Hinwil und Wald erhalten keine Gratis-Agenda mehr: Das sind die Gründe
Leere Briefkästen
Die beliebten Linden-Agenden fehlen in Hinwil und Wald. Warum der Verlag sie plötzlich stoppt – und welche Gemeinden trotzdem noch beliefert werden.
«Weiss öpert, ob die Agendas scho verteilt worde sind fürs 2026? Han bis jetzt no nüt im Briefchaste gha.» Mit dieser Nachricht meldete sich kürzlich eine Nutzerin in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Hinwil, wenn ...». Sie vermisste die Agenda der Firma Linden-Grafik in ihrem Briefkasten, welche bis zum vergangenen Jahr auch in Hinwil verteilt wurde.
Das Unternehmen aus Zuzwil gibt diese Agenden in etwa 350 Schweizer Gemeinden heraus. Darin zu finden sind nicht nur lokale Inserate, sondern beispielsweise auch Informationen über Dienstleistungen der Gemeinde.
Doch die Hinwilerinnen und Hinwiler müssen künftig ohne diese Agenda auskommen. Die Linden-Grafik AG hat die Herausgabe der Agenden in der Gemeinde eingestellt – so, wie sie es 2023 bereits in Uster getan hat. Auch in Wald erscheint der Gratis-Planer heuer nicht mehr.
Mitarbeitende fehlen
«Fakt ist, dass wir das finanzielle Soll für die Produktion nicht erreicht haben», sagt Daniela Meile, Geschäftsleitungsmitglied der Linden-Grafik AG. Denn die Produktion der offenbar geschätzten Agenda wird einzig durch Inserate finanziert. «Einige Firmen setzen leider nur noch auf digitale Kanäle», sagt Meile. Ausserdem fehlen der Firma genügend Aussendienstmitarbeitende, die sich um den Verkauf der Inserate kümmern.
Die Linden-Grafik AG habe sehr viele Anfragen aus Hinwil und Wald zu den Agenden erhalten. Gewisse haben sich aber auch direkt bei den Gemeinden gemeldet. Hinwil hat deshalb Anfang Jahr über die Einstellung des Angebots auf ihrer Website informiert.
Finanziell unterstützte Hinwil den Druck nie. «Die Gemeinde hat sich nicht durch Inserate an der Agenda beteiligt», teilt Gemeindeschreiberin Martina Buri mit. Auch Wald wollte sich laut der Linden-Grafik AG nicht finanziell beteiligen.
In der Region gibt es die gedruckte Agenda somit laut Angaben des Unternehmens nur noch in Pfäffikon, Rüti, Turbenthal und Zell. Auf der Website kann aber eine Linden-Agenda ohne Gemeindeinfos und Werbung für 15 Franken bestellt werden.