Legionellen in Wetzikon fordern erstes Todesopfer
Ursache weiterhin unbekannt
Seit Anfang 2025 wurden in Wetzikon insgesamt 33 Fälle von Legionellose registriert, davon acht seit Ende Juni. Eine der erkrankten Personen ist vergangene Woche verstorben.
Nun herrscht traurige Gewissheit: Eine der an Legionellose erkrankten Personen aus Wetzikon ist vergangene Woche gestorben. Dies gab die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich in einer Mitteilung von Donnerstag bekannt. Die erkrankte Person sei mittleren Alters gewesen und habe bereits zuvor an mehreren Vorerkrankungen gelitten.
Wo sich die betroffene Person angesteckt hat, ist bislang nicht klar. Auch bei den weiteren 32 Fällen, die sich innerhalb der letzten anderthalb Jahre mit der Erkrankung infiziert haben, tappen die Behörden weiterhin im Dunkeln. Alle Infizierten wurden medizinisch betreut, bei der Mehrheit der Fälle war eine Spitalbehandlung notwendig.
Zwar weisen die bisherigen Untersuchungen in mehreren Fällen auf einen Zusammenhang zwischen den Erkrankungen und dem Vorkommen von Legionellen in Duschwasserproben hin. Bei den Untersuchungen weiterer möglicher Quellen konnte aber bislang keine gemeinsame Infektionsquelle festgestellt werden. Zudem traten alle Fälle zeitlich und räumlich verteilt auf.
Bevölkerung soll weiter sensibilisiert werden
Eine interdisziplinäre Taskforce unter Beteiligung des Kantonsärztlichen Dienstes des Amts für Gesundheit, des Kantonalen Labors und weiterer Fachstellen sucht weiter nach der Ursache für die Häufung. Dies geschieht laut Kanton mittels Patientenbefragungen, der Analyse von Patienten- und Duschwasserproben sowie der Untersuchung weiterer wasserführender Anlagen und möglicher Infektionsquellen.
Zusätzlich werde in Zusammenarbeit mit der Stadt Wetzikon aktuell ein Merkblatt für Verwaltungen und Eigentümerschaften von Liegenschaften erarbeitet. Darin werden Empfehlungen zur fachgerechten Überprüfung und zum sicheren Betrieb von Hausinstallationen zusammengefasst.
Zudem ist eine erneute, breite Sensibilisierung der Bevölkerung durch die Stadt Wetzikon geplant. Dabei werden die empfohlenen Vorsorgemassnahmen in Erinnerung gerufen.
Für die Bevölkerung ergeben sich gemäss Gesundheitsdirektion derzeit keine neuen Empfehlungen. Die bereits kommunizierten allgemeinen Vorsorgemassnahmen gegen Legionellen gelten weiterhin.
Das Trinkwasser in Wetzikon kann bedenkenlos getrunken werden. Durch das Trinken von Wasser erfolgt keine Ansteckung. Bei den Hausinstallationen und insbesondere bei der Warmwasserbereitung ist es wichtig, die empfohlenen Vorsorgemassnahmen zu beachten.
Vorsorgemassnahmen gegen Legionellen
Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise im Wasser vorkommen. Unter günstigen Bedingungen können sie sich in Warmwassersystemen und anderen wasserführenden Anlagen vermehren. Eine Ansteckung erfolgt durch das Einatmen feinster legionellenhaltiger Wassertröpfchen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch oder durch das Trinken von Wasser findet nicht statt.
Legionellen lassen sich in Wasserinstallationen nicht vollständig vermeiden. Werden die empfohlenen Massnahmen beachtet, lässt sich das Risiko ihrer Vermehrung und einer Infektion jedoch wirksam reduzieren.
Einhaltung der empfohlenen Warm- und Kaltwassertemperaturen
Stagnation vermeiden (Wasser nicht länger als 72 Stunden stehen lassen)
Wasserleitungen nach längeren Benutzungspausen gründlich spülen (eve)

