Dank diesen drei Mädchen ist Dübendorf in sicheren Händen
Drei Dübendorfer Primarschulmädchen haben zusammen eine Detektivgruppe gegründet. Mit Lupe, Kamera und Gips ausgerüstet, konnten sie schon erste Fälle in der Umgebung lösen.
Jeder kennt die Gruppe «Die drei Fragezeichen» und ihre verwegenen Geschichten, in denen die drei mutigen Jungs nervenkitzelnde Fälle lösen. Nun hat Dübendorf sein eigenes Detektivtrio: Die drei elfjährigen Mädchen Laila, Nyla und Julia haben zusammen «Die drei Roses» gegründet.
«Wir wollten etwas zusammen unternehmen und nicht nur rumsitzen», erklärt Laila, die ihre Kolleginnen aus der Primarschule kennt. Die «Fragezeichen» seien ihre grösste Inspiration gewesen, sie würden aber auch «Die drei Ausrufezeichen» – das weibliche Pendant – oder «TKKG» aus Hörspielen kennen. «Die Idee für den Namen kam mir spontan, als ich in meinem Zimmer sass», sagt Julia. «Ich wollte uns von den anderen Gruppen mit deutschen Namen abheben, deshalb haben wir uns einen englischen Namen gegeben.»
Gesagt, getan. Also zeichneten die drei zusammen einen Flyer, um auf ihre Detektivdienste aufmerksam zu machen, kopierten diesen rund 60-mal und verteilten sie in ganz Dübendorf und Gfenn. «Wir klebten sie an Strassenlaternen, Pfähle oder warfen sie in Briefkästen», erklärt Nyla. «Die meisten Flyer hat es aber bereits wieder weggeregnet.» Die Eltern der drei helfen ihnen deshalb gerade, eine Visitenkarte zu gestalten.


Die ersten Fälle
Seit dieser Verteilaktion konnten sie schon einige Fälle lösen. Julia erzählt: «Wir haben eine Katze ausfindig gemacht, die angeblich Kinder angriff.» Nyla ergänzt: «Als wir sie gefunden haben, wollte Laila die böse Katze streicheln.» Laila verteidigt sich: «Ich konnte ja nicht wissen, dass es diese Katze ist. Die sehen alle gleich aus!» Danach habe die Katze jedenfalls keine Kinder mehr angegriffen.
Jemand hatte dem Trio zudem ein verdächtiges Auto in einer Quartierstrasse gemeldet. Die Detektivinnen klärten die Situation ab und merkten sich das Kennzeichen. Nyla kann es immer noch auswendig.
Es sind jedoch nicht alle Meldungen, die bei den drei «Roses» eingehen, ernst gemeint. Nyla erzählt: «Ein Klassenkamerad hat mich als Scherz angerufen.» Als sie es realisiert habe, habe sie aufgehängt. Julia sagt: «Wir möchten, dass man uns ernst nimmt. Es macht uns Spass, Menschen zu helfen.»
Tatsächlich seien sie gerade aktuell an einem neuen Fall dran. Worum es bei den laufenden Ermittlungen geht, wollen sie aber nicht verraten. Julia sagt: «Wir halten uns an die Schweigepflicht.» Zusammen träumen sie vom nächsten grossen Fall: «So richtig mit Dieben und so!»
Augen offen halten
Tatsächlich wurde vor einigen Wochen in Dübendorf bei einem Goldhändler eingebrochen und ein Tresor mit Gold entwendet. Der Besitzer hat eine Belohnung von 200’000 Franken für Hinweise ausgeschrieben. Die drei Detektivinnen überlegen sich gemeinsam, wie sie den Fall lösen würden.
«Ich würde als Erstes mit dem Goldhändler reden», sagt Laila. «Und nach den Videoaufnahmen fragen», ergänzt Nyla. Julia würde nach Indizien suchen. Sie weiss: «Verbrecher lassen immer etwas liegen. Immer.»
Und auch wenn nichts liegen bleibe, könne man noch nach Fingerabdrücken suchen. Sie erklärt, wie sie das machen würden. «Man streut Graphitpulver auf den Abdruck und pinselt den Überschuss weg. Am Abdruck bleibt das Pulver hängen.» Nyla zeigt die Nagelfeile, mit welcher sie das Pulver selbst von einem Bleistift abgerieben und in einer kleinen Dose gesammelt haben. «Anschliessend klebt man Tesafilm auf die gepulverte Stelle und überträgt so den Abdruck in das Notizbuch.»
Man müsse gründlich nach Abdrücken suchen, erklärt Julia weiter. Auch an ungewöhnlichen Orten: «Man könnte zum Beispiel einen Ohrabdruck an einer Tür finden.» Laila fügt hinzu: «Wenn wir draussen einen Reifenabdruck im Boden finden würden, könnte ich ihn in Gips giessen.» Stolz hält sie einen Sack mit Gips und Handschuhen in die Höhe.
Wenn es brenzlig wird
Wenn sie die Diebe und den Tresor ausfindig machen könnten, würden sie zusammen auskundschaften. Eine Anführerin oder eine Rollenaufteilung haben sie nicht. «Wir machen alles gemeinsam», so Nyla. Um miteinander in Kontakt zu bleiben, tragen alle drei eine Smartwatch. Laila zeigt vor, wie sie sich damit mit wenigen Klicks anrufen können.
Alle drei betonen aber, dass sie sich nicht in Gefahr bringen wollen. «Nicht, dass uns noch jemand mitnimmt», sagt Nyla. Julia ergänzt: «Wir wollen so gut mit der Polizei befreundet sein, dass wir sie anrufen können, wenn es brenzlig wird.»
Geld verlangen die drei nicht für ihre Dienste. Den Finderlohn vom Goldhändler würden sie aber annehmen und aufteilen – für jede 50’000 Franken und den Rest in die Detektivkasse. «Falls wir zum Beispiel mehr Gips kaufen müssen», sagt Julia.
