Verwaltungsratspräsidentin der Regio 144 AG kündigt Rücktritt an
Nur noch ein Amtsjahr
Das Rettungsdienstunternehmen Regio 144 aus Rüti blickt auf ein herausforderndes Jahr zurück. Carmen Müller Fehlmann will sich im nächsten Jahr aus dem Verwaltungsrat zurückziehen.
Die Aktionäre des Rettungsdiensts Regio 144 haben an der Generalversammlung den Jahresbericht für 2025 verabschiedet, wie das Unternehmen aus Rüti mitteilt. Im letzten Geschäftsjahr resultierte ein Verlust von 135’000 Franken. Hauptursache sei der im Kanton Zürich geltende und nicht kostendeckende Rettungstarif, lässt sich Verwaltungsratspräsidentin Carmen Müller Fehlmann im Jahresbericht zitieren.
Überraschender als das Jahresergebnis war deshalb die Ankündigung von Müller Fehlmann, sich zum letzten Mal als Verwaltungsratspräsidentin zur Wahl zu stellen. «Es ist an der Zeit, loszulassen», sagte sie. Sie wolle das kommende Amtsjahr aber nochmals nutzen, um den strategischen Kurs zu festigen und eine geordnete Übergabe zu gewährleisten. Müller Fehlmann sitzt seit über 20 Jahren im Verwaltungsrat der Regio 144 AG, seit sieben Jahren präsidiert sie ihn.
Bis dann dürften allerdings die Verhandlungen mit den Versicherern über eine Tarifanpassung nicht abgeschlossen sein. Damit ist erst 2028 zu rechnen. Das strukturelle Defizit dürfte deshalb vorerst bestehen bleiben. Trotzdem hielt die ehemalige Rütner Gemeinderätin (SP) im Jahresbericht fest, dass die Regio 144 AG über genügend Eigenmittel verfüge, um diese Phase zu überstehen.
Leichter Rückgang bei den Einsätzen
Das Ergebnis negativ beeinflusst hat im vergangenen Jahr auch die leicht sinkende Zahl der Rettungsfahrten. Für insgesamt 10’015 Einsätze rückten die Rettungssanitäterinnen und -sanitäter aus. Im Vorjahr waren es noch 10’080 Einsätze. Das Gebiet erstreckt sich hauptsächlich auf den Bezirk Hinwil, die Gemeinde Bauma und die Linthebene.
Besonders viel los war mit 36 Einsätzen am 27. Juni. Besonders wenig dann gut einen Monat später am 28. Juli. Dann standen nur 11 Einsätze an. Im digitalen Jahresbericht hat die Regio 144 AG die Statistik sogar nach einzelnen Gemeinden aufgeschlüsselt. Spitzenreiter ist das bevölkerungsreiche Wetzikon mit 1603 Einsätzen, gefolgt von Rapperswil-Jona mit 1569. Nur selten musste der Rettungsdienst nach Seegräben ausrücken. Nämlich lediglich 41-mal.
Standort Wetzikon bleibt erhalten
Geschäftsführer Markus Honegger streicht vor allem die Verlässlichkeit der 59 Rettungssanitäterinnen und -sanitäter sowie der 38 Notärztinnen und Notärzte hervor. «Wir waren da, wenn wir gebraucht wurden», lässt er sich zitieren. Das sei keine Selbstverständlichkeit.
Für eine bessere Versorgung habe der seit Mitte 2025 in Wetzikon stationierte Rettungswagen gesorgt. Dadurch sind die Gemeinden Gossau, Wetzikon, Bäretswil und Bauma noch schneller erreichbar. Der Stützpunkt werde 2026 weitergeführt und schrittweise ausgebaut.
Per 31. Januar 2026 vorzeitig eingestellt hat die Regio 144 AG hingegen das Projekt, mit sogenannten Präklinischen Fachspezialisten zu arbeiten. Dies trotz einer eigentlich positiven Bilanz. Doch die Nachfrage war nicht gross genug. Die Gesundheitsprofis behandelten Patientinnen und Patienten zu Hause und entlasteten dadurch überlastete Hausarztpraxen oder Notfallstationen in Spitälern.
