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Gesellschaft

Keine Agenda mehr für Ustermer Haushalte

Trotz grösserer Nachfrage wird die Uster Agenda nicht mehr produziert. Eine Nachfolgelösung ist nicht in Sicht.

Fehlende Agenden: Ein Ustermer ist enttäuscht, dass dieses Jahr keine kostenlosen Agenden verteilt wurden.

Foto: Martin Walter Allgaier

Keine Agenda mehr für Ustermer Haushalte

Produktion ist eingestellt

Jährlich wurde in Uster Ende Dezember eine Gratis-Agenda mit Informationen zur Stadt und zu Veranstaltungen verteilt. Für die Rettung müsste die Stadt Uster einspringen.

Letzten Dezember fanden die Ustermer keine Agenda in ihren Briefkästen. Normalerweise wird die Uster-Agenda jährlich kostenlos verteilt. Der Planer, der neben Platz für eigene Termine und Notizen auch Informationen bezüglich Uster sowie Veranstaltungen oder die Daten für die Abfallabfuhr beinhaltete, war zumindest bei einem Teil der Bevölkerung sehr beliebt.

So auch bei Margrit und Martin Walter Allgaier. Die beiden sind Fans der Agenda. Der Ustermer erzählt, dass seine Frau den Terminkalender immer brauchte. «Es standen so viele Informationen bezüglich Uster wie die Telefonnummern der Gemeindeverwaltung oder die Daten der Schulferien in der Agenda.» Er meint, die Agenda sei sehr praktisch gewesen und habe genug Platz geboten, um Termine einzutragen, zum Beispiel wenn man Besuch gehabt habe.

Als der Planer Anfang Januar immer noch nicht im Briefkasten lag, beschloss er, die Sache in die eigene Hand zu nehmen. Nach telefonischer Nachfrage bei der Herausgeberin, der Linden-Grafik AG in Zuzwil SG, fand Allgaier heraus, dass der Terminkalender wegen zu weniger Inserate nicht mehr rentiert hat.

Allgaier versteht nicht, wieso die Agenda, um die Kosten zu decken, nicht zum Verkauf angeboten wird. Die Zuzwiler Firma deckt mit ihren Agenden 400 Gemeinden in der Schweiz ab.

Auch auf Social Media ein Thema

Auch in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Uster, wenn» war die Agenda schon ein Thema. In der Social-Media-Gruppe mit über 5000 Mitgliedern wurde in einem Post gefragt, ob jemand einen Planer von 2024 habe. Die Kommentierenden klärten darüber auf, dass die Agenda eingestellt wurde. Die meisten bedauern aber diesen Schritt.

Eine Userin freut sich jedoch darüber. Unter dem Post kommentierte sie: «Zum Glück, sonst hätte ich noch mehr Papierverschwendung zu Hause.» Die Agenda scheint also nicht für alle so praktisch gewesen zu sein wie für Allgaier und seine Frau.

So geht es mit der Agenda weiter

Die Stadt Uster hat nicht direkt mit der Herausgabe des Terminkalenders zu tun. Beim zuständigen Unternehmen, der Linden-Grafik AG, erzählt Geschäftsleitungsmitglied Daniela Meile, dass man viele Rückmeldungen aus Uster erhalten habe. «Es hat wirklich gerappelt und rappelt immer noch», meint Meile.

Einen Uster-Planer, den man direkt bei der Herstellerin kaufen kann, wie es sich Allgaier wünscht, wird es allerdings nicht geben. Für die Rettung müsste die Stadt Uster einspringen und sich finanziell an der Agenda beteiligen.

Pascal Sidler informiert jedoch, dass die Stadt Uster über ihre eigenen Informationskanäle verfüge, durch die es möglich sei, eine breite Zielgruppe digital und analog zu erreichen und zu informieren. Der stark nachgefragte Entsorgungskalender werde weiterhin kostenlos an alle Haushalte verteilt. «Eine finanzielle Beteiligung an der Linden-Grafik AG ist deshalb nicht vorgesehen», führt der Stadtschreiber aus.

Aufgrund der hohen Resonanz auf die eingestellte Agenda plant die Linden-Grafik AG jedoch, noch einmal mit der Stadt in Verbindung zu treten. Eine Agenda 2025 wirkt, solange die Stadt nicht involviert ist, jedoch in weiter Ferne.

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