In Grüningen öffnet das umgebaute Gerichtshaus seine Türen
Ab Mai vermietet
Das Projekt der Heimatschutzgesellschaft Grüningen setzt auf gemeinschaftliches, bezahlbares Wohnen. Bevor im Mai die ersten Mieter einziehen, lädt die Gesellschaft zur Besichtigung ein.
Seit 1964 befinden sich das Gerichtshaus und das angrenzenden Mangihaus im Stedtli Grüningen im Besitz der Heimatschutzgesellschaft Grüningen. Als sich der langjährige Mieter des geschichtsträchtigen Hauses an der Stedtligass entschied umzuziehen, war dies der Zeitpunkt für die Heimatschutzgesellschaft, neue Formen des Zusammenlebens durchzudenken.
Ausgangspunkt des Projekts war die Frage, wie grosse Häuser angesichts der Wohnungsknappheit sinnvoll genutzt werden können. Gleichzeitig verändert sich die Gesellschaft: Immer mehr Menschen leben allein, während kleinere Wohnungen oft teuer sind.
Die Heimatschutzgesellschaft Grüningen (HSG) reagierte darauf mit einem Konzept für gemeinschaftliches Wohnen – als Alternative zum klassischen Nebeneinander. Der ZO/AvU berichtete bereits im vergangenen November über das Projekt.
In der Zwischenzeit ist ein Wohnraum für Menschen jeden Alters entstanden, von Einzelpersonen über Paare bis hin zu kleinen Familien, die bewusst ein Miteinander suchen. Das Haus soll Begegnungen fördern, ohne dabei die Privatsphäre der Bewohnerinnen und Bewohner einzuschränken.
Gerichtshaus und Mangihus wurden miteinander verbunden
Die Wohnanlage erstreckt sich über das historische Gerichtshaus und das benachbarte Mangihus, die neu miteinander verbunden sind. In den privaten Cluster-Einheiten befinden sich Zimmer mit eigenen oder geteilten Bädern, ergänzt durch grosszügige Gemeinschaftsräume wie die Gerichtsstube, eine gemeinsame Küche sowie Arbeits- und Gästezimmer.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist auch das soziokulturelle Angebot rund um die Mangistube. Der Klubraum steht nicht nur den Bewohnerinnen und Bewohnern offen, sondern dient auch als Begegnungsort für die Öffentlichkeit – etwa für Kafistuben, Jassnachmittage, Vereinsanlässe oder private Feiern.
Alle Zimmer sind bereits ab dem 1. Mai vermietet. Ein Zeichen dafür, dass das Konzept auf grosses Interesse stosse, schreibt die HSG. Die Gesellschaft versteht das Projekt nicht als Renditeobjekt, sondern als Beitrag zu einer verantwortungsvollen und zukunftsorientierten Wohnraumnutzung.
Einladung zur Besichtigung
Der Umbau des Gerichtshauses und des Mangihus nähert sich der Vollendung. Bevor die ersten sechs Mieterinnen und Mieter einziehen, lädt die Heimatschutzgesellschaft Grüningen (HSG) zur öffentlichen Besichtigung ein, und zwar am Donnerstag, 23. April, von 16 bis 21 Uhr im Eiergässli 1 in Grüningen.
Interessierte erhalten die Gelegenheit, die beiden miteinander verbundenen Häuser zu besichtigen und mehr über das gemeinschaftliche Wohnen sowie das soziokulturelle Projekt zu erfahren. Baukommission und Vorstand der HSG freuen sich auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher. (eve)