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Gesellschaft

«Hunt Watch» demonstriert in Illnau gegen die Jägerschaft

Eine Gruppe von Tierrechtsaktivisten hielt am Rande der Generalversammlung der Zürcher Jäger eine Mahnwache ab. Das Aufeinandertreffen von Jagdgegnern und Jägern verlief unspektakulär.

«Hunt Watch» demonstriert in Illnau gegen die Jägerschaft

Mahnwache in Illnau

Eine Gruppe von Tierrechtsaktivisten hielt am Rande der Generalversammlung der Zürcher Jäger eine Mahnwache ab. Das Aufeinandertreffen von Jagdgegnern und Jägern verlief unspektakulär.

Eine Gruppe von Tierrechtsaktivisten von Hunt Watch demonstrierte am Samstagmorgen beim Restaurant Rössli in Unterillnau. «Nur Feiglinge töten Tiere» oder auch «Hobby-Jäger: Hört auf Wildtiere zu quälen» war auf den mitgebrachten Transparenten zu lesen. Adressat: der Verband JagdZürich (JZ). Rund 100 Jägerinnen und Jäger aus dem ganzen Kanton trafen sich zur Generalversammlung im Rössli-Saal.

Hinter Hunt Watch verbirgt sich kein Verein, sondern vielmehr eine lose Gruppe von Tierfreunden und Jagdgegnern rund um Gründer Olivier Bieli. Die Aktionen werden jeweils über Facebook und WhatsApp koordiniert.

Anders als noch vor einem Jahr war Olivier Bieli diesmal nicht unter den Demonstrierenden. Der Tierrechtsaktivist und Basler Kantonspolizist betreibt mit seiner Partnerin einen Gnadenhof für Tiere im Elsass. Rund um Zürich ist er unter anderem dafür bekannt, dass er sich vor ein paar Jahren für ein Pferdeverbot am Zürcher Sechseläuten engagierte.

Diesmal keine Stadtpolizei vor Ort

Sie gehe davon aus, dass die Aktion wie bereits vor einem Jahr unaufgeregt ablaufen werde, hatte die diesjährige Organisatorin Ursula Alayan-Ricklin im Vorfeld gegenüber dieser Redaktion erklärt. «Unsere Aktivistinnen und Aktivisten verhalten sich jeweils friedlich und bei Konfrontationen möglichst deeskalierend.» Zudem lehne man jede Form von Blockaden, Sachbeschädigungen oder Hassreden konsequent ab. «Es ist nicht unser Ziel, den Anlass zu stören».

Bewilligt hatte die Anti-Jagd-Demo die Stadtpolizei Illnau-Effretikon. Heute seien jedoch keine Polizisten abgestellt worden, erzählt Ursula Alayan-Ricklin am Samstagmorgen, während sich der Parkplatz beim Restaurant mit geländetauglichen Autos füllt. «Eine Patrouille der Kapo ist kurz vorbeigekommen und hat gesagt, wir sollen uns melden, falls etwas sei».

Personen mit Plakaten stehen an einer Strasse
Auf Plakaten und Transparenten verurteilten die Tierschützer rund um Organisatorin Ursula Alayan-Ricklin (links im Bild) die Jagd.

Die in Effretikon wohnende Tierschützerin spricht lieber von einer «ruhigen Mahnwache» statt von einer Demonstration. Ruhig darum, weil man ohne Mikrofon angereist sei, «aus Rücksicht auf das benachbarte Wohnquartier». Ruhig aber auch, weil sie keine Eskalation erwarte. «Seit der Abstimmung über die kantonalen Volksinitiative ‹Wildhüter statt Jäger› im September 2018 sind die Zürcher Jägerinnen und Jäger merklich zurückhaltender geworden im Umgang mit uns Jagdgegnern».

«Wir lassen uns nicht stören»

Und was meint die Jägerschaft zur Aktion von Hunt Watch? «Die fünf, sechs Personen, die da draussen still rumstehen, stören uns nicht. Und wir lassen uns von ihnen auch nicht stören», sagt Samuel Ramseyer, Vizepräsident von JagdZürich und verantwortlich für die Kommunikation. Man kenne die jeweiligen Argumente. In einem Punkt ist er mit seiner Gegenspielerin Alayan-Ricklin einig: «Ich gehe davon aus, dass das Ganze wie bereits letztes Jahr unaufgeregt ablaufen wird.»

Und so war es denn auch. Und während im Rössli-Saal die Traktandenliste in Angriff genommen wurde, wurden draussen vor der Tür bereits die Transparente zusammengerollt. Blöde Sprüche oder gar Beschimpfungen habe es keine gegeben, sagte eine der Tierrechtsaktivistinnen. Im Gegenteil: «Mit einem der Jäger habe ich ein richtig nettes Gespräch geführt».

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