In der alten Spinnerei bei Kyburg ziehen bald die ersten Mieter ein
Trotz laufenden Bauarbeiten
Das Bühler-Areal in der Mülau bei Sennhof wird vom Industrie- zum Wohnquartier. Im historischen Spinnereigebäude entstehen 89 Wohnungen. Bauherr Martin Kägi führt persönlich durch die Baustelle.
Vor 26 Jahren hätte Martin Kägi wohl nicht gedacht, dass er einmal eine Immobilie an den Mann und die Frau bringen würde. Damals hatte der studierte Maschineningenieur gerade in siebter Generation die Leitung der geschichtsträchtigen Spinnerei in der Mülau bei Sennhof übernommen. Das Geschäft mit den hochwertigen Garnen florierte, die Hermann Bühler AG konnte sogar nach Asien expandieren.
Dieser Erfolg ist längst Geschichte. 2016 musste die letzte Spinnerei der Schweiz – die übrigens auf Illnau-Effretiker Gemeindegebiet steht – nach 205 Jahren Forfait geben und schliessen. Wo einst die Spinnmaschinen ratterten, steht heute Geschäftsführer Kägi auf einer staubigen Abdeckblache. Um ihn herum Kabel, Verpackungen mit Keramikplatten, Holzbretter, Leitern und Kartonschachteln. Ein organisiertes Baustellenchaos wie aus dem Bilderbuch.
Trotzdem soll hier in Bälde neues Leben einziehen. Die Umnutzung des Bühler-Areals zum Wohnquartier ist in vollem Gange. Die ersten Bagger waren bereits vor drei Jahren vorgefahren und rückten dem historischen Bau zu Leibe. Dabei ist nicht nur die Frontseite des Kopfbaus einer neuen Version gewichen. Auch die beiden turmähnlichen Anbauten sind verschwunden.

