Wetzikon soll bei Tagesstrukturen nochmals über die Bücher
Petition lanciert
Die Anpassung der Tarife der Tagesbetreuung sorgt in Wetzikon für Kritik und viele offene Fragen. Nun fordert eine Petition, dass der Mittelstand ebenfalls entlastet wird.
Die Tarife für die Tagesbetreuung in Wetzikon steigen deutlich – etwa bei der Morgen- und der Mittagsbetreuung. Dahinter steckt jedoch mehr als eine reine Preiserhöhung: Mit einem neuen Subventionsmodell will die Stadt die Kosten gerechter verteilen.
Während einige Familien künftig weniger bezahlen sollen, müssen besser verdienende Eltern ab kommendem Schuljahr tiefer in die Tasche greifen. Denn wer keinen Anspruch auf Subventionen hat, zahlt neu die Vollkosten für die Betreuung. Noch ist offen, wie viele Familien nun deutlich weniger – oder deutlich mehr – bezahlen müssen.
Das neue Modell sorgte bei vielen Wetziker Eltern für Unmut. In der Facebook-Gruppe «Wetzikonline» gab es zahlreiche kritische Kommentare. Nun hat ein Betroffener eine Petition lanciert, für die bis Donnerstag bereits über 300 Unterschriften auf der Onlineplattform Kampax zusammenkamen.
Bald Rabatt für Geschwister?
Der Petent findet es zwar richtig, dass Wetzikon die Tagesbetreuung neu nach ähnlichen Grundsätzen subventioniert wie die Betreuung in einer Kita oder einer Tagesfamilie. «Doch die Reform darf nicht auf halbem Weg stehen bleiben.»
Deshalb fordert die Petition unter anderem die Einführung eines Geschwisterrabatts und zusätzliche Entlastung für Alleinerziehende. Zudem soll eine Kostenobergrenze pro Familie eingeführt werden.
Auch die Subventionsgrenze sieht die Petition kritisch. Stand jetzt erhalten Familien bis zu einem Einkommen von 100’000 Franken oder einem Vermögen von 300’000 Franken Subventionen. Die genaue Höhe ist von beiden Faktoren abhängig.
Stadt rechnet dennoch mit Mehrkosten
Die Änderung im Subventionsmodell hat das Parlament im April beschlossen. Eine Anpassung des Reglements liegt deshalb nicht in der Kompetenz der Schule – sondern müsste ebenfalls durch das Parlament erfolgen.
Initiiert hatte die Systemänderung Gemeinderat Jonathan Assenberg von der SP. Er verwies darauf, dass die neue Tariftabelle nur einen Teil des Bilds zeige. «Für die meisten Familien wird die Betreuung also günstiger, auch wenn das angesichts der höheren Zahlen auf den Tarifblättern im ersten Moment nicht so wirkt.»
Insgesamt rechnet auch die Stadt damit, dass mehr Familien von günstigen Betreuungskosten profitieren können. Sie geht deshalb von Mehrkosten von rund 250’000 Franken pro Jahr aus.
Eltern können die Tarife für die Tagesstrukturen auf dem Onlinerechner der Stadt berechnen lassen: www.wetzikon.ch/schule/betreuung-tagesstrukturen/kosten-tarife/.

