Schädliche Stoffe beim Greifensee entdeckt
Erhöhte PFAS-Werte
Bei der Surferwiese und dem Seebad Furren in Greifensee ist der PFAS-Wert erhöht. Auch wenn keine akute gesundheitliche Gefahr besteht, werden Massnahmen ergriffen. Besucher sollen nach dem Baden die Hände waschen.
Die Baudirektion des Kantons Zürich hat im Rahmen einer Untersuchung der Seeanlage Greifensee per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) im Boden festgestellt, wie die Gemeinde Greifensee mitteilt. Die gemessenen Konzentrationen in der obersten Erdschicht seien in Teilbereichen, insbesondere bei der Surferwiese erhöht. Aufgrund der aktuell in Erarbeitung befindlichen Grenzwerte lasse sich aber noch nicht verlässlich abschätzen, wie die Belastung effektiv zu beurteilen sei, heisst es in der Mitteilung.
Was sind PFAS?
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind eine Gruppe schwer abbaubarer Stoffe, die deshalb auch als Ewigkeitschemikalien bezeichnet werden. Aufgrund ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften sowie ihrer hohen Beständigkeit wurden PFAS über viele Jahre hinweg in zahlreichen Industriebereichen eingesetzt. PFAS fanden sich beispielsweise in Verpackungen, Regenbekleidung, Kosmetika, Feuerlöschschaum, beschichteten Pfannen oder Kabelummantelungen.
Die Verwendung der zwei am besten untersuchten PFAS-Verbindungen, Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) und Perfluoroctansäure (PFOA), ist heute weitgehend verboten. Weil sie schwer abbaubar sind, können diese Substanzen aber bis heute in der Umwelt, in Lebensmitteln und auch im menschlichen Körper nachgewiesen werden.
Der Mensch nimmt PFAS grösstenteils über Lebensmittel auf. Bei einigen dieser Chemikalien konnte eine gesundheitsschädliche Wirkung nachgewiesen werden, bei anderen Verbindungen ist über die Auswirkungen auf die Gesundheit nur wenig bekannt. In Anlehnung an die EU-Gesetzgebung wurden in der Schweiz per 1. Februar 2024 für besonders kritische PFAS-Verbindungen Höchstgehalte für tierische Lebensmittel (unter anderem für Fische) in Kraft gesetzt. (sco)
PFAS werden nur über den direkten oralen Kontakt mit belasteter Erde aufgenommen. Deshalb werden nun vorsorgliche Massnahmen ergriffen, welche die «Bodenbedeckung optimieren und den direkten Kontakt mit Erde verhindern». Dies soll vor allem Kinder vor PFAS schützen. Derzeit setzt die Abteilung Hoch- und Tiefbau diese Massnahmen um.
Umsetzung der Massnahmen
Da die Badesaison bereits begonnen hat, ist es dem Gemeinderat wichtig, die Surferwiese und das Seebad Furren für Besuchende möglichst uneingeschränkt zur Verfügung zu stellen.
Die Bereiche nach der Brücke und vor dem Badi-Einstieg sind stark abgetreten. An dieser Stelle sollen Kies und Platten verlegt werden. Zusätzlich sollen Neupflanzungen geprüft werden. Die Böden um den Grillplatz und den Sandkasten beim Seebad weisen von den betroffenen Flächen die geringste Belastung auf.
Nach einer sorgfältigen Sicherung habe der Kinderspielplatz für die Gemeinde oberste Priorität. Deshalb werden auch dort neue Kies- und Plattenflächen gelegt und die bestehenden Kiesflächen aufgestockt. Bei der Surferwiese werden die Kiesplätze ebenfalls aufgefüllt. Diese Massnahmen sind mit der Baudirektion erarbeitet worden.
So sollte man sich verhalten
Der Gemeinderat empfiehlt, vor dem Essen und nach dem Besuch des Seebads die Hände und allenfalls die Füsse mit sauberem Wasser abzuspülen. Eltern und Begleitpersonen sollen zudem Kinder beaufsichtigen.
Im Garderobengebäude stehen ein Waschbecken und eine Dusche zur Verfügung, die während der Öffnungszeiten des Seebads auch von Besucherinnen und Besuchern der Surferwiese benutzt werden können.
