Gruppenpraxis statt Einzelpraxis: «Allein geht es heute kaum mehr»
Lange Wartezeiten, überlastete Praxen, fehlende Hausärzte: Auch im Zürcher Oberland gerät die Grundversorgung unter Druck. Zwei Praktiker erklären, weshalb Gruppenpraxen entlasten können – und wo ihre Grenzen liegen.
Volle Terminkalender, besetzte Telefone, hohe Erwartungen: Der Alltag in der Hausarztmedizin hat sich verändert. Andrea Gabriela Johner-Gassmann ist Hausärztin in Dübendorf und beobachtet seit Jahren eine klare Verdichtung der Arbeit und der Anforderungen.
Die Zahl der Konsultationen nehme zu, gleichzeitig wachse der Anspruch der Patientinnen und Patienten, rasch erreichbar zu sein – telefonisch, per Video oder per E-Mail.
Trotz diesen Herausforderungen arbeitet Johner-Gassmann gerne als Ärztin. «Mit Leib und Seele», wie sie sagt. Um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden und gleichzeitig ein Privatleben zu haben, entschied sie sich bewusst für eine Gruppenpraxis.
Hausärzte heute
Als Grundversorger bezeichnet man die Hausärztinnen und Hausärzte auch, weil sie die tragenden Säulen des Schweizer Gesundheitssystems sind. Doch die Grundversorger sind mit grundlegenden Problemen konfrontiert, unter anderem mit Nachwuchssorgen in den eigenen Reihen.
In einer kleinen Serie, die mit Unterstützung der Gesellschaft der Ärztinnen und Ärzte des Zürcher Oberlandes (AGZO) zustande kam, beleuchten wir die Lage in der Region. (ehi)
Bisher erschienen:
«Zukunft der Hausarztpraxis: Warum es Einzelkämpfer schwerer haben», Interview mit Dr. Res Kielholz aus Uster
«Je weniger Hausärzte, desto weniger Zeit für Patienten», Artikel über die Hausärztin Michelle Graber aus Wetzikon

