Spitäler Uster und Wetzikon brauchen weiter externe Pflegekräfte
Uster und Wetzikon greifen bei Bedarf weiter auf Temporärpersonal zurück. Das Ziel bleibt dennoch, Ausfälle intern abzufangen und dem Stammpersonal attraktive Bedingungen zu bieten.
Ende Februar gab der Verband Zürcher Krankenhäuser (VZK) bekannt, dass sämtliche Spitäler im Kanton auf den Einsatz von temporärem Pflegepersonal verzichten werden. Von dieser Neuausrichtung waren auch die beiden Spitäler in Uster und Wetzikon (GZO) betroffen.
Der Verzicht auf temporäre Angestellte sollte ab Sommer 2025 in Kraft treten – doch nun krebst der Verband zurück und schreibt in einer neuen Mitteilung, es gebe keinen gemeinsamen Beschluss, auf den Einsatz von Temporärpersonal zu verzichten. Die Spitäler seien in ihrer Entscheidung rund um die Personalpolitik eigenständig.
Und es zeigt sich, dass ein vollständiger Verzicht auf Temporärpersonal für die Spitäler nicht möglich ist, wie auch das Spital Uster und das GZO bestätigen.
Unentbehrlich für lückenlose Abläufe
«Über 60 Prozent der stationären Patientinnen und Patienten treten bei uns via den Notfall ein. Diese sind schlicht nicht planbar», erklärt die Medienstelle des GZO Spitals Wetzikon. Deshalb müsse, gerade in Spitzenzeiten, auf Temporärpersonal zurückgegriffen werden.
«Es bleibt jedoch unser Ziel, mit möglichst wenig externen Mitarbeitenden auszukommen – nicht zuletzt auch aufgrund der Erkenntnisse des 2022 eingeführten Arbeitszeitmodells.»
Darin arbeiten Pflegefachpersonen im Dreischichtbetrieb bei gleichbleibendem Lohn 10 Prozent weniger. Dies wirke sich positiv auf die Erholung der Mitarbeitenden und Mitarbeiterzufriedenheit und in der Folge auf Fluktuationen und Krankheitstage aus.
.«Wir haben stabilere Teams und so weniger Rekrutierungsaufwand», sagt das GZO. Man setze, wann immer möglich, auf interne Lösungen – denn es mache einen Unterschied, wenn jemand das Haus kenne. Ein Verzicht auf Temporärpersonal war in den letzten Monaten jedoch nicht möglich: «Letztlich steht die qualitative Behandlung aller Patienten im Vordergrund, und da sind lückenlose Abläufe unentbehrlich.»
Ein interner Arbeitsmarkt
Auch im Spital Uster will man weiterhin auf einen «sinnvollen Einsatz von Temporärkräften», wie beispielsweise bei unerwarteten Personalausfällen, zurückgreifen. Diese Einsätze seien im Normalfall nur für wenige Tage und liegen bei 350 Vollzeitstellen bei rund 4 bis 6 Prozent.
Trotzdem will man auch am Spital Uster den Einsatz von temporärem Personal reduzieren, indem interne Lösungen gefunden werden: «Wir haben eine kleine Anzahl von Pflegemitarbeitenden, welche angestellt sind und nicht fest in einem Pflegeteam arbeiten, sondern divers eingesetzt werden», erklärt Alexander Schildknecht, verantwortlich für die Kommunikation am Spital Uster.
Dieses Pflegepersonal kann kurzfristige Ausfälle oder einen hohen Arbeitsaufwand kompensieren. Zusätzlich wolle man die Möglichkeit bieten, dass Mitarbeitende einzelne Zusatztage anbieten können, die extra entlöhnt werden – quasi im Sinne eines internen Arbeitsmarkts. «Das entspricht mehr dem Zeitgeist der Selbstbestimmung in der Planung.»
