Stadt Wetzikon sucht weiter nach Ursache für Legionellose-Fälle
Auffällige Häufung
Seit Anfang 2025 sind in Wetzikon insgesamt 29 Fälle der Erkrankung aufgetreten. Die Stadt kann nun zwar mehrere Orte als mögliche Infektionsquellen ausschliessen – sie kennt die Ursache für die Häufung aber weiterhin nicht.
Warum sind in den vergangenen anderthalb Jahren vergleichsweise viele Menschen aus Wetzikon an Legionellose erkrankt? Diese Frage beschäftigt den Kanton und die Stadt weiterhin. Erst vor zwei Wochen wurden vier neue Fälle gemeldet.
Nach wie vor geht man davon aus, dass sich die Betroffenen über mit Legionellen belastetes Duschwasser angesteckt haben. Ob es jedoch eine gemeinsame oder mehrere voneinander unabhängige Infektionsquellen gibt, ist weiterhin unklar. In einer Mitteilung vom Dienstag gibt die Stadt Wetzikon nun bekannt, bei mehreren möglichen Verbreitungsorten keine Hinweise auf das Bakterium gefunden zu haben.
Dazu zählen unter anderem Alters- und Pflegeheime in Wetzikon, das GZO Spital sowie weitere öffentliche Einrichtungen mit Duschen, darunter auch das Freibad Wetzikon. Ebenfalls beprobt wurden die Ara Wetzikon und die Ara Hinwil, verschiedene Kühlanlagen sowie Autowaschanlagen. Die Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf Legionellen, die mit den Erkrankungsfällen im Zusammenhang stehen könnten.
Auch Hydranten und Laufbrunnen scheiden als Ursache aus
Auch das Wetziker Trinkwassersystem wurde untersucht, unter anderem an Hydranten und Laufbrunnen. Dabei zeigten sich ebenfalls keine Auffälligkeiten.
Die Stadt betont, dass eine Ansteckung in der Regel nicht durch das Trinken von Wasser erfolgt. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist äusserst selten. Gefährlich werden Legionellen vor allem dann, wenn mit den Bakterien belastete Aerosole – also feinste Wassertröpfchen – eingeatmet werden. Solche Aerosole entstehen beispielsweise beim Duschen.
Die Ursache für die Häufung der Fälle bleibt damit weiterhin unklar. Die beteiligten Fachstellen – federführend ist hier der Kanton – setzen «ihre umfangreichen Abklärungen» deshalb fort. Bei allen erkrankten Personen wird das Duschwasser zu Hause beprobt.
Parallel dazu werden die Patientinnen und Patienten zu ihren Aufenthaltsorten vor der Erkrankung befragt. Auf diese Weise sollen weitere mögliche Infektionsquellen ermittelt und anschliessend untersucht werden.
Was ist Legionellose?
Als Legionellose bezeichnet man Erkrankungen, die durch Legionellen verursacht werden. Die schwerste Form ist die sogenannte Legionärskrankheit, eine Lungenentzündung. Typische Symptome sind hohes Fieber, Husten, Atemnot sowie Kopf- und Muskelschmerzen.
Die Erkrankung kann insbesondere bei älteren Menschen, Rauchenden und Personen mit geschwächtem Immunsystem schwer verlaufen. Daneben können Legionellen das deutlich mildere Pontiac-Fieber auslösen. Dabei treten grippeähnliche Beschwerden ohne Lungenentzündung auf.
Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise in Gewässern auftreten und sich insbesondere in warmem, stehendem Wasser vermehren können. Problematisch können sie deshalb beispielsweise in Wasserleitungen, Duschen oder anderen Wasser führenden Anlagen werden.
Alles, was Sie über Legionellen wissen müssen, finden Sie ausserdem hier. (eve)

