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Erstes Treffen sich am neuen Standort

Mehr Platz für Usters Geschichte – und bald ein neuer Name für die Sammlung?

Die Freunde der Paul-Kläui-Bibliothek in Uster haben die neuen Archivräume erstmals besucht, über ihren Namen sinniert und des vor Kurzem verstorbenen Rechtshistorikers Bruno Schmid gedacht.

Stadtarchivarin Franziska Sidler zeigt den Freunden der Paul-Kläui-Bibliothek die Archivräume.

Foto: Christian Brändli

Mehr Platz für Usters Geschichte – und bald ein neuer Name für die Sammlung?

Erstes Treffen sich am neuen Standort

Die Freunde der Paul-Kläui-Bibliothek in Uster haben die neuen Archivräume erstmals besucht, über ihren Namen sinniert und des vor Kurzem verstorbenen Rechtshistorikers Bruno Schmid gedacht.

Platz, so viel Platz, dass nun sogar in den neuen Räumen des Ustermer Stadtarchivs und der Kläui-Bibliothek eine Generalversammlung abgehalten werden konnte: Die Freunde der Paul-Kläui-Bibliothek, die Supportervereinigung der Sammlung zur Lokal- und Regionalgeschichte, nutzten am vergangenen Samstag die Gelegenheit, einen Augenschein an der Wermatswilerstrasse 8b zu nehmen. Dort, in der ehemaligen Käserei Roth, ist seit Ende März der zentrale Aufbewahrungsort für die schriftlichen «Schätze» Usters. Zuvor waren die Bestände über vier Standorte verteilt.

Für Stadtarchivarin Franziska Sidler sind diese neuen Räumlichkeiten ideal. Nicht nur, dass es hier nun Tageslicht gibt, was vorher nicht immer gegeben war, es ist vor allem der Platz. Insgesamt 1,12 Laufkilometer stehen für die schriftlichen und bildlichen Zeitzeugen zur Verfügung. «Die werden sicher für die nächsten 20 Jahre ausreichen, auch wenn wir viele Neuzugänge erhalten», meint Sidler. Denn jetzt ist erst rund die Hälfte der Regale belegt.

Direkter Zugang zu den Regalen

Doch nicht nur für die Bücher, Fotos, Protokolle und Briefe gibt es mehr Platz. Auch die Nutzer profitieren. «Vorher waren wir aufgrund der beengten Verhältnisse eine Magazinbibliothek. Die Besucher erhielten nur das Bestellte. Heute können sie sich selbst auf die Suche durch die Regale begeben.» Und die Besucher können ihre Funde dann in einem Lesesaal sichten.

Ab Juli wird es neu wöchentlich einen offenen Nachmittag geben. Bis anhin ist ein Besuch nur auf Anmeldung hin möglich. Wie Sidler ausführte, gibt es auch Überlegungen, freiwillige Betreuer zu suchen, damit die festen Öffnungszeiten ausgeweitet werden können. Denn die Stadtarchivarin will noch mehr Nutzerinnen und Nutzer anlocken. Dank verstärkter Öffentlichkeitsarbeit konnte deren Zahl von 280 im Jahr 2024 schon auf 380 im vergangenen Jahr gesteigert werden.

Die Mitglieder des Förder- und Unterstützungsvereins freuten sich über die nun viel besser mögliche Präsentation der umfangreichen Sammlung. «Wir sind mit dieser neuen Situation ausgesprochen zufrieden», hielt Vereinspräsidentin Pia Wertheimer in ihrem Jahresbericht fest.

Schweigeminute für Bruno Schmid

Die Versammlung gedachte auch des kurz vor seinem 92. Geburtstag am 20. April verstorbenen Bruno Schmid. Der Rechtshistoriker prägte als langjähriger Leiter der Paul-Kläui-Bibliothek die Ustermer Geschichtsforschung wie kein anderer. Die Bibliothek war seine «zweite Heimat». Ihm ist es zu verdanken, dass die Kläui-Bibliothek weit über Uster hinaus zu einer namhaften Institution regional- und lokalhistorischer Forschung wurde.

Von Schmids leidenschaftlichem Sammlungs-, Forschungs- und Vermittlungsdrang, mit dem er 36 Jahre lang in der Paul-Kläui-Bibliothek wirkte, zeugen neben seinen zahlreichen Büchern, Publikationen und Vorträgen meterweise Arbeitsmaterialien, Recherchearbeiten und Korrespondenz, die er mit vielen Interessierten geführt hat. Als Anerkennung für sein Wirken bezeichnete die Stadt Uster im Jahr 2015 den Fussweg von der Quellenstrasse über das gedeckte Brüggli zur Seestrasse als Bruno-Schmid-Weg.

Namensgeber ohne direkten Uster-Bezug

Zum Abschied von einer prägenden Figur für die Versammlung könnte auch bald der Abschied vom Namen der Sammlung und des Vereins kommen. Die Bibliothek gibt es seit 1967. Entstanden ist sie aus der stattlichen Büchersammlung des Historikers Paul Kläui. Er war von der Stadt damit beauftragt worden, eine Geschichte Usters zu schreiben. Doch er starb überraschend 1964, kurz bevor sein Werk in den Druck gehen sollte.

Heute sei dieser Name kaum mehr ein Begriff, wurde an der Versammlung vorgebracht. Ohnehin habe Kläui, abgesehen vom Buch zu Uster, das er geschrieben habe, keinen Bezug zur Stadt. Die Anwesenden gaben dem Vorstand den Auftrag, sich der Namensfrage anzunehmen. «Sammlung» oder «Chronikstube Uster», ein Begriff, der schon einmal in Verwendung gewesen sei, liege näher. Gut möglich also, dass der 1973 ins Leben gerufene Verein der Freunde der Paul-Kläui-Bibliothek ins letzte Jahr mit diesem Namen geht.

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