Gesellschaft

Noch fliessen wohl Daten ab

Ustermer Wagerenhof rechnet Ende November mit Normalbetrieb

Nach dem Hackerangriff im Juli ist die Stiftung Wagerenhof in Uster noch immer mit dem Wiederaufbau ihrer IT-Infrastruktur beschäftigt. Die forensische Analyse ist zwar abgeschlossen, doch wird noch immer ein Datenabfluss vermutet.

Ustermer Wagerenhof rechnet Ende November mit Normalbetrieb

Nach dem Hackerangriff im Juli ist die Stiftung Wagerenhof in Uster noch immer mit dem Wiederaufbau ihrer IT-Infrastruktur beschäftigt. Die forensische Analyse ist abgeschlossen.

Der Ransomware-Angriff auf die Stiftung Wagerenhof in Uster vom 9. Juli hat weiterhin Auswirkungen auf den Alltag der Institution. Zwar konnten Teile der Infrastruktur inzwischen wiederhergestellt werden, bis zum Normalbetrieb dauert es aber länger als zunächst erwartet. Wie die Stiftung in einer aktuellen Medienmitteilung schreibt, rechnet sie damit, dass dies Ende November der Fall sein wird.

Beim Angriff waren die gesamte Server- und Applikationslandschaft, die Dokumentationen sowie die Festnetztelefonie und die E-Mails ausgefallen. Gemeinsam mit externen Cybersecurity-Experten arbeitet die Stiftung seither daran, die Infrastruktur schrittweise wieder und teilweise neu aufzubauen. Seit dem 14. August funktioniert das Telefonnetz wieder. Bis Ende Oktober sollen zudem alle Mitarbeitenden wieder per E-Mail erreichbar sein.

Noch fehlende Arbeitsinstrumente werden nach ihrer Bedeutung für den Betrieb und die Handlungsfähigkeit priorisiert. Die Wiederherstellung der Systeme bleibt damit eine schrittweise Aufgabe. Die Grundversorgung und die medizinische Versorgung sowie die Sicherheit der Bewohnenden seien während des gesamten Vorfalls jederzeit gewährleistet gewesen, betont die Stiftung.

Sicherheitssysteme reagierten

Neue Erkenntnisse gibt es inzwischen zur technischen Untersuchung des Angriffs. Die forensische Analyse konnte abgeschlossen werden. Der entsprechende Bericht wurde den relevanten Stellen übergeben.

Daraus geht laut der Stiftung hervor, dass eine Vielzahl der zum Zeitpunkt des Angriffs bestehenden Sicherheitssysteme planmässig reagiert hatte. Der Angriff sei über die Firewall erfolgt. Primär betroffen gewesen seien Datei- und Mailserver.

Weiterhin geht die Stiftung davon aus, dass Daten abgeflossen sind. Bislang seien jedoch keine Daten im Darknet auffindbar. Ob und welche Informationen tatsächlich entwendet wurden und welche Folgen dies haben könnte, bleibt damit offen. Bereits in einer früheren Mitteilung hatte die Stiftung auf die Unsicherheit bezüglich eines möglichen Datenabflusses hingewiesen.

Krisenstab zurückgestuft

Der Vorfall wurde dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) gemeldet. Zudem hat die Stiftung Strafanzeige erstattet. Weitere Angaben zu möglichen Tätern oder zum genauen Ablauf des Angriffs macht sie in der aktuellen Mitteilung nicht.

Auch die interne Krisenorganisation wird angepasst: Der interdisziplinäre und hierarchieübergreifende Krisenstab, der am 13. Juli eingesetzt worden war, soll ab Ende November nur noch als Begleitgremium tätig sein.

Bis dahin bleibt der Wiederaufbau der IT-Systeme eine zentrale Aufgabe. Die Stiftung muss weiterhin dafür sorgen, dass die für die Betreuung, die medizinische Versorgung und den Betrieb notwendigen Abläufe auch unter den erschwerten Bedingungen funktionieren. Mit der geplanten Rückkehr zum Normalbetrieb Ende November zeichnet sich ein zeitlicher Horizont ab. Die Auswirkungen des Angriffs sind im Alltag der Institution jedoch noch nicht vollständig überwunden.

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