscheid einer Behörde mit einem Rekurs anzufechten.
Die Schulpflege Hinwil ist laut Ludescher zufrieden mit dem Entscheid des Bezirksrats. Nicht so die Interessengemeinschaft (IG) Schule Unterbach, die sich seit längerer Zeit gegen die Schliessung wehrt. Sie nehme den Entscheid des Bezirksrats zwar zur Kenntnis, prüfe aber bereits weitere Schritte.
Wie Heinz Egli, Vorstandsmitglied der IG, weiss, werden die beiden Rekurrenten derzeit gemeinsam mit ihrem Anwalt prüfen, was noch möglich wäre. «Innerhalb der laufenden Frist wird eine Stellungnahme erfolgen. Es ist davon auszugehen, dass das Verfahren weitergeführt wird», erklärt Egli.
Die IG bedauert, dass eine Prüfung der inhaltlichen Argumente gegen die Schliessung nicht stattgefunden hat. Damit bleibe die zentrale Frage unbeantwortet, ob die Schliessung der Schule Unterbach überhaupt sinnvoll, verhältnismässig und notwendig sei.
Wichtiger Austausch
Der Austausch zwischen der Schulpflege und der IG findet weiterhin statt. Das letzte Gespräch erfolgte laut Ludescher kurz vor den Sommerferien mit drei Vertretern der IG und drei Vertretern der Schule Hinwil. Über dessen Inhalt wurde Stillschweigen vereinbart. Egli kritisiert die Kommunikation mit der Schulpflege. «Bisher ist es nicht möglich gewesen, mit der gesamten Schulpflege am Tisch zu sitzen», sagt er. Und genau hier liege das Hauptproblem. «Eine Gesamtsicht wäre entscheidend, um verantwortungsvolle Entscheide zu fällen.»
Ein nächstes Treffen ist auf Ende Oktober angedacht. Gleichzeitig hat die IG der Schulpflege kürzlich die Petition «Die Schule Unterbach bleibt offen» übergeben. Wie Ludescher erklärt, wird die Schulpflege nach den Herbstferien darüber befinden und der IG schriftlich eine Rückmeldung zukommen lassen.