Gesellschaft

Auf der Suche nach einer Partnerstadt

Liebe Dübendorfer, wie wäre es mit Schwäbisch Gmünd?

Es gibt fast schon zu viele Argumente, die dafür sprechen: Schwäbisch Gmünd im Osten Stuttgarts wäre die perfekte Kandidatin für eine partnerschaftliche Beziehung mit Dübendorf.

Liebe Dübendorfer, wie wäre es mit Schwäbisch Gmünd?

Es gibt fast schon zu viele Argumente, die dafür sprechen: Schwäbisch Gmünd im Osten Stuttgarts wäre die perfekte Kandidatin für eine partnerschaftliche Beziehung mit Dübendorf.

Jeder braucht Freunde, um in dieser grossen, immer komplexer werdenden Welt zurechtzukommen. Das gilt für Menschen, aber insbesondere auch für Gemeinden und Städte. Und da bieten sich Städtepartnerschaften an.

Während Schwerzenbach seit Jahren ein freundschaftliches Verhältnis mit der lettischen Stadt Aizpute unterhält und Uster mit dem deutschen Prenzlau einen intensiven partnerschaftlichen Austausch pflegt, gibt sich Dübendorf deutlich isolationistischer.

Dübendorf ist überkommunal zwar bestens vernetzt, was Raumplanung, Standortentwicklung, Verkehr, Sicherheit oder Gesundheitsversorgung anbelangt. Und es besteht so etwas wie eine lockere Freundschaft mit der kleinen Gemeinde Schongau in Bayern. Diese entstand einst aus Kontakten unter den Feuerwehrleuten der beiden Kommunen und wird heute vor allem von der Stadtkapelle Schongau und der Stadtmusik Dübendorf gepflegt. Bei grossen Festen stehen auch schon mal gegenseitige Besuche von Regierungsvertretern an. Mehr brauche es nicht, sagte Stadtpräsident André Ingold (SVP) zuletzt gegenüber dieser Zeitung.

Blick auf ein Einkaufscenter.
Das ist der Beweis: Schwäbisch Gmünd hat ebenfalls ein City Center.

Aber Kollegen und Zweckgemeinschaften ersetzen eben keine echten Freunde. Und nichts gegen Schongau: Doch Dübendorf ist eine rasant wachsende Metropole mit 33’000 Einwohnern, ein Innovationsstandort mit Anbindung in den Weltraum, eine Wirtschaftsmacht mit unkontrolliert sprudelnden Grundstückgewinnsteuern. Sollte man sich da nicht nach oben orientieren?

Die Redaktion findet: unbedingt! Und hat sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerstadt gemacht. Sie sollte einigermassen gut erreichbar sein, denn man will sich ja besuchen, und eine gemeinsame Sprache wäre auch von Vorteil, wenn es um einen freundschaftlichen Austausch geht.

Hier «-li», dort «-le»

Nach einer intensiven und nervenaufreibenden Recherche fiel die Wahl schliesslich auf Schwäbisch Gmünd, eine Stadt mit rund 65’000 Einwohnern im Osten Baden-Württembergs, 50 Kilometer von Stuttgart entfernt. Gmünd hat ebenfalls ein City Center (mit einer Filiale von Lukas Podolskis Dönerkette), Politiker und Einwohner debattieren auch leidenschaftlich über Tempo 30 und günstigen Wohnraum (beziehungsweise dessen Nichtvorhandensein), man hat den gleichen Hang zum Diminutiv (hier «-li», dort «-le») – und vor allem haben beide Städte ein Einhorn als Wappentier.

Ein perfect match, sozusagen. Doch reicht das allein für eine echte Freundschaft, oder ist da noch mehr? Um das herauszufinden, hat sich die Redaktion auf eine dreitägige Expedition ins Schwabenland gemacht.

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