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So planen die Oberländer Spitäler die Reduktion der temporären Pflegekräfte

Ab Sommer sollen in den Zürcher Spitälern keine temporären Pflegekräfte mehr arbeiten. Das Spital Wetzikon profitiert nun von einem Pilotprojekt.

Ab Sommer arbeiten in den Zürcher Spitälern – wie hier in Uster – in der Pflege keine temporären Angestellten mehr. (Archiv)

Foto: Nathalie Guinand

So planen die Oberländer Spitäler die Reduktion der temporären Pflegekräfte

Verzicht für weniger Kosten

Ende Februar kündigten die Zürcher Spitäler an, künftig auf temporäres Pflegepersonal verzichten zu wollen. Dem GZO Spital Wetzikon kommt nun seine Vorreiterrolle zugute.

Der Verband Zürcher Krankenhäuser (VZK) kündigte Ende Februar an, dass ab Sommer alle Spitäler im Kanton auf temporäres Pflegepersonal verzichten werden. So wollen die Spitäler vor allem Kosten reduzieren. Daraus resultieren sollen aber auch bessere Arbeitsbedingungen durch flexiblere Arbeitsmodelle für Festangestellte.

Die neue Ausrichtung betrifft auch die beiden Spitäler in Uster und Wetzikon. Sie müssen sich damit auseinandersetzen, wie auch sie künftig genügend Personal zur Verfügung haben und gleichzeitig die Festangestellten nicht überlasten.

Bereits Erfahrungen in Wetzikon

Einen kleinen Vorsprung hat dabei das GZO Spital in Wetzikon. Im Jahr 2022 hat das GZO als Pilotprojekt die 37,8-Stunden-Woche für das Pflegepersonal eingeführt. Für die Angestellten bedeutete das neue Modell eine reduzierte Arbeitszeit um zehn Prozent – bei gleichbleibendem Lohn. Gearbeitet wird im Dreischichtbetrieb.

Nach Ablauf des Pilotbetriebs im Februar 2024 zog das Spital insgesamt eine positive Bilanz. Die Mitarbeiterzufriedenheit sei gestiegen, die Fluktuation gesunken. Gleichzeitig konnte man den Einsatz von temporärem Pflegepersonal reduzieren. Daraus resultierten wiederum Kosteneinsparungen.

Trotzdem entschied sich das Spital nicht für eine definitive Einführung des Modells, denn die Finanzierung sei trotz Einsparungen in gewissen Bereichen schwierig. Im Herbst fiel dann dennoch der Beschluss, zumindest bis Ende 2025 an der 37,8-Stunden-Woche festzuhalten.

Anteil an Temporären variiert

Die Vorreiterrolle kommt dem Wetziker Spital nun zugute. Genaue Angaben zum aktuellen Anteil an temporärem Pflegepersonal macht das Spital zwar nicht, er variiere von Woche zu Woche. Doch es verweist auf die «massiven Einsparungen» in jüngster Vergangenheit. 2024 hätten die Kosten im Vergleich zum Vorjahr halbiert werden können.

Das Spital erhofft sich durch den kompletten Verzicht auf Temporärpersonal in der Pflege nicht nur finanzielle Vorteile, sondern auch eine weitere Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit und eine engere Bindung des Personals.

Die Umsetzung ist allerdings nicht ganz einfach. Anreize soll ein neues Modell für festangestellte Teilzeitmitarbeitende schaffen. Zusätzliche Dienste, die eine hohe Flexibilität erfordern, sollen möglichst attraktiv gestaltet werden. Details sind noch nicht bekannt.

Eine mögliche Überlastung der Festangestellten durch den Verzicht auf Temporäre befürchtet man in Wetzikon nicht. Das neue 37,8-Stunden-Modell habe diesbezüglich die Situation entspannt. Die Mitarbeitenden würden sich bei Engpässen inzwischen eher für Zusatzeinsätze melden.

Festangestellte sind günstiger

Auch das Spital Uster sieht vor allem Vorteile im Verzicht auf temporäres Pflegepersonal. Die Temporären seien oft weniger gut mit den Abläufen vertraut als Festangestellte. Dies erhöhe die Arbeitsbelastung für das ständige Personal. Künftig erhoffe man sich neben Einsparungen darum stabilere Arbeitsabläufe und letztlich auch eine Steigerung der Qualität und der Patientensicherheit.

In Uster liegt der Anteil an temporärem Personal in der Pflege aktuell bei 5 bis 7 Prozent. Bis im Sommer will das Spital diesen Prozentsatz mit «verstärkten Recruiting-Massnahmen und dem Ausbau des internen Personal-Pools» runterschrauben und für die Spitzenzeiten die Planung optimieren.

Denn die Kosten für temporäres Personal seien etwa doppelt so hoch wie für Festangestellte, erklärte Pflegedirektor Karsten Boden bereits Ende Februar. Verantwortlich dafür seien neben höherem Lohn auch zusätzlich Vermittlungsgebühren. Ausserdem entstünden durch die Einarbeitung Effizienzverluste.

Eine Anpassung des aktuellen Arbeitszeitmodells plant das Spital trotz der neuen Voraussetzungen nicht. Man biete den Angestellten bereits jetzt «flexible Arbeitsmodelle mit Zeit- und Geldaufschlägen». Zu einem ähnlichen Ansatz wie in Wetzikon, dem 37,8-Stunden-Modell, nimmt das Spital Uster keine Stellung.

Weiterführung des 37,8-Stunden-Modells offen

Ennet dem Aatal ist man sich weiterhin noch nicht sicher, wie es mit diesem Modell weitergeht. Seit Herbst lägen keine neuen Erkenntnisse vor, schreibt das GZO Spital. Nur so viel: «Das Modell ist beim bestehenden Personal sehr beliebt und hilft auch bei der Rekrutierung von Mitarbeitenden.»

Man sei im Rahmen der Umsetzung der zweiten Etappe der Pflegeinitiative nach wie vor in einem Evaluationsprozess. Infrage kämen auch alternative Varianten oder ergänzende Module zum bestehenden Modell. Mitentscheidend seien letztlich die Kosten: «Alle Verbesserungen der Arbeitsbedingungen ziehen finanzielle Konsequenzen nach sich.»

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